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Görlitz

Wann fährt die Straßenbahn nach Polen?

Beim gemeinsamen Stadtrat in Zgorzelec sprachen beide Städte über Bus und Bahn – blieben beim Thema Grenzverkehr aber noch zurückhaltend.

Beim gemeinsamen Stadtrat erwähnte GVB-Chef, Andreas Trillmich, die mögliche Anbindung der Straßenbahn an das Görlitzer Klinikum. Außerdem ging es um die Erweiterung Richtung Zgorzelec.
Beim gemeinsamen Stadtrat erwähnte GVB-Chef, Andreas Trillmich, die mögliche Anbindung der Straßenbahn an das Görlitzer Klinikum. Außerdem ging es um die Erweiterung Richtung Zgorzelec. © SZ-Archiv / Nikolai Schmidt

Raus aus dem Auto, rein in Bus oder Bahn. Das ist klar das erklärte Ziel beim öffentlichen Nahverkehr – in Görlitz wie auch in Zgorzelec. Beide Seiten berichteten auf der jährlich stattfindenden gemeinsamen Sitzung der deutschen und polnischen Stadträte im Dom Kultury am Dienstag über den Stand der Dinge auf ihrer jeweiligen Seite.

In beiden Hälften der Europastadt geht es mit dem öffentlichen Nahverkehr voran, vieles wurde umgestrickt, ausgebaut, erweitert. So erzählte der stellvertretende Bürgermeister von Zgorzelec, Radoslaw Baranowski, von der erfolgreichen Erweiterung der Zgorzelecer Buslinien von einer auf drei. Unter anderem gibt es inzwischen eine Linie 2, die die gleiche Strecke wie die Linie 1 fahre, aber nicht überall hält. Dadurch verkürze sich die Fahrzeit zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil der Stadt von 35 auf etwa 20 Minuten. Mit der Linie 3 habe man vor allem auf Bürger reagiert, die sich eine bessere Anbindung an den Osten gewünscht hätten. So seien inzwischen etwa der Friedehof oder das Einkaufszentrum Plaza besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Generell habe man beobachten können, dass weniger Autos unterwegs seien, weil die Menschen den Bus nutzen.

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Ob jemals wieder eine Straßenbahn dazukommt, steht in den Sternen. Einst fuhr die Bahn in den damaligen Stadtteil Moys. Der Geschäftsführer der neuen Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), Andreas Trillmich, würde es sich wünschen. Er sprach im Dom Kultury von Visionen. Eine Bahn, die wieder in den anderen Stadtteil fährt, könne eine Brückenfunktion zwischen beiden Städten einnehmen. Trillmich befürwortet auch, dass wieder größere Busse als der jetzige grenzüberschreitende P-Bus zwischen beiden Stadtteilen fahren. Vielleicht könne der A-Bus, der bis zur Hochschule fährt, weiterfahren – bis nach Zgorzelec, so seine Idee. Damit ließe sich eine „echte Vernetzung“ hinbekommen. Denn Trillmich sieht ein großes Potenzial in Zgorzelec. Konkreteres gibt es noch nicht, aber man sei dazu im Gespräch.

Neben all den konkreten Plänen für die deutsche Seite, die Andreas Trillmich der polnischen Seite vorstellte – wie die Umstellung auf behindertenfreundliche Niederflurbahnen, die Einführung neuer Fahrscheinautomaten und den Neu- oder Ausbau von Haltestellen, nannte er als dritten Wunsch für gemeinsamen öffentlichen Nahverkehr auch einen gemeinsamen Stadtverkehrstarif.

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