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Löbau

Wann gibt's den sicheren Weg an der B6?

Um den Radweg an der B6 nach Löbau geht es seit mehr als zehn Jahren. Doch wegen Grundstücksfragen geht es nicht los - aber immerhin ein bisschen weiter.

An der B6 zwischen Rosenhain und Löbau und auch in Richtung Reichenbach gibt es keinen Rad- oder Fußweg.
An der B6 zwischen Rosenhain und Löbau und auch in Richtung Reichenbach gibt es keinen Rad- oder Fußweg. © Anja Beutler

Rosenhains Ortsvorsteher Friedhelm Gerlich hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Aber an einen raschen Bau eines sicheren Radweges an der B6 glaubt auch er nicht mehr wirklich. "Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es diese Forderung, aber es ist noch immer keine Lösung in Sicht", sagt Gerlich leicht resigniert. 

Dass ein straßenbegleitender Radweg an der B6 von Löbau über Rosenhain in Richtung Reichenbach aber dringend nötig wäre, dessen ist er sich ganz sicher: Erst vor Kurzem ist er ein Stück spazieren gegangen - entlang der B6 in Richtung Bischdorf: "Da wird einem Angst und Bange, wenn die Autos da mit 100 an einem vorbeidonnern", sagt er. Fußgänger und Radfahrer leben extrem gefährlich auf diesem Straßenstück, dabei wäre es eine so gute Verbindung für all jene in Rosenhain, die mit dem Rad schnell zum Einkauf fahren wollen, auf Arbeit oder in die Schule müssen. "Eigentlich kann man sein Kind mit dem Rad nicht auf der Straße fahren lassen", betont Gerlich.

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Auch im Löbauer Stadtrat tauchte die Frage nach diesem Radweg jüngst auf - ohne, dass es eine erfreuliche Antwort gegeben hatte. Denn am Zug ist in diesem Fall der Freistaat mit seinem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Das Landesamt bestätigte auf SZ-Nachfrage, dass man noch immer "keine seriösen Aussagen zu einem eventuellen Baubeginn geben" könne. Allerdings, so erklärte Lasuv-Sprecherin Isabel Pfeiffer, sei man nach wir vor dran an dem Projekt.

Die Planung des Radweges zwischen Löbau und Rosenhain basiere auf der Grundlage des Radverkehrsplanes des Freistaates Sachsen. "Zur Herstellung des Baurechtes ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig", erörtert die Sprecherin mit. Im Rahmen dieses laufenden Verfahrens sei nun eine sogenannte Tekturplanung notwendig geworden. Solche Tekturplanungen werden immer dann genutzt, wenn Änderungen an eingereichten Plänen vorgenommen werden. "Wir wollen die Tekturplanung bei der Landesdirektion einreichen", sagt die Sprecherin. Die nötigen Änderungen seien aber noch nicht fertiggestellt, es müsse eine Aktualisierung der Vermessung erfolgen, sagt sie. Das Landesamt hoffe dies bis Ende des Jahres abzuschließen und bei der Landesdirektion einreichen zu können.

Dass das Ganze so lange dauert, hat einen triftigen Grund: Es geht dabei um den Kern der Probleme: Um den Radweg bauen zu können, braucht der Freistaat Land von privaten Eigentümern und da gab es in der Vergangenheit einige Vorbehalte. "Die Grundstücksfragen werden im Verfahren entschieden. Durch die Erstellung der Tektur gibt es auch neue Betroffene. Wie viele Betroffene ablehnend zum Vorhaben stehen, kann man erst nach der erneuten Auslegung der Tektur feststellen", skizziert Frau Pfeiffer die Komplexität der Lage. Immerhin konnten mit der Neuvermessung viele Detailfragen der Betroffenen geklärt und Lösungen eingearbeitet werden. "Die Unterlagen wurden auf den aktuellen Stand der Vorschriften abgestellt", betont die Sprecherin.

Da der Radweg in Richtung Löbau rechts angelegt werden soll, ist auch für Laien deutlich zu erkennen, dass es Konflikte gibt: Ein Haus steht beispielsweise so dicht an der Straße, dass kein Radweg dazwischen passt. Bei anderen Betroffenen würde der Garten künftig ein Stück kleiner ausfallen. Mit dem Planfeststellungsverfahren, das bei eben solchen Vorhaben wie Straßen-, Schienen- oder eben Radwegbau genutzt wird, soll dies geklärt werden. Ein straßenbegleitender Radweg an der B6 würde zwischen Löbau und Reichenbach über den Zoblitzer Berg eine Lücke schließen, denn in Reichenbach gibt es bereits seit Jahren einen solchen Radweg.

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