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Wann wird hier gebaut?

Das Planfeststellungsverfahren für die Gake soll in wenigen Wochen abgeschlossen werden. Geht es dann wirklich los?

Von Jens Hoyer

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Mit einer Bausumme von rund 9,5 Millionen Euro ist der Ausbau der B 175 an der Gake in Döbeln eines der größten Bauvorhaben an Sachsens Straßen in diesem Jahr. Wenn der Landtag dem Haushalt zustimmt, wird das Geld zwar zur Verfügung stehen, allerdings gibt es noch keine Baugenehmigung (DA berichtete). Erst im Dezember hatte eine zweite Änderung der Planungen in Döbeln öffentlich ausgelegen. Aber bei der Landesdirektion Chemnitz macht man jetzt offenbar Druck. Noch im ersten Quartal soll das sogenannte Planfeststellungsverfahren zu Ende gebracht werden, wie Jana Klein, stellvertretende Pressesprecherin der Landesdirektion auf Anfrage sagte.

Zurzeit erarbeitet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr als Bauherr die letzten Erwiderungen zu den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, der Naturschutzverbände und Privatleuten. Die Erwiderungen werden an die Betroffenen geschickt, damit sie davon Kenntnis nehmen können. Danach soll der Planfeststellungsbeschluss gefasst und damit Baurecht hergestellt werden, so Klein.

Auch Tobias Mehnert hatte Ende vergangenen Jahres in die Unterlagen Einblick genommen und eine Stellungnahme abgegeben. Er ist Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen und hat sich den Ruf eines streitbaren Naturschützers hart erarbeitet – er ist einer der maßgeblichen Gegner der Ortsumgehung der B 101 in Freiberg. Mit einer Klage hatte der BUND schließlich das Vorhaben gestoppt.

Im Falle der B 175 in Döbeln führt die neutrassierte Straße zwar nicht durch ein geschütztes Gebiet. Mehnert bemängelt aber, dass zu wenig Ausgleichmaßnahmen für die Versieglung von Flächen eingeplant sind. Reichlich ein Hektar Fläche wird bebaut. Um das auszugleichen, müssten nach seiner Meinung sieben Hektar Wald neu gepflanzt werden. Döbeln sei schließlich vom Hochwasser besonders betroffen gewesen. „Da hätte der Bürgermeister mal Flagge zeigen können. Die Stadt sieht zu, wie durch die neue Straße immer mehr Flächen im Einzugsbereich der Bäche versiegelt werden. Die Probleme werden dadurch verschärft.“

Die Möglichkeit einer Klage gegen einen ihm nicht genehmen Planfeststellungsbeschluss schließt Mehnert nicht aus. „Dazu müssen wir aber sehen, wie sich die Landesdirektion äußert und welche Argumente sie vorbringt“, sagte er.

Das Planfeststellungsverfahren läuft mittlerweile seit acht Jahren. Seitdem hat es schon wieder mehrfach Unfälle mit Toten und Verletzten auf dem gefährlichen Straßenabschnitt gegeben. Die Stadt Döbeln setzte sich bei der Landesregierung für den schnellen Ausbau der Straße ein. Auch am Planfeststellungsverfahren ist sie als sogenannter Träger öffentlicher Belange beteiligt. Es gebe aber Fachbehörden, die einzuschätzen können, in welchem Umfang Ausgleichsmaßnahmen notwendig sind, sagte Baudezernent Thomas Hanns. Die Stadt stelle aber Flächen dafür zur Verfügung.

Zwischen dem Kreisverkehr Döbeln Ost und der A 14 soll die Straße ausgebaut werden. Die Gakendelle wird mit der neuen Trasse umgangen, die alte Bundesstraße zurückgebaut, die Kreisstraße nach Mochau verlegt. Auch Oberranschütz bekommt eine neue Anbindung.

Ein zweites großes Bauvorhaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in diesem Jahr ist der Ausbau der B 175 in Döbeln West, sprich Bahnhofstraße, Lindenallee, Grimmaische Straße. 700 Meter kosten 1,3 Millionen Euro. Vor den Hauptbahnhof kommt ein Kreisverkehr, die Unterführung unter der Eisenbahnstrecke soll endlich für große Laster passierbar werden. Baurecht gibt es in diesem Fall – das Planfeststellungsverfahren ging hier deutlich reibungsloser über die Bühne.

Weniger reibungslos könnte aber der Verkehr in Döbeln laufen, wenn sowohl auf der Grimmaische Straße als auch auf der Kreuzung am Volkshaus parallel gebaut wird. Die Autofahrer hätten es deutlich schwerer, einen Alternativweg durch die Stadt zu finden. Die Stadtverwaltung ist als Untere Verkehrsbehörde in die Planungen involviert. „Wann es losgeht, wissen wir noch nicht. Der Verkehr darf nicht zusammenbrechen. Wir müssen sehen, wie es gehen kann, vielleicht mit halbseitigen Sperrungen“, sagte Thomas Hanns.

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