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Sachsen

War das Mathe-Abitur zu schwer?

Sächsische Schüler hatten Probleme mit Aufgaben in Geometrie und Stochastik. Auch in anderen Ländern gibt es Beschwerden.

© Symbolbild: dpa/Armin Weigel

Dresden. Sächsische Schüler aus dem Grund- und Leistungskurs beschweren sich über zu hohe Anforderungen bei den Abiturprüfungen in Mathematik. Etwa 10.800 Schüler waren zur Prüfung am vergangenen Freitag zugelassen. Der Landesschülerrat sprach von „einigen Beschwerden“ über Aufgaben im Bereich Geometrie und Stochastik und von zeitlichen Engpässen.

Der Landesschülerrat hat deswegen eine Anfrage an Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gestellt, die Schwere der Aufgaben fachlich objektiv beurteilen zu lassen. Es sei zu prüfen, ob die Aufgaben nur schwerer gewesen sind als in den Vorjahren oder tatsächlich zu schwer waren, sagte Schülersprecher Noah Wehn. 

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Er warnte aber auch vor Hysterie: „Die Abiturprüfungen sind als Abschluss der gymnasialen Laufbahn gedacht und haben natürlich andere Anforderungen als eine normale Klausur. Dennoch sollten sie das Niveau der Schüler nicht drastisch übersteigen.“ Beim Kultusministerium sind bisher noch keine Beschwerden eingegangen, sagte Sprecher Dirk Reelfs. Sollte sich das ändern, werde das Ministerium die Hinweise prüfen. Allerdings müsste man abwarten, wie die Noten ausfallen. Auch im Jahr 2017 hatten Schüler und Lehrer gegen aus ihrer Sicht zu schwierige Matheprüfungen protestiert.

In mehreren Bundesländern haben sich Schüler über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben beschwert und mit Online-Petitionen an ihre Kultusministerien gewandt. Das ist in Bayern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und dem Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt der Fall. Die Petitionen wurden von mehr als 80.000 Menschen unterstützt. In Bayern und Niedersachsen kündigten die Kultusministerien an, die Aufgaben zu überprüfen.

Sachsen beteiligt sich an einem länderübergreifenden Projekt für gemeinsame Abituraufgaben. In Mathematik, Deutsch und Englisch schreiben Schüler aus Sachsen, Bayern, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zur selben Zeit mit identischen Aufgaben oder Aufgabenteilen das Abitur. Ein Teil der Prüfungen sei allerdings auch jeweils länderspezifisch. Die Petition der Schüler in Bayern wendet sich beispielsweise konkret gegen die Aufgabenstellungen im Bereich Geometrie und Stochastik. Diese Aufgaben seien in Sachsen nicht gestellt worden, sagte Ministeriumssprecher Dirk Reelfs.

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Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands sieht bisher keine Anzeichen dafür, dass die Aufgaben zu schwierig waren. „Wir sollten abwarten“, sagte Heinz-Peter Meidinger. Eine Überprüfung fordert hingegen der Verband Bildung und Erziehung. „Man muss die Kritik ernst nehmen“, sagte der Vorsitzende Udo Beckmann. Wenn es sich herausstelle, dass die Kritik berechtigt sei, könne der Schlüssel bei den Bewertungen angepasst, die Prüfungen also weniger streng bewertet werden. Es könne aber auch Abhilfe geschaffen werden, indem Prüfungen neu abgelegt werden. 

Auch in den vergangenen Jahren gab es vereinzelt Kritik am Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. (mit dpa)