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Waren Spenden für Krippener Spielplatz umsonst?

Die Stadt bekam 10 000 Euro für den Wiederaufbau geschenkt. Es war aber gar keine Hilfe nötig.

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© Marko Förster

Von Gunnar Klehm

Seit Ostern ist wieder Kinderlachen auf dem Spielplatz auf der Elbwiese im Bad Schandauer Ortsteil Krippen zu hören. Pünktlich zu den Feiertagen wurde er endlich freigegeben, ganz ohne Brimborium und offizielle Ansprachen. „Das heben wir uns noch auf, wenn tatsächlich alles fertig ist“, sagt Bürgermeister Andreas Eggert (parteilos). Noch fehlt der Belag auf der danebenliegenden Sportfläche. Die kühle Witterung hat bisher den Einbau des Kunststoffbelags verhindert. Um die Qualität zu gewährleisten, müssen stabil Temperaturen von um die zehn Grad herrschen. „Die Baufirma hat uns aber versichert, dass wir dann gleich zu den ersten gehören, bei denen gebaut wird“, so Eggert.

Die Baumaßnahmen waren nötig, weil das Elbehochwasser im Juni 2013 den Spielplatz zerstört hatte. Die Bilder von damals sorgten für große Betroffenheit. Gerade für die Kinder wollten viele Menschen spenden. Der versunkene Spielplatz von Krippen sollte so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden.

Die Mitglieder des Rotary Clubs legten sich dafür mächtig ins Zeug. Einen Spendenscheck von 15 000 Euro übergaben im September des Flutjahres der damalige Präsident Michael Walther und Clubmitglied Werner Kirschner. Das Geld sollte zweckgebunden für ein hochwassersicheres Klettergerüst aus Edelstahl verwendet werden.

Ein solches steht den Kindern jetzt tatsächlich zum Spielen zur Verfügung. Fast 157 000 Euro hat die Stadt am Ende für das Areal ausgegeben, wenn der Sportbelag liegt und keine zusätzlichen Kosten mehr anfallen. Weil es sich bei dem Spielplatz um eine kommunale Einrichtung handelt, wird der Wiederaufbau nach der Flut zu 100 Prozent mit Mitteln aus dem Fluthilfefonds Hochwasser 2013 von Bund und Freistaat gefördert. Bewilligt sind sie bereits. War die großzügige Spende dann umsonst?

Zu diesem Schluss könnte man durchaus gelangen. Spenden sind laut Förderrichtlinie anzurechnen. Da die 15 000 Euro der Rotarier zweckgebunden waren, müsste der Fördermittelgeber die Fördersumme um jene 15 000 Euro reduzieren. Die Stadt hatte aber weit mehr Schäden zu reparieren als den Spielplatz. Manches wurde teurer als geplant. Nun sind die Juristen gefragt, irgendwie eine Querfinanzierung hinzukriegen, damit letztendlich nicht der Bund und dessen Fluthilfefonds – der noch nicht mal ausgeschöpft ist – durch die Spende entlastet wird.