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Warme Wände in der Stadtkirche

Mit dem Bau einer modernen Heizung beginnt die Sanierung der Frauenkirche. Vorgesehen ist auch der Einbau einer Orgel mit Pfeifen aus echtem Meissener.

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Es soll wieder warm werden in der Frauenkirche. Voraussichtlich im Juni beginnen die Arbeiten zum Einbau einer neuen Heizungsanlage. Das erklärt Georg Krause, der gemeinsam mit dem Architekten Jürgen Singer die Bauleitung für die Sanierung der mitten in der Stadt gelegenen Kirche übernimmt. Nachdem im vorigen Jahr für den Fernwärme-Anschluss gesorgt worden ist, geht es nun um das möglichst effektive Erwärmen des Kirchenschiffs im Inneren. Weil herkömmliche Heizkörper für solch großvolumige Räume sehr große Leistungen bringen müssen, soll ein anderes Verfahren Anwendung finden. „Wir nutzen Wandflächen und bestehende Bauteile als Heizflächen“, erklärt Georg Krause.

Über ein unter dem Putz liegendes Kapillarrohrsystem soll Wärme vor allem dorthin strahlen, wo die Besucher in der Kirche während der Gottesdienste oder Konzerte sitzen. Durch diese Heiztechnologie kann auf das Anbringen von Heizkörpern verzichtet werden, so dass der Raumeindruck in der Frauenkirche erhalten bleibt.

Insgesamt 160 000 Euro sind für das Installieren der Heizung vorgesehen. Wenn diese Arbeiten, im Verlauf dieses Jahres erledigt sind, ist auch ein erste Bauabschnitt beim Sanieren der Frauenkirche abgeschlossen. Für die auf insgesamt rund zwei Millionen Euro veranschlagten Bauarbeiten stehen der St. Afra-Kirchgemeinde neben Spenden und Fördermitteln des Landekirchenamtes auch 500 000 Euro zur Verfügung, die der Meißner Bundestagsabgeordneten Thomas de Maizière im vorigen Jahr aus einen Sonderprogramm des Bundes für „National wertvolle Kulturdenkmäler“ locker gemacht hatte.

Wie Georg Krause informiert, sehen die weiteren Planungen vor, in einem zweiten Bauabschnitt die sich im Laufe der Jahre abgesenkten Fundamente der Stadtkirche an der Südwand zu stärken. Dazu sollen bis zu zwölf Meter tiefe Bohrungen ins Erdreich getrieben werden. In einem dritten Bauabschnitt ist die Sanierung im Innern der Frauenkirche vorgesehen. Dabei soll sie barrierefrei und eine Toilette eingebaut werden. Am Eingang sehen die Planungen einen gläsernen Windfang vor.

Völlig neu gestaltet werden soll der Bereich der früheren Taufkapelle. „Hier entsteht ein Raum der Stille“, informiert Georg Krause. Für die Barrierefreiheit wird der Boden auf das Niveau des Kirchenschiffes abgesenkt, wodurch auch ein hier hängendes Altarbild besser zur Geltung kommt.

Krönender Abschluss der Sanierung und soll der Einbau einer neuen Orgel sein. Dabei soll in Meißen weltweit erstmals die Idee umgesetzt werden, eines der Register mit Pfeifen aus Meissener Porzellan auszustatten. Für dieses Vorhaben, das mit Kosten von rund einer Million Euro verbunden ist, sammeln die Kirchgemeinde und Frauenkirchen-Förderverein Spenden. Ein Baustein dieser Spendenakquise ist die Herausgabe von Stifterbriefen im Wert von 500, 1000, 2000 oder 5000 Euro. Solche Stifterbriefe erwarben auch Inhaber von am Markt ansässigen Firmen. Frauenkirchen-Pfarrer Uwe Haubold überreichte die Briefe am Mittwoch an Helmut Brück, Rechtsanwalt Hans-Jürgen Creutz, die Inhaberin der Markt-Apotheke Petra Küchler, den Antiquitäten-Händler Dieter Ottlik sowie an den früheren Stadtrat Ludwig Martin Rade. Über den Verkauf der Stifterbriefe sollen bis 2016 insgesamt 400 000 Euro für die Porzellan-Orgel eingeworben werden. Bislang gingen 29 000 Euro ein. (SZ/da)