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Wartehalle am Carolaplatz ab Weihnachten wieder offen

Weil das Haus nicht mehr sicher war, musste es erneuert werden. Es ist eines der wenigen seiner Art, das die DDR überlebt hat.

Von Ulrike Kirsten

Der Unterstand an der Straßenbahnhaltestelle Carolaplatz bot in den vergangenen Jahren keinen schönen Anblick. Zusehends verfiel die Wartehalle. Schmierereien an den Außenwänden, Risse im Gemäuer, das Dach in einem desolaten Zustand: Kurzum, die Halle war eine Gefahrenquelle. Die Verglasung der Fenster war weitestgehend zerstört. Fahrgäste hätten sich daran verletzen können. Die Fugen waren so weit durchgerostet, dass die Beton-Glaswand nicht mehr sicher stand.

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Abbruch der Ornamentfenster

Nun hat die Stadt die Wartehalle sanieren lassen. Nach dem Abbruch der Ornamentfenster, die nicht mehr zu retten waren, wurden auch die Zwischenwände entfernt, die statisch nicht erforderlich sind. Anschließend bekam das Flachdach eine neue Verkleidung aus Aluminiumblech. Neue Dachrinnen und Fallrohre wurden an der Halle angebaut, der Beton saniert, Griffitis entfernt und ein Schutz gegen die Schmierereien angebracht.

Die Kosten für die Sanierung betragen insgesamt etwa 50 000 Euro. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten an dem Unterstand abgeschlossen sein un dieser wieder nutzbar sein, teilte die Stadt mit.

Derzeit ist die Wartehalle noch eingezäunt. Sie wurde 1970 gebaut. Der Dresdner Architekt Hans Scholz hat das Wartehaus entworfen.

Seitenwände aus Klinkermauerwerk

Die Konstruktion der Halle ist einfach. Sie besteht aus wenigen Teilen. Wände und Dach sind aus Stahlbeton. Dadurch war es möglich, die Wartehalle im „Fließbandverfahren“ herzustellen und an vielen Haltestellen aufzubauen. Als Witterungsschutz für die Fahrgäste dienen Seitenwände aus Klinkermauerwerk und die teilweise farbigen Ornamentfenster. Diese Glaswände sind bereits abgerissen und wurden Löser-Fenster genannt.

Sie bestanden aus einem Betonfensterrahmen und einer Festverglasung. Diese Elemente wurden zu DDR-Zeiten im Betonwerk in Massen gefertigt und werden heute nicht mehr hergestellt. Die Stadt entschied sich dagegen, die Löser-Ornamentfenster bei der Sanierung durch Glasbausteine zu ersetzen.

Aus Kostengründen, sagt Stadtsprecher Kai Schulz. „Für uns stand in erster Linie im Mittelpunkt, die Halle für die Fahrgäste wieder sicher zu machen.“