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Warten auf den nächsten Einsatz

Auch Karl-Heinz Fuchs (80) hofft, dass es für den Zabeltitzer Spielmannszug bald wieder losgeht. Er ist das älteste aktive Mitglied. Und Liebling der Jüngeren.

Karl-Heinz Fuchs ist das älteste aktive Mitglied beim Spielmannszug Zabeltitz, hier mit Kati Müller, der Abteilungsleiterin im Sportverein.
Karl-Heinz Fuchs ist das älteste aktive Mitglied beim Spielmannszug Zabeltitz, hier mit Kati Müller, der Abteilungsleiterin im Sportverein. © Anne Hübschmann

Zabeltitz. Der Spielmannszug muss Petrus jedes Mal um Gut Wetter bitten. Denn die hochdekorierten Freizeitmusiker konnten seit Juni nur auf dem Sportplatz üben. Mit jeweils drei Meter Abstand. Also gestaffelt. Jetzt ist Sommerpause. Doch im Herbst wollen und müssen die Spielleute wieder in der Grundschule proben. "Wir arbeiten schon aufs nächste Jahr hin", sagt Kati Müller, die Abteilungsleiterin Spielmannszug im Sportverein Zabeltitz-Treugeböhla. In diesem Jahr ist durch Corona so gut wie alles ausgefallen. 

Dennoch warten die Spielleute, dass sie auch wieder zu Einsätzen gerufen werden - wie zur Verabschiedung des Landrates am 31. August. Oder zum Umzug für den Zabeltitzer Schützenkönig am 15. August. Zum Schützenverein gehört einer, der auch beim Spielmannszug eine besondere Stellung innehat: Karl-Heinz Fuchs. Mit seinen 80 Jahren ist er das älteste noch aktive Mitglied der Abteilung. 

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Fuchs ist trotz seines Alters so etwas wie das Bindeglied zu den Jüngeren. "Ich gebe ihnen Extraförderung, wenn sie vom Kinder- in den Erwachsenen-Spielmannszug wechseln", sagt der Querflötenspieler. Dann ist es immer besonders schwierig, sich in das neue Repertoire hineinzufinden.

 Karl-Heinz Fuchs bringt viel Erfahrung mit. Und die Zabeltitzer sind bekanntlich wettkampfeifrig. Mehrere Sachsenmeistertitel und Platzierungen bei den Ostdeutschen Meisterschaften weist die Chronik aus. Als Wettkampfteilnehmer war Karl-Heinz Fuchs im Jahr 2000 letztmalig dabei. "Doch Lampionumzüge, Ständchen und kleinere Einsätze mache ich immer noch mit", sagt er stolz. 

Auch Trompeter und Pilzberater

Schon 64 Jahre gehört er zu den Spielleuten. Die 700-Jahrfeier des Ortes 1957 war Karl-Heinz Fuchs`erster Auftritt. Der in Oberschlesien Geborene konnte Mund- und Ziehharmonika spielen und traute es sich zu, auch der Flöte Töne zu entlocken. Da wurde er gleich engagiert. 

Märsche und Volkslieder dominierten damals das Repertoire. Die "Alten Kameraden" oder der Deutschmeister-Regimentsmarsch. Das gefällt ihm immer noch. Heute spielen die Zabeltitzer auch bekannte moderne Melodien. Die mag Fuchs nicht so gern. Sie seien auch schwieriger zu spielen. 

Karl-Heinz Fuchs ist einer der drei, vier alten Stammspieler, die der Tradition verpflichtet sind. Die immer noch mit dabei sein wollen. Der Zabeltitzer war sogar mal in der Leitung des Zuges und Kampfrichter. 

Fuchs kann Disziplin, Pünktlichkeit und Zusammenhalt vermitteln, weiß auch Kati Müller. Doch der 80-Jährige darf sich aussuchen, was er körperlich mitmachen kann und will. Spielmannszüge müssen ja manchmal bei Umzügen weite Strecken zurücklegen. 

Der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser, der es bis zum Meister gebracht hat, engagierte sich immer auch gesellschaftlich. "Ich war im Deutschen Roten Kreuz und in der Volleyballmannschaft", blickt er zurück. 

Da sei er stets von jungen Leuten umgeben gewesen. "Sie respektieren mich auch im Spielmannszug", sagt er. Dennoch hat der Senior allen das Du angeboten. Auch im Trompetenteam, in dem er noch mitspielt - und das eigene Auftritte bestreitet, genau wie die Trommelgruppe Hauptpunkt zwei.    

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Mit dem neuen Schuljahr sucht der Zabeltitzer Spielmannszug wieder Nachwuchs ab der zweiten Klasse. "Glücklicherweise hat uns durch Corona niemand verlassen", sagt Kati Müller. Auch eine von Karl-Heinz Fuchs`Töchtern hat im Zug mitgespielt, ein Enkel war Trommler. Jetzt hat das Zabeltitzer Urgestein schon zwei Urenkel. Und im Herbst noch eine weitere wichtige Funktion: Er ist Pilzberater. Demnächst wird in Linz "angepilzt".  

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