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Eltern sauer wegen Schulbescheids-Verschiebung

Nur die Eltern, deren Kinder im Weißeritzgymnasium lernen werden, haben schon Gewissheit. Spannend wird es für andere.

Von Sebastian Martin

Manche Eltern dürften gestern ziemlich sauer gewesen sein, als sie in den Briefkasten geschaut haben. Denn anstatt den Bescheid für die künftige Schule ihrer Kinder rauszuholen, wurde ihnen per Zeitung mitgeteilt, dass die angehenden Fünftklässler diesen erst später erhalten werden. Und nicht wie angekündigt am 5. Juni.

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Lediglich die Eltern der 149 Kinder, die ab September am Weißeritzgymnasium in Freital lernen werden, haben Post bekommen. Denn die Sekretärin war schneller als das Kultusministerium. Sie hatte die Briefe bereits eingesteckt, bevor die E-Mail aus Dresden eintraf. Der Erlass, mit den Sachsens Schulleiter über den Verfahrensstopp informiert wurden, habe sie zu spät erreicht, sagt Schulleiterin Renate Kühnel. Sie gehe aber davon aus, dass sie den Eltern kein zweites Mal schreiben müsse.

„Die verschickten Bescheide sind verbindlich“, sagt Katrin Reis, Sprecherin der Sächsischen Bildungsagentur in Dresden. Sie betont zudem, dass den noch auf den Bescheid wartenden Schülern keine Nachteile entstehen würden und wirbt um Verständnis. Grund für die Verzögerung seien das nicht abgeschlossenes Einstellungsverfahren sowie noch laufende Abstimmungen hinsichtlich der Klassenbildung an einzelnen Standorten. Am 12. Juni würden die Bescheide für die fünften Klassen an den Oberschulen und Gymnasien aber in den Briefkästen stecken, sagt Katrin Reis.

Renate Kühnel, Leiterin des Weißeritzgymnasiums in Freital, hat wenig Verständnis für die spontane Fristverlängerung. Eine verlässliche Schulpolitik sehe anders aus, sagt sie. Ähnlich äußert sich Daniel Stark, stellvertretender Leiter des Kreiselternrates Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Er vermutet, dass es aufgrund des Lehrermangels noch einige Klassen zusammengeschlossen werden sollen, und kritisiert fehlende Transparenz.

Gert Winter, Leiter der Oberschule „Am Marienschacht“ in Bannewitz kann verstehen, dass Eltern sauer sind. Es sei unvorstellbar, warum das Verschicken der Bescheide so lange dauert, sagt er. Wie viele fünfte Klassen er ab September begrüßen darf, will Gert Winter noch nicht öffentlich machen. „Zunächst bekommen die Eltern den Bescheid“, sagt er. Allerdings ist davon auszugehen, dass nicht alle der für die fünfte Klasse angemeldeten 66 Kinder einen Platz in seinem Haus erhalten werden. Denn schon lange spricht man in Dresden von „effizienter Klassenbildung“ – also von einer maximalen Ausreizung der zulässigen Höchstzahl von 28 Schülern pro Klasse. Und bei der angestrebten Dreizügigkeit würden mit durchschnittlich 22 Schülern pro Klasse deutlich weniger in der Oberschule in Bannewitz lernen. Umleitungen sind also wahrscheinlich und will Gert Winter auf Nachfrage der SZ zumindest nicht ausschließen.

Allerdings wird es von Bannewitz kaum Umleitungen an die Oberschule in Kreischa geben, an der dieses Jahr 29 Kinder angemeldet wurden. „Wir werden eine fünfte Klasse mit vermutlich 26 Schülern bilden“, sagt Schulleiter Wolfgang Schuster. Für einige Eltern dürfte der Schulbescheid nächste Woche also spannend werden. Die Private Oberschule Sabel in Freital wirbt unterdessen verstärkt um Fünftklässler. Bisher seien 14 Kinder für das nächste Schuljahr angemeldet worden. Maximal 24 würden man aufnehmen, um kleine Klassen zu garantieren, sagt Leiter Andreas Frister.