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Pirna

Warteschlange am Abfallcontainer

Im Gewerbegebiet Copitz-Nord öffnet ein neuer Wertstoffhof. Weitere Firmen wollen sich in Kürze auf dem Areal ansiedeln.

Wartende Müllentsorger schon bei der Eröffnung des Wertstoffhofes, hier mit Einweiser Claus Erbe.
Wartende Müllentsorger schon bei der Eröffnung des Wertstoffhofes, hier mit Einweiser Claus Erbe. © Daniel Schäfer

Schon eine gute halbe Stunde, bevor sich das Tor zum ersten Mal öffnet, staut sich Auto an Auto auf der Pirnaer Nordstraße, eine Straße, die von noch keinem Navigationsgerät erfasst ist, weil es sie bis vor Kurzem noch gar nicht gab. Die schmale Sackgasse mit Wendeschleife, die von der Wehlener Straße abzweigt, führt in das Gewerbegebiet Copitz-Nord, eine Fläche, die jahrelang brachlag und erst 2018 erschlossen wurde. Inzwischen ist die erste Gewerbefläche besiedelt.

Das Ziel der Wartenden liegt am Ende der Nordstraße hinter einem grünen Tor, ein 7 000 Quadratmeter großes Grundstück, 5 000 Quadratmeter davon sind bebaut oder versiegelt, darauf steht die erste Neuansiedlung: Der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) hat Anfang dieser Woche auf dem Areal einen neuen Wertstoffhof eröffnet. Rund 1,4 Millionen Euro investierte der ZAOE in die Sammelstelle, an der hauptsächlich Private sowie Kleingewerbler überzähligen Abfall loswerden können. Der zusätzliche Müllabgabe-Punkt, sagt ZAOE-Geschäftsführer Raimund Otteni, schließe nun eine Lücke im Netz der Entsorgungsanlagen im rechtselbischen Raum. Auf dieser Elbseite gab es im Gebiet der Sächsischen Schweiz laut dem ZAOE bislang nur einen Wertstoffhof in Neustadt. Ein zweiter ist – allerdings linkselbisch – an der Umladestation Kleincotta angesiedelt. „Der Copitzer Standort ist einerseits attraktiv für die Pirnaer in den rechtselbischen Ortsteilen, andererseits dürfte sich der Einzugsbereich der neuen Anlage bis Stolpen erstrecken“, sagt Otteni. Ausschlaggebend für den neuen Standort war zudem die Nähe zum Copitzer Kaufland, weil viele nun die Einkaufstour mit der Müllabgabe verbinden können und nicht noch einmal extra losmüssen, um überschüssigen Abfall zu entsorgen.

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Darüber hinaus dient die neue Niederlassung auch einem pragmatischen Zweck: Sollten sich im Fall einer neuerlichen Flut die Elbe nicht mehr queren und große Müllentsorgungsanlagen nicht mehr erreichen lassen, kann der Platz in Copitz-Nord vorübergehend auch als Abfall-Zwischenlager genutzt werden.

Generell erfüllt die Anlage an der Nordstraße zwei Funktionen: Zum einen können Leute hier ihren Abfall abgeben, der nicht in die Abfalltonne und in die Bio-Tonne passt oder nicht in den gelben Sack gehört oder sonst überzählig ist. Auf dem Gelände stehen große Container für Grünschnitt, Papier, Altreifen, Bauschutt, Baumischabfälle und Elektrogeräte, zudem wird das Schadstoffmobil öfter als bisher vor Ort sein. 

 Der Wertstoffhof Copitz im Überblick: Die Anlage schließt eine Lücke im Netz der Abfall-Annahmestellen. 
 Der Wertstoffhof Copitz im Überblick: Die Anlage schließt eine Lücke im Netz der Abfall-Annahmestellen.  © Daniel Schäfer

Zum anderen hat der ZAOE in Copitz ein weiteres Behälterlager in Betrieb genommen. Bereits im Herbst 2018 hatte der Zweckverband das sogenannte Behältermanagement wieder selbst übernommen, sämtliche Abfallbehälter im Verbandsgebiet gingen in das Eigentum des ZAOE über. Damit entfällt künftig der umfangreiche und für Verbraucher oft nervige Behältertausch, wenn die Entsorger wechseln. Drei Mitarbeiter kümmern sich darum, dass die Tonnen, mit den entsprechenden Transpondern versehen, von Copitz aus je nach Bedarf verteilt, kaputte Behälter ausgetauscht und nicht mehr benötigte Mülltonnen abgeholt werden. Damit der Behälterdienst bei jedem Wetter arbeiten kann, gibt es eine große Halle als Unterschlupf.

Und schon bald ist der Wertstoffhof nicht mehr allein. Nach Aussage von Christian Flörke, Chef der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP), gebe es eine große Nachfrage nach Flächen im Gewerbegebiet Copitz-Nord, das hauptsächlich für kleine und mittelständische Unternehmen konzipiert ist. Das Areal umfasst eine Netto-Fläche von 6,6 Hektar, davon seien 4,5 Hektar bereits verkauft, mehrere Kaufverträge wurden erst kürzlich beurkundet. Die restlichen Flächen – bis auf eine kleine – werden derzeit vermarktet. Bleibe die Nachfrage weiter so hoch, sagt Flörke, dann laufe es in Pirna langsam auf einen Gewerbeflächen-Engpass hinaus. Denn sowohl im Gewerbegebiet „An der Elbe“ an der Fabrikstraße als auch im Gewerbegebiet auf dem Sonnenstein gebe es derzeit jeweils nur noch ein freies Grundstück.

Wertstoffhof-Service

Adresse: Wertstoffhof Pirna-Copitz, Nordstraße 5, Pirna

Öffnungszeiten: montags, mittwochs und freitags jeweils von 13 bis 18, sonnabends 8 bis 12 Uhr

Kostenfreie Annahme: Metallabfälle, Kunststoffabfälle (Schüsseln, Eimer etc.), Glasabfälle, Papier und Pappe, Bekleidung, Elektroaltgeräte, Energiesparlampen, Altbatterien, Sperrmüll bis drei Kubikmeter (gegen Abgabe der Sperrmüllkarte)

Kostenpflichtige Annahme: Grünabfälle bis maximal ein Kubikmeter (drei Euro), Altreifen (zwei Euro/Stück ohne Felge, 3,35 Euro/Stück mit Felge), Abbruchabfälle (Fliesen, Ziegel, Putz etc.) bis max. 0,5 Kubikmeter 14 Euro, Bauabfälle (Fenster, Türen, Rohre etc.) bis max. 0,5 Kubikmeter 39 Euro

Quelle: ZAOE

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