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Warum Aldi noch nicht bauen kann

Seit fast drei Jahren steht der Discounter in den Startlöchern. Ob er das Weihnachtsgeschäft 2020 schon am neuen Standort mitnehmen kann, ist ungewiss.

Neben dem Rewe an der Umgehungsstraße in Leisnig soll ein Aldi-Markt entstehen. Gebaut wird möglicherweise im Sommer 2020.
Neben dem Rewe an der Umgehungsstraße in Leisnig soll ein Aldi-Markt entstehen. Gebaut wird möglicherweise im Sommer 2020. © Lars Halbauer

Leisnig. Es gibt offenbar zwei Gründe, weshalb sich die Neuansiedlung von Aldi auf dem Gelände neben dem Rewe-Markt an der Umgehungsstraße in Leisnig derart in die Länge zieht. 

Zum einen muss die Kommune den Bebauungsplan für die Fläche im Gewerbegebiet Nordwest überarbeiten lassen. Das dauert. Unter anderem sollen die Pläne jetzt geteilt werden, damit die Immissionswerte auf jeden Fall einzuhalten sind. Aber auch dafür sind noch Untersuchungen nötig, wie Bauamtsleiter Thomas Schröder den Stadträten jetzt sagte.

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Zum anderen ist mehr Zeit verstrichen, weil die Nachbarstadt Hartha gegen die Pläne Einspruch erhoben hat. „Weil sie befürchtet, dass Kaufkraft abgezogen wird“, erkärte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) im Nachgang der Ratssitzung. Dass das in Größenordnung nicht passieren werde, das würden die Untersuchungen des nun vorliegenden Einzelhandelskonzeptes für die Stadt Leisnig aussagen. Auch das wurde den Stadträten in der konstituierenden Sitzung vorgestellt.

An der Änderung des Bebauungsplanes muss nun weiter gearbeitet werden. „Parallel dazu kann Aldi schon den Bauantrag für den Neubau des Marktes stellen. Das ist möglich und zulässig“, so der Rathauschef. Für ihn sei vorstellbar, dass im März/April Baurecht geschaffen sein und über den Sommer nächsten Jahres gebaut werden könnte. „Ob Aldi dann allerdings schon das Weihnachtsgeschäft 2020 oder erst das Ostergeschäft 2021 am neuen Standort mitnehmen kann, das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen“, so der Bürgermeister.

„Wir sind bereit, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind“, das sagte Marco Krahl, Leiter Immobilien und Expansion bei der Aldi Immobilienverwaltung dem DA schon im Frühsommer 2017. Wie er darlegte, will Aldi einen Markt auf technisch aktuellstem Stand errichten. Das bedeute unter anderem, dass LED-Technik zum Einsatz kommt, eine Photovoltaikanlage und eine CO2-Integralanlage errichtet werden. Letzte ermöglicht, dass die Abwärme der Kühlmöbel zum Heizen genutzt werden kann, erklärte Krahl. Unter Einbeziehung weiterer Technik sei es dann möglich, den Markt an sonnigen Tagen autark zu betreiben.

Bei gleichem Sortiment soll der neue Aldi aber auch mehr Verkaufskultur bieten: breitere Gänge, moderne Regaltechnik, viel Glas. Solange das alles nicht an der Umgehungsstraße direkt neben dem Rewe-Markt steht, betreibt der Discounter in Leisnig nach wie vor seinen Markt an der Colditzer Straße. Aldi versichert, dass es für die Kunden keine Einschränkungen gibt.

Ebenfalls auf dem Gelände an der Umgehungsstraße soll nach Angaben des Bürgermeisters noch ein dm-Drogeriemarkt entstehen. Seit der Schlecker-Pleite und der damit verbundenen Schließung der Filiale am Markt 2012 hatte sich die Kommune bemüht, einen neuen Drogeriemarkt für den Standort Leisnig zu begeistern. Gelungen ist das bislang nicht.

Nach dem Umzug von Aldi wird die bisher von dem Discounter genutzte Teilfläche nicht mehr als Einzelhandelsfläche ausgewiesen. Auf diesem Grundstück könnte der Archivdienstleister die letztmögliche Erweiterung am Standort Colditzer Straße nutzen und seine Lagerkapazität erhöhen. Die Kommune sehe den Aufwand, die nötigen Pläne zu ändern, daher auch als ein Stück Wirtschaftsförderung, sagte Bauamtsleiter Thomas Schröder.

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