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Warum Bad Muskau die Verträge für diese Garagen kündigt

Der Gehalm hat große städtebauliche Bedeutung für die Parkstadt. Davon zeugen denkmalgeschützte Scheunen, mit denen die Stadt viel vor hat.

Bisher waren die Scheunen am Gehalm nur Garagen. Doch die Mietverträge sind gekündigt. Geplant sind ihr Erhalt, ihre Sanierung nach historischem Vorbild und auch eine künftige Umnutzung.
Bisher waren die Scheunen am Gehalm nur Garagen. Doch die Mietverträge sind gekündigt. Geplant sind ihr Erhalt, ihre Sanierung nach historischem Vorbild und auch eine künftige Umnutzung. © Rolf Ullmann

Man sieht es den vier Gebäuden, die einst als Möbellager und Garagen genutzt wurden, nicht an, dass sie schützenswerte Stadtgeschichte sind. Doch die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Stadtscheunen mit Brandmauern und Schlackesteinen am Gehalm, der einstigen Neustadt, dienten ursprünglich der Lagerung von Heu und Stroh, das entweder für die bäuerliche Viehhaltung verwendet oder als Verpackungsmaterial für die Produkte der vielen Töpfereien und Glashütten der Stadt und des Umlandes genutzt wurde. Inzwischen sind die Scheunen denkmalgeschützt. Um sie zu erhalten und irgendwann neu nutzen zu können, stellte die Stadt Bad Muskau gemeinsam mit der Nachbarkommune Krauschwitz 2018 beim sächsischen Förderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ (KSP) einen Antrag – und wurde berücksichtigt.

Mit dem Geld aus dem Programm können die Scheunen erst einmal vor dem Verfall gerettet werden. Bis zum großen Ziel, sie irgendwann nach historischem Vorbild wieder präsentieren zu können, dauert es jedoch noch. „Es gibt viele Ideen der künftigen Nutzung. Doch die zuvor erforderliche Sanierung hängt von unserer finanziellen Situation ab“, erklärt Bürgermeister Thomas Krahl. Immerhin muss Bad Muskau auch beim Förderprogramm ein Drittel der Kosten tragen. „Wichtig ist daher, dass wir erst einmal die Bausubstanz sichern.“

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Planung wird öffentlich vorgestellt

Laut Projektbetreuerin Christine Huschto von der Stadtverwaltung seien die Nutzungsverträge aller vier in Stadteigentum befindlichen Scheunen bereits gekündigt; im Vorfeld sind Begehungen erfolgt und offene Fragen mit Mietern und Anwohnern geklärt worden. „Noch dieses Jahr soll der Start der Instandsetzung am Gehalm erfolgen“, so Huschto. Laut ihrer Aussage sei bereits der Grünbewuchs beseitigt und somit freies Baufeld geschaffen worden, um die Scheunen begehbar machen und Dächer sanieren zu können. „Das wurde nur möglich durch die Bereitschaft zwei angrenzender Eigentümer, bei denen wir uns als Stadt für die Unterstützung bedanken.“

Wie Christine Huschto weiter erklärt, erfolge die Vorstellung der Entwurfsplanung für die Stadtscheunen in der öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses am 4. Juni 2020. „Da wird auch das geplante Nutzungskonzept vorgestellt.“Die künftige Nutzung der Scheunen ist insofern von großer Bedeutung, weil sich die Stadt zwar einerseits seit vielen Jahren um die Umgestaltung des Gehalms und den Erhalt seiner historischen Bausubstanz bemüht, sich andererseits eine Scheunennutzung aber nicht als Belastung für Anwohner oder Nutzer des dortigen Spielplatzes erweisen darf. 

Apropos Spielplatz am Gehalm: Auch er soll, so die bisherigen Pläne, teilweise abgerissen und zum Mehrgenerationenplatz umgestaltet werden. Laut Bürgermeister bleibt nur das vor zwei Jahren eingeweihte Großspielgerät stehen.Noch nicht ganz so weit ist man hinsichtlich der Sanierung der großen Scheune hinterm Kino. Der Auftrag für die Objektplanung ist zwar erteilt und bis Ende Juli soll die Entwurfsplanung vorliegen. Erst dann ist klar, was das Vorhaben kostet und wann es startet. Fest steht dagegen, dass diese Scheune zur Nutzung als Gemeinbedarfseinrichtung für den Bauhof saniert werden soll. „Geplant sind Abstell- und Lagerflächen für den Bauhof Bad Muskau und Krauschwitz sowie ein Ausstellungsraum zur Geschichte der Keramik-Industrie in Bad Muskau“, weiß Huschto.

Beraten wird am 4. Juni

Öffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses Bad Muskau: 4. Juni, 18.30 Uhr im Sitzungssaal im Rathaus; Themen sind auch der Gehalm und die Straßenbaumaßnahme Kirchplatz. Bürgerteilnahmen sind unter Einhaltung der Schutzregeln und der Platzkapazität möglich.

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