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Warum Bannewitz eine neue Kita braucht

Über zu wenig Nachwuchs können die Bannewitzer nicht klagen. Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb investiert werden muss.

Kinder, Kinder. Die Kitas in Bannewitz sind voll ausgelastet. Deshalb braucht es schon wieder einen Neubau.
Kinder, Kinder. Die Kitas in Bannewitz sind voll ausgelastet. Deshalb braucht es schon wieder einen Neubau. © Monika Skolimowska/dpa (Symbolbild)

Bannewitz ist bei Familien beliebt. 575 Kinder besuchen derzeit eine der acht Kindertagesstätten in der Gemeinde oder werden dort von einer der aktuell neun Tagespflegepersonen betreut (Stand: Juni 2019). In den beiden Horten in Possendorf und Bannewitz sind es 434 Kinder. Das ist längst nicht alles. Während davon 27 Kinder aus anderen Kommunen kommen, werden insgesamt 145 Kinder in Kitas und Horten außerhalb der Gemeinde betreut. Damit Bannewitz in Zukunft allen Eltern dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr ihres Kindes gerecht werden kann, müssen ab diesem Sommer weitere Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen werden. Das ergibt jetzt eine Bedarfsanalyse der Gemeinde.

Obwohl die Kita Kirschallee des freien Trägers Thüringer Sozialakademie derzeit bereits um zusätzlich 45 Betreuungsplätze erweitert wird, braucht Bannewitz schon wieder eine neue Kindertagesstätte. Die Gemeinde plant mit einem Neubau, der Platz für 72 Krippen- und Kindergartenkinder schafft. Ein entsprechender Bedarf sei bereits an das Landratsamt gemeldet worden. Knapp zwei Millionen Euro würde die neue Kita in Bannewitz kosten. Da im aktuellen Etat der Gemeinde für eine solche Investition kein Geld eingeplant ist, müsse der Gemeinderat demnächst entscheiden, wie der Neubau aussehen kann. Möglich wären laut Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) Container, die relativ zügig errichtet und gegebenenfalls - wenn sich der Betreuungsbedarf entspannt - wieder abgebaut werden könnten. Mit einer solchen Variante behalf sich die Gemeinde vor Jahren in Possendorf. Mittlerweile sind die dortigen Container ein fester Bestandteil der Kinderbetreuung. Deshalb muss die Gemeinde in neue Betreuungsangebote investieren:

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Fakt 1: Der Babyboom hält an

Über mangelnden Nachwuchs können sich die Bannewitzer nicht beklagen. Rückblickend sind schuljahresbezogen 2018/19 immerhin 103 Kinder in der Gemeinde geboren worden. Mehr Kinder gab es lediglich in den Schuljahren 2010/11 mit 106 und 2013/14 mit 107 Kindern. Um den Betreuungsbedarf planen zu können, rechnet die Gemeinde künftig mit 102 Neugeborenen pro Jahr. 

Abgesehen von den Kita-Plätzen will die Gemeinde auch in Zukunft zehn Tagesmütter/-väter vorhalten. Diese sollen zwei vollständige Vertretungskreise bilden. Seit September 2014 wird das sogenannte Vertretungsmodell 4+1 in Bannewitz praktiziert. Das heißt, jede Tagesmutter beziehungsweise jeder Tagesvater betreut regulär nur vier Kinder und hat damit freie Kapazitäten bei Urlaub oder Krankheit eines Kollegen. Da derzeit eine Tagespflegeperson gesucht wird und es daher nur neun von zehn Angeboten in der Kindertagespflege gibt, existieren auch hier Engpässe.

Fakt 2: Neue Baugebiete werden bezogen

Das neue Wohngebiet im Eckfeld von B 170 und Boderitzer Straße ist die größte neue Siedlung, welche die Gemeinde in den vergangenen Jahren zu Wachstum verholfen hat. 67 Eigenheime wurden hier gebaut, außerdem vier Mehrfamilienhäuser mit 32 neuen Mietwohnungen. Allein aus diesem Wohngebiet sind bei der Gemeinde 44 Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren gemeldet. 

Weitere Baugebiete sind bereits geplant, die auch jüngst im Flächennutzungsplan der Gemeinde festgeschrieben wurden. Am Gartenweg und an der alten Staatsstraße in Goppeln sollen ab kommendem Jahr insgesamt 22 Einfamilienhäuser gebaut werden. Im Ortsteil Wilmsdorf wird zwischen der Adolf-Kalwac-Straße und dem Poisenblick Platz für sieben Einfamilienhäuser. Neue Familien wird es auch nach Possendorf ziehen. An der Rippiener Straße sind ab kommendem Jahr 25 neue Eigenheime geplant. Die ersten Mieter sind auch schon in die ehemalige Hutfabrik an der August-Bebel-Straße in Bannewitz eingezogen, die derzeit zum Wohnen hergerichtet wird. 39 Unterkünfte werden dort momentan geschaffen. 

Fakt 3: Der Bedarf in Hort und Schule steigt

Mehr Kinder in den Kindertagesstätten bedeutet auch mehr Platzbedarf in den Schulen sowie im Hort. Jedem Kind, das in Bannewitz oder Possendorf die Grundschule besucht, soll in Zukunft auch ein Hortplatz zur Verfügung stehen. Vor allem für die Einrichtung in Bannewitz steigt der Bedarf. 244 Kinder besuchen dort zurzeit die Grundschule. Bis zum Schuljahr 2023/24 rechnet die Gemeinde damit, dass der Bedarf auf 311 Hortplätze steigt. Auch in der Schule selbst werden künftig mehr Kapazitäten benötigt. Aus diesem Grund investiert die Gemeinde bereits in den Bannewitzer Schulstandort. Während sich für die Oberschüler bereits mit dem neuen Fachkabinett im Anbau die Lernbedingungen verbessert haben, soll es auch für die Grundschüler künftig mehr Platz geben. Dies wird auch nötig sein. Damit künftig alle ABC-Schützen die Schulbank drücken können, wird es ab dem kommenden Schuljahr erstmals vier erste Klassen an der Bannewitzer Grundschule geben.

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