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Warum bei Korch zwölf Kunden mitreden dürfen

Seit einem Jahr gibt es einen Kundenbeirat. Und der macht mehr, als nur zu verkosten.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Das klingt nach einem echten Traum-job: Verkoster bei Korch! „Na ja, es gehört aber noch eine Menge mehr dazu, als zu verkosten“, bremst Bernd Wendler allzu große Sprünge der Fantasie. Und ein Job, sagt er dann, sei das Ganze auch nicht. Bernd Wendler war 16 Jahre lang Verkaufsleiter in der Fleisch- und Wurstwaren Korch am Radeberger Stadtrand und ist seit seinem Gang in den Vorruhestand nun Koordinator für den neuen ehrenamtlichen Kundenbeirat des Unternehmens. Seit einem Jahr gibt es den nun schon, „und es ist eine echte Erfolgsgeschichte“, freut sich Bernd Wendler. Und –  natürlich –  dürfen die Aktiven auch reichlich verkosten …

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Viermal pro Jahr treffen sich die insgesamt zwölf Mitstreiter des Kundenbeirats auf dem Firmengelände an der Großröhrsdorfer Straße. Dann packt Bernd Wendler zwölf rote Kühltaschen – gefüllt mit neuen Produkten, „aber auch mit Mustern von Erzeugnissen, an denen noch gearbeitet wird“, verrät er. Die Kühltaschen gibt’s dann mit auf den Heimweg, „und anschließend bewerten die Kundenbeiräte das Ganze nach Geschmack, Aussehen und auch nach Verpackung“, beschreibt Bernd Wendler. Doch bevor gekostet wird, wird erst mal geredet. Über Probleme, die der Kundenbeirat zum Beispiel in einigen der 25 Verkaufsfilialen sieht oder über Wünsche nach neuen Produkten. Oder auch über Vorschläge, was Korch unbedingt mal ausprobieren sollte. „Der Kundenbeirat ist ein wunderbares Spiegelbild, das uns gegen Betriebsblindheit hilft“, beschreibt Bernd Wendler. „Wir bekommen da wirklich sehr, sehr gute Impulse, um zu sehen, ob wir in Sachen Kundenwünsche und Geschmack auf dem Laufenden sind.“

Die Idee, einen solchen Kundenbeirat ins Leben zu rufen, war dabei nicht wirklich neu. „Andere große Konzerne, nicht nur beim Thema Fleisch- und Wurstwaren, haben das ja bereits vorgemacht“, gibt Bernd Wendler unumwunden zu. „Aber warum soll man gute Ideen, nicht einfach auch für sich nutzen?“, findet der Radeberger. Also veröffentlichte das Unternehmen Korch in der in den Filialen ausliegenden Kundenzeitschrift einen Aufruf, dass sich Interessierte für einen Korch-Kundenbeirat melden können. Das Interesse war jedenfalls groß – und so gibt es nun seit einem Jahr den zwölfköpfigen Beirat. Zusammengesetzt aus allen Altersgruppen, neun Männer, drei Frauen. „Und das Fazit nach einem Jahr fällt wirklich sehr, sehr positiv aus“, stellt Bernd Wendler klar.

Vor allem freut sich der Kundenbeirats-Koordinator darüber, „dass sich hier Leute gefunden haben, die sich auch wirklich trauen, durchaus mal kritisch zu sein – sonst funktioniert das auch nicht“. So kommt es schon mal vor, beschreibt Bernd Wendler, „dass bei einer Verkostung ein Produktmuster auch mal durchfällt“. Da beispielsweise auch eine junge Mutter mit zum Beirat gehört, „sagt sie uns schon mal, dass etwas für Kinder zu scharf gewürzt ist“. Genau das, sagt Bernd Wendler, sei ja auch Ziel, nämlich herauszufinden, ob Produkte den Geschmack der Käufer treffen.

Dazu werden auch regelmäßig sogenannte Blindverkostungen organisiert. Der Kundenbeirat bekommt dann Produkte verschiedener Hersteller vorgelegt, auch von Korch, und muss dann anhand einer Bewertungsliste Geschmack, Geruch und Aussehen beurteilen. „Das ist für uns immer sehr aufschlussreich“, verdeutlicht Bernd Wendler. Und freut sich schon aufs nächste Mal, wenn er wieder die zwölf roten Kühltaschen packen kann …

www.original-radeberger.de