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Warum bleibt Baustellen-Ampel aus?

Für den Abriss der beiden Häuser an der Bebelstraße im Zentrum von Radeberg war eigentlich eine Sperrung geplant. Die bleibt bisher aus.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Nun gut, wirklich vermissen dürften die Autofahrer die Baustellenampel wohl nicht. Aber sie wundern sich zumindest. Darüber nämlich, dass an den beiden Abrisshäusern an der vielbefahrenen Bebelstraße in Radeberg zwar gebaggert wird, aber die dafür eigentlich ins Auge gefasste halbseitige Sperrung samt Ampelregelung nur ein paar wenige Tage für Stau sorgte – und nun die Ampeln ausbleiben. Der Verkehr rollt damit ungehindert.

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Nachdem zunächst die Wasser- und Stromleitungen für die Bebelstraße 3 und 5 gekappt wurden – und dafür die Straße halbseitig gesperrt werden musste – sind nun zunächst Räumarbeiten im hinteren Bereich der Fläche und jetzt auch in den Häusern selbst zu erledigen. Es türmte sich letztlich doch eine schier unglaubliche Menge Müll und Abfall in den Schuppen und Kellern, die zunächst entsorgt werden mussten und noch müssen. Ist das erledigt, geht es tatsächlich an den eigentlichen Abriss. Die Schuppengebäude nahe der Röder sind zum Teil schon verschwunden, aber die beiden wuchtigen Häuser an der wichtigen Ortsdurchfahrt können eben erst jetzt Schritt für Schritt entkernt werden, bevor dann tatsächlich die Abrissbagger „knabbern“ werden. Dann, so Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert, wird auch die notwendige halbseitige Sperrung wieder in Kraft treten. Wann das genau sein wird, ist derzeit noch offen, „wir werden natürlich rechtzeitig informieren“, sagt er. Bis dahin rollt der Verkehr quasi sorgenfrei. Die für den Abriss verlegten Bushaltestellen bleiben allerdings an ihren Interims-Standorten – der Aufwand, sie sozusagen hin- und herzuverlegen, wäre einfach zu groß.

Um den Abriss der beiden Häuser an der Bebelstraße gegenüber des Biertheaters war ja bekanntlich in den vergangenen Monaten hitzig gestritten worden. Es gab auch Stimmen in Radeberg, die einen Erhalt und einen Verkauf an Investoren für richtig gehalten hätten. Doch der Stadtrat entschied sich anders. Zum einen, weil eine Sanierung aus Sicht der Stadt nur Sinn gemacht hätte, wenn neben den beiden einzeln stehenden – und zudem wirklich abrissreifen – Gebäuden eine Gesamt-Straßenfront gewachsen wäre. Zum anderen sollen die beiden morschen Häuser dem Projekt „Grünes Band“ Platz machen. Das Röder-Ufer soll erlebbar werden. An der Bebelstraße ist neben einem Uferweg auch ein Strandbereich mit Spielmöglichkeiten geplant.