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Zittau

Warum das Museum teurer wird

Für die Instandsetzung des Nordböhmischen Museums in Liberec ist mehr Geld nötig, als gedacht. Über fünf Millionen Euro fließen in die Sanierung.

Das Nordböhmische Museum in Liberec ist bis September 2020 wegen Sanierung geschlossen.
Das Nordböhmische Museum in Liberec ist bis September 2020 wegen Sanierung geschlossen. © Liberecky kraj

Bis zum Herbst 2020 bleibt das Nordböhmische Museum in Liberec (Reichenberg) wegen einer kompletten Runderneuerung geschlossen. Das wird ein teures Vorhaben, wie die Stadt jetzt mitgeteilt hat. 

Die geplanten Kosten für die Sanierung des historischen Gebäudes und die Vorbereitung von neuen Ausstellungen seien von geplanten 99 Millionen Kronen auf 135 Millionen Kronen, umgerechnet 5,4 Millionen Euro, gestiegen, wie Květa Vinklátová, die Kreisratsherrin, die Sächsische Zeitung auf Nachfrage informierte. Sie ist für das Kulturresort in Liberec verantwortlich.

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"Der Grund für die Mehrkosten ist der erst jetzt entdeckte schlechte Zustand des Gebäudes", erklärte sie. Die Region Liberec (Liberecký kraj) erhielt für die Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes insgesamt 89,5 Millionen Kronen von der EU. Die neue Ausstellungsausstattung – Vitrinen und Tafeln – kosten mehr als 32 Millionen Kronen (1,2 Millionen Euro). Die Sanierung sollte ursprünglich dieses Jahr enden, nun ist aber klar, dass die Bauleute bis September 2020 im Museum bleiben werden. Es sei einfach viel zu viel zu tun, dafür reiche die angedacht kurze Bauzeit nicht aus.

Das Nordböhmische Museum in Reichenberg wurde 1873 als "Nordböhmisches Gewerbemuseum" in der damals mehrheitlich von Deutschen bewohnten Stadt gegründet und hatte zunächst einen kunstgewerblichen Charakter. Das heutige Gebäude wurde 1897 und 1898 nach dem Entwurf von Friedrich Ohmann (1858 bis 1927) gebaut. Ohmann war ein österreichischer Architekt. Mehrere Jahre war er als Professor an der Kunstgewerbeschule in Prag tätig. Für das Nordböhmische Museum gab es einen Preis in einem Wettbewerb. 

Allerdings wurde es nach einem von anderen Architekten überarbeiteten Entwurf errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Programm des Museums um heimatkundliche Aspekte erweitert und umfasst nun auch regionale Naturwissenschaft, Archäologie und Geschichte. Mit seinen Sammlungen gehört das Museum zu den größten in Tschechien.

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