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Großenhain

Warum der Mensch den Hunden gleicht

Immer schön der Nase nach, so erschließt sich ein neuer Krimi der Berlinerin Anne von Vaszary. Den stellte sie in ihrer Geburtsstadt Großenhain vor. Darin bekennt sich die Autorin zu einer verblüffenden Theorie.

Anne von Vaszary in der Großenhainer Bücherei.
Anne von Vaszary in der Großenhainer Bücherei. © Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Die Schwangerschaft mit Sohn Vincent vor zwölf Jahren gab den Ausschlag. Da hatte die aus Großenhain stammende Autorin Anne von Vaszary selbst diese Gabe des ausgeprägten Geruchssinns. Nach ihrem Erstlingswerk "Rock mich" 2007  suchte sie eine neue Geschichte, und kam so auf die Idee für "Die Schnüfflerin". Ganz aktuell zu Jahresbeginn erschien dieser Kriminalroman bei Knaur.

 Nach zwei Lesungen in Berlin war nun Großenhain die dritte Station mit einer Leseprobe. Viele Familienmitglieder, Jugend- und Schulfreunde waren in die Karl-Preusker-Bücherei gekommen, der Veranstaltungssaal sehr gut gefüllt. 

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Die Zuhörer erfuhren nicht nur, dass die Autorin hier in der Bibliothek in der ersten Klasse ihre Liebe zu Geschichten entdeckt hat. Sie bekamen aus erster Hand auch so manche Hintergrundinformation über Vaszarys Recherchen zu dem Kriminalroman. 

Vor über zehn Jahren gab es demnach in Berlin noch eine Hotline für Autoren zur Arbeit der Polizei. Anne von Vaszary rief dort an und konnte sich von einem Kriminalkommissar zeigen lassen, wie es an Tatorten riecht.  Denn nach ihrer Schwangerschaft hatte ihre eigene Geruchsempfindlichkeit leider schlagartig nachgelassen, wie sie schildert. 

Sehr zum Nachteil für ihre Arbeit an "Die Schnüfflerin". "Doch die Figur kann nicht immer schwanger werden, wenn ich weitere Geschichten schreiben will", erklärt Anne von Vaszary über ihre Romanheldin Nina Buck. Die gerät als Hauptverdächtige in einen Mordfall und hilft ihn, dank ihrer Fähigkeit, zu lösen.

 Humorvoll, spannend und teilweise erklärend beschreibt die Autorin, wie ihre Figur gemeinsam mit einem Ex-Hundestaffel-Kommissar den unblutigen Anschlag aufklärt. Dieser Kommissar Koller wird von seinen Kollegen Kommissar Rex genannt, denn er hatte einen Spürhund, den sie Sherlock nannten.

Mit Kommissar Koller kommt Hauptfigur Nina Buck auf den Vergleich Mensch-Hund, und dass Menschen einem Hundetyp entsprechen. Danach befragt ist auch Autorin von Vaszary der Meinung, dass jeder Mensch charakterlich einer Hunderasse ähnelt. "Diese Theorie stimmt zu 100 Prozent, das drängt sich einem direkt auf", sagt sie. 

So suchen sich Hundebesitzer natürlich eher Tiere aus, die zu ihnen passen. Anne von Vaszary hat vermutlich in der Kindheit gern mit einem Labrador der Nachbarin gespielt, denn das legt sie ihrer Romanheldin in den Mund. 

Um Kindheit geht es auch bei den Gerüchen. Da gibt es immer einen Zusammenhang mit Erinnerungen, meint die Autorin und empfiehlt daher ihren Lesern und Zuhörern: "Lassen Sie sich auf Gerüche ein!" Ihre Hauptfigur Nina will ihre Gabe der Geruchserkennung aber lieber wieder ablegen.

 Doch die Berliner Autorin ist mit dieser Superheldensache mittlerweile so sehr verwoben, dass sie eine Fortsetzung von "Die Schnüfflerin" plant. Sie besucht mittlerweile Fortbildungen bei Geruchsdesignern: als "Schnupperkurse" bei Weinsommeliers, Käsespezialisten, Parfümeuren. 

Dazu hat sie auch umständlich wieder Kontakt gefunden mit dem Kriminalkommissar von der inzwischen abgewickelten Berliner Autorenhotline. Anne von Vaszary: "Er ist jetzt Stabschef des Landeskriminalamtes Berlin." 

Er hätte nicht nur den jetzt vorliegenden Krimi im Urlaub auf fachliche Richtigkeit gelesen, sondern habe ihr auch seine weitere Hilfe zugesagt. Ein Glücksfall für die Krimischreiberin.

www.die schnuefflerin.de; www.annevonvaszary.de 

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