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Warum der Sportverein weiter wächst

Seit er acht Jahre alt ist, gehört Sport zu Wilfried Adolphs Leben. Das bleibt so. Der 71-Jährige  leitet Roßweins größten Verein.

Von Heike Stumpf

Sie sind selten geworden: Vereine, die sich nicht über einen immer kleiner werdenden Mitgliederstamm beklagen. Der Roßweiner Sportverein (SV) ist einer von ihnen. In den vergangenen beiden Jahren verzeichneten die zehn Abteilungen einen Zuwachs von 52 Mitgliedern. Präsident Wilfried Adolph hat sich dafür zwei Erklärungen parat gelegt.

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Zum einen schreibt er die positive Entwicklung den Angeboten zu: „Was wir als relativ kleine Stadt mit mehreren Sporthallen und Sportplätzen sowie Schwimmhalle und Freibad für Möglichkeiten haben, ist großartig.“ Leider wüssten das nur die wenigsten zu schätzen. Zum anderen findet er, dass der Mitgliederzuwachs auf eine gute Vereinsarbeit zurückgeht. „Wir sind offenbar ein verlässlicher Partner“, urteilt der Präsident des Roßweiner SV. Dabei will er sich selbst gar nicht so im Mittelpunkt sehen: „Das ist Teamarbeit. Es gibt treue Sponsoren und viele tatkräftige Helfer, ohne die wir nicht so arbeiten könnten, wie wir es tun.“

Trotzdem: Die Mitgliederschaft scheint auch mit dem zufrieden zu sein, was der Vorstand abliefert, wie Wilfried Adolph den Verein leitet. Seit fast zehn Jahren steht er an der Spitze der Sportler, bis 2016 wird er dies jetzt mindestens noch tun. Bei der Wahl sind der Vorsitzende und die meisten übrigen Mitglieder bestätigt worden. Neu in den Vorstand ist Boxtrainer Tobias Hinke gewählt worden.

Für die Zukunft wünscht sich Adolph, dass die Kicker zum Saisonende alle Kraftreserven motivieren und den Erhalt in der Kreisoberliga schaffen. Darüber hinaus ist es ein Wunsch des Präsidenten, dass der Verein in der Lage bleibt, alle Objekte, die er nutzt, zu erhalten. Einiges wie das Vereinsheim auf dem Sportplatz an der Haßlauer Straße hat schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel und ist häufiger instand gesetzt worden. „Doch manchem Sportler genügt das nicht“, sagt der Vereinschef, der sich deswegen ab und an Klagen anhört. Für ihn jedoch ist es das Wichtigste, dass zum Beispiel die Umkleide- und Sanitärräume sauber sind. „Goldene Wasserhähne, die brauchen wir nicht.“ Auch sonst bleibt Adolph mit Forderungen auf dem Boden. Von der „großen“ Politik wünscht er sich, dass diese mehr oder überhaupt auf die Basis schaut. „Es ist jedes Mal ein Kampf, geeignete Unterstützung für die Vereinsarbeit zu bekommen. Das, was beschlossen wird, geht vollkommen an dem vorbei, was gebraucht wird“, kritisiert der Präsident.

Ihm liegt der Erhalt der Sportanlagen auch deshalb am Herzen, weil er manches mit aufgebaut hat. Seit seinem achten Lebensjahr ist er dem Sport verbunden. So lange schon hält er auch dem Verein – zunächst als Fortschritt und später als BSG – die Treue. Nur zehn Jahre war der gelernte Schuhmacher, der später die Jugendmode-Produktion in Döbeln geleitet hat, der Arbeit wegen nicht so stark im Vereinsvorstand aktiv wie vor der Wende und seit seinem Renteneintritt. Ein Leben ohne den Sport kann sich Adolf nicht vorstellen – noch nicht. Die Leitung der Abteilung Fußball hat er schon abgegeben. Das hat er auch mit seinem Ehrenamt als Chef einer Gartengruppe vor.