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Warum die Stadt an der Mulde Bäume fällt

Die Stadtgärtner machen Platz für den neuen Weg an der Mulde. Das sehen nicht alle gern.

Von Jens Hoyer

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

In diesem Jahr soll nun der Fußweg zwischen Oberbrücke und Staupitzsteg gebaut werden. In der vergangenen Woche hatte der Bauhof auf dem Baufeld entlang der Mulde aufgeräumt. Äste, die von den Bäumen abzubrechen drohten, wurden von den Stadtgärtnern herausgesagt. Vier Bäume, die im Baufeld standen, wurden gefällt. Wobei mindestens einer schon sehr marode war. Auch eine Linde direkt am Muldenufer stellte sich bei näherer Betrachtung als sehr krank heraus. Irgendwann war ein Blitz eingeschlagen und hatte die Rinde aufgerissen. Durch den schmalen Spalt sah man in einen völlig hohlen Stamm. Zu gefährlich, um am künftigen neuen Flanierweg zu stehen.

Rosmarie Semkowsky, die gleich gegenüber an der Staupitzstraße wohnt, hatte die Baufällarbeiten mit wachsenden Unbehagen beobachtet. „Es gibt immer weniger Grün in Döbeln“, meinte sie. Hinter dem ehemaligen Hotel Goldne Sonne waren in der jüngeren Vergangenheit schon eine ganze Reihe von Bäumen entfernt worden, um Platz für Parkplätze zu machen. Auch entlang der Flutmulde wurden Bäume für die Ausbauarbeiten am Fluss gefällt. An der Sörmitzer Straße waren Gärten abgeholzt worden, um Platz für Parkplätze fürs Krankenhaus zu machen. „Ich verstehe nicht, warum man die Stadt so entlaubt“, sagte die Seniorin.

Allerdings erschließt die Stadt mit dem geplanten Weg für die Döbelner ein sehr idyllisches Plätzchen. Pläne für einen Weg zwischen Oberbrücke und Staupitzsteg gibt es schon seit 1990. Die Stadt hatte seitdem die dafür benötigten Grundstücke erworben – zuletzt vor reichlich zwei Jahren ein Gartengrundstück in der Nähe des Stegs. Die neue Verbindung ist auch im Radwegekonzept der Stadt eingeplant. Finanziert werden soll das Vorhaben noch mit Geld, das für die Stadtsanierung vorgesehen ist – das Sanierungsgebiet wird voraussichtlich Ende des Jahres eingestellt. Wann mit den Bauarbeiten begonnen wird, ist indes noch nicht klar. Derzeit laufen die Planungen für das Vorhaben, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher. Es seien noch Abstimmungen unter anderem mit der Unteren Wasserbehörde und der Landestalsperrenverwaltung nötig.

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