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Bischofswerda

Warum dieser Wohnblock weg muss

Die Stadt Bischofswerda und die Wohnungswirtschaft tauschen Grundstücke – um zwei Bauvorhaben zu ermöglichen.

Der Wohnblock am Lärchenweg 5 bis 8 in Großdrebnitz wird abgerissen. Dort und auf einem Teil der angrenzenden Wiese entsteht das neue Feuerwehrgerätehaus. Der zweite Block der Wohnungswirtschaft und Bau GmbH im Bischofswerdaer Ortsteil bleibt stehen und w
Der Wohnblock am Lärchenweg 5 bis 8 in Großdrebnitz wird abgerissen. Dort und auf einem Teil der angrenzenden Wiese entsteht das neue Feuerwehrgerätehaus. Der zweite Block der Wohnungswirtschaft und Bau GmbH im Bischofswerdaer Ortsteil bleibt stehen und w © Steffen Unger

Großdrebnitz. Die Geheimniskrämerei der Stadtverwaltung Bischofswerda um den Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in Großdrebnitz hat ein Ende. Noch im März verwies Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) eine entsprechende Anfrage des aus Goldbach stammenden Stadtrates Gernot Müller (CDU) in den nichtöffentlichen Teil einer Sitzung des Stadtratsausschusses für Technik und Wirtschaft (ATW). Jetzt darf es endlich auch die Öffentlichkeit wissen: Das Gerätehaus samt den dazu gehörenden Nebenflächen wird am Lärchenweg gebaut. Dort, wo zurzeit noch der inzwischen leer gezogene Wohnblock der Wohnungswirtschaft und Bau GmbH (WuB) steht und auf einem Teil der benachbarten Wiese. Die WuB – zu 100 Prozent eine städtische Gesellschaft – gibt ihre Grundstücke an die Stadt ab, damit das Gerätehaus gebaut werden kann. Im Gegenzug übernimmt sie ein 5 670 Quadratmeter großes Grundstück im Bereich von Berg- und Süßmilchstraße in Bischofswerda von der Stadt. Dort will der Bischofswerdas größtes Wohnungsunternehmen einen Eigenheimstandort erschließen. Die Mitglieder des Ausschusses für Technik und Wirtschaft stimmten am Dienstag dem Grundstückstausch einstimmig zu.

Zweieinhalb Millionen für Gerätehaus-Neubau

Nach Angaben der Stadtverwaltung wird der Wert des Grundstückes in Bischofswerda als „Bauerwartungsland“ mit 53 865 Euro angegeben. Die beiden Flächen in Großdrebnitz, die die Stadt übernehmen will, haben zusammen einen Wert von 40 333 Euro. Für die Differenz von 13 532 Euro wird die WuB einen Wertausgleich an die Stadt zahlen. Der Abriss des Gebäudes Lärchenweg 5 bis 8 wird durch das Wohnungsunternehmen realisiert. Die Zufahrtsstraße, die zurzeit noch im Eigentum der WuB ist, soll parallel mit dem Übergang des Besitzes durch die Stadt öffentlich gewidmet werden, heißt es in dem Beschluss des Ausschusses.

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Für den Neubau des Gerätehauses hat die Stadt in ihrem Doppelhaushalt 2019/20 zweieinhalb Millionen Euro eingeplant. Im März vergab der ATW den Planungsauftrag. Baustart soll im Jahr 2020, die Fertigstellung im Folgejahr sein. Bis zum 30. September dieses Jahres muss die Stadt den Fördermittelantrag stellen. Bis dahin müssen die Baupläne vorliegen.

Gegenwärtig nutzen die Großdrebnitzer Feuerwehrleute ein kleines Gebäude in der Ortsmitte unterhalb der Kirche. Dort entsprechen die Dienst- und Sicherheitsbedingungen seit langem nicht mehr den Erfordernissen. Ortswehrleiter Gerolf Marschner sprach in der Vergangenheit wiederholt die unhaltbaren Dienstbedingungen im Stadtrat an.

Aus für weiteren Wohnblock an der Bergstraße

Das zweite Bauvorhaben betrifft die Erschließung eines neuen Wohngebietes im Süden Bischofswerdas. Dort besitzt die städtische WuB bereits Flächen, und sie plant, einen weiteren unsanierten Wohnblock an der Bergstraße abzureißen. Auf der Gesamtfläche, einschließlich den 5 560 Quadratmetern, die das Unternehmen von der Stadt übernimmt, soll ein neuer Wohnpark entstehen. Platz wäre für voraussichtlich 18 bis 22 Einfamilienhäuser bei Grundstücksgrößen zwischen 600 und 700 Quadratmetern. Die WuB habe bereits einen Planer gebunden und bei der Stadt die erforderlichen Anträge gestellt, um Baurecht zu schaffen, hieß es auf der Stadtratssitzung Ende März. Nach den Plänen des Unternehmens soll der Wohnblock bis zum Ende dieses Jahres leer gezogen und im Jahr 2020 abgerissen werden. Er hoffe, dass im nächsten Jahr auch der Eigenheimstandort erschlossen werden kann, sagte WuB-Geschäftsführer Andreas Wendler zur SZ. Dann könnte ab dem Jahr 2021 gebaut werden. Teil seines Vorschlages ist auch die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit acht bis zehn Wohnungen fürs alten- und behindertengerechte Wohnen in diesem Gebiet. Diese werden eine gute Ausstattung und einen entsprechenden Preis haben. Bedarf besteht in Bischofswerda in beiden Fällen. Altengerechter Wohnraum fehlt in der Stadt, zumal der Anteil der betagten Einwohner wächst. Auch bei erschlossenen Flächen für den Wohnungsbau gibt es Nachholebedarf. Bauland, das die Stadt bauwilligen Familien sofort anbieten könnte – aktuell Fehlanzeige.