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Feuilleton

Warum Trümmerfrauen so schöne Kleider trugen

In „Wolfszeit“ wirft Harald Jähner ungewöhnliche Blicke auf das Deutschland der Nachkriegszeit.

Die Trümmerfrau gehört in das Fotoalbum deutscher Geschichte, im Osten wie im Westen.
Die Trümmerfrau gehört in das Fotoalbum deutscher Geschichte, im Osten wie im Westen. © dpa

Wie Jähner versichert, war die Nachkriegszeit „kontroverser, ihr Lebensgefühl offener, ihre Intellektuellen kritischer, ihr Meinungsspektrum breiter, ihre Kunst innovativer, der Alltag widersprüchlicher“, als „die Vorstellung von der Zeitenwende 1968 es bis heute glauben macht“. Nicht alles an Neuem stieß zunächst auf Begeisterung. So merkt Harald Jähner im Zuge der „Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung“ 1946 in Dresden an, dass 65 Prozent der Besucher die Überblicksschau wegen der vielen modernen Werke kritisierten. Vor allem die Jugend zeigte sich unbeeindruckt bis aufgebracht. Aber ein Hunger nach Kunst und Kultur war da, bald ließ man sich beim „Design der Demokratie“ auf neue Wege ein. Stellvertretend dafür, wie sich das Denken dann doch veränderte, steht der Nierentisch. Er wurde (zumindest im Westen) „zum Signum einer ganzen Epoche“, der allerdings „der nächsten Generation gleich wieder Abscheu einflößte“.

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