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Görlitz

Warum Eigentümer Land abtreten sollen

Ein Gehweg entlang der S 125 kann nur gebaut werden, wenn 20 Girbigsdorfer Grundstücksbesitzer mitspielen.

Die Ebersbacher Straße soll saniert werden. Auf der linken Seite ist ein Gehweg geplant. Die Flächen befinden sich in privater Hand. Streifen davon will die Gemeinde kaufen.
Die Ebersbacher Straße soll saniert werden. Auf der linken Seite ist ein Gehweg geplant. Die Flächen befinden sich in privater Hand. Streifen davon will die Gemeinde kaufen. © Constanze Junghanß

Jetzt liegt es an den Grundstückseigentümern, ob ein erster Bauabschnitt der S 125 Wirklichkeit werden kann. Schon viele Jahre bemüht sich die Gemeinde Schöpstal darum, dass die durch alle drei Ortsteile führende Staatsstraße saniert wird und einen Gehweg erhält. Bis in Höhe der Schulstraße Grundschule – so der Plan – soll ab dem Kreuzungsbereich zur Kreisstraße 8402 in Girbigsdorf die Ebersbacher Straße ausgebaut werden. 1,3 Kilometer sind das. Jürgen Israel, Abteilungsleiter der Niederlassung Bautzen beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), stellte jetzt den aktuellen Stand im Gemeinderat vor. Eine Fahrbahnerneuerung soll es geben, zwei Busbuchten, zwei Haltestellen und eben auch einen Gehweg. „Der ist bisher nicht vorhanden“, so Israel. Die dafür veranschlagten Kosten bezifferte er für diesen ersten von insgesamt drei Bauabschnitten mit rund 1,73 Millionen Euro. Die Gemeinde trägt davon 600 000 Euro. Der Großteil dieser Summe ist der Gehweg, der mit 450 000 Euro zu Buche schlägt. Aus eigener Tasche muss das Schöpstal aber nicht vollständig finanzieren. Fördermittel soll es dafür in Höhe von 90 Prozent geben.

Es geht um die Sicherheit der Kinder

Bevor es soweit ist, „müssen wir aber erst den Grunderwerb in die Reihe kriegen“, sagte der Lasuv-Mitarbeiter. Das heißt, etwa 20 Schöpstaler Grundstückseigentümer müssten einem Verkauf von Teilstücken zustimmen. Dabei handelt es sich um unbebaute Wiesenstreifen in Privateigentum. Die befinden sich zum Großteil auf der östlichen Seite der Straße, wo der Gehweg hinkommen soll. Es sind keine Riesenteilstücke, um die es dabei geht. Von schmalen Streifen von vielleicht einem bis maximal drei bis vier Meter Breite war im Gemeinderat die Rede. „Wenn sich nur ein einziger Eigentümer quer stellt, können wir die Planung knicken“, sagte Jürgen Israel. Für den Grunderwerb müsste die Gemeinde etwa 50 000 Euro einplanen. Diese Summe nannte der Lasuv-Mitarbeiter. Israel zeigte sich zuversichtlich, dass alle betroffenen Eigentümer mitmachen.

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Eine Sanierung der Straße mit dem Bau eines Gehwegs sei auch deshalb dringend notwendig, weil Bürgermeister Bernd Kalkbrenner und die Ratsmitglieder dadurch für die Sicherheit der Schulkinder sorgen wollen. „Auf dem Gehweg wird Kindern bis zwölf Jahren das Fahrrad fahren erlaubt sein“, so Kalkbrenner. Gleichzeitig wollen Träger öffentlicher Belange, wie beispielsweise die Stadtwerke Görlitz, im Zuge der Bauarbeiten Leitungen verlegen. Das wäre dann unter anderem eine Gasleitung. Bedacht wurde im Vorfeld, dass mit dem Straßenbau auch eine größere Fläche im Ort versiegelt sein wird. Die Fahrbahn soll sechs Meter und der Gehweg zwei Meter breit sein. Da werde aktuell mit den Behörden nach einer Lösung für einen Ausgleich gesucht, informierte Israel. Ebenso steht fest, dass zwölf Bäume an der Streckenführung weichen. Neupflanzungen müssten als Ausgleich dann in die Erde. Das Umweltamt ist deshalb mit ins Boot geholt worden.

Gespräche sollen geführt werden

Die Gemeinde will nun zuerst mit den Grundstückeigentümer ins Gespräch kommen. Machen alle mit, wird im kommenden Jahr mit dem Grunderwerb begonnen. Im gleichen Jahr könnte dann auch der Vorentwurf zur Genehmigung kommen und alle weiteren Schritte eingeleitet werden, damit das Projekt vorwärts geht. Wann genau Baubeginn ist, bleibt noch offen.

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