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Warum eine Radeberger Ergotherapeutin Videos dreht

Mandy Menzel hat sich selbstständig gemacht. Und geht auch ungewöhnliche Wege.

Von Jens Fritzsche

Wer is’n eigentlich die Frau dort, die da mit auf der Schulbank im Unterricht sitzt? Eine Frage, die Mandy Menzel öfter im Klassenzimmer tuschelnd hört. Dabei ist die Radebergerin keine Lehrerin, die zum Hospitieren mit in den Unterricht gekommen ist – sondern Mandy Menzel ist Ergotherapeutin. „Und da gehört es ab und an dazu, mit im Unterricht dabei zu sein“, sagt sie. Schließlich will sie sich ein komplettes Bild machen. Denn viele ihrer Patienten sind Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten. Gerade im Unterricht. „Und um nun Strategien zu entwickeln, muss ich ja sehen, wo das Problem liegt“, beschreibt die Radebergerin. Und wenn das erkannt ist, geht Mandy Menzel daran, „gemeinsam mit dem Kind, den Eltern und wenn möglich auch mit den Lehrern, einen Weg zu finden, damit das Kind quasi das Lernen lernt.“

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Seit einem Monat hat die Radeberger Ergotherapeutin ihre eigene Praxis an der Hauptstraße. Zuvor hatte sie sechs Jahre lang in einer Ergotherapiepraxis in Radeberg gearbeitet – „und als dort im März ein personeller Umbruch anstand, habe ich mich entschieden, in die Selbstständigkeit zu gehen.“ Ein Schritt, der durchaus auch mit Risiken verbunden ist, „aber schon die ersten Wochen haben mir Recht gegeben, die Resonanz ist super“, freut sich Mandy Menzel. Dass ausgerechnet mitten in der Innenstadt ein Ladengeschäft leer stand, „war ein Glücksumstand für mich – denn ich wollte unbedingt ins Zentrum, damit meine Praxis für alle leicht erreichbar ist“.

Dabei geht die Radebergerin moderne Wege. Sie setzt auf Videotechnik. Intra-Act-Plus-Konzept nennt sich das Ganze und bedeutet, „dass ich Lernsituationen oder Spielsituationen filme und dann gemeinsam mit den Eltern auswerte“, erläutert sie. Das Interessante daran: Auch die Eltern sehen sich selbst. „Und wenn nötig, können wir dann daran arbeiten, auch deren Verhalten im Sinne des Kindes zu verändern.“ Sie sieht eben immer das Ganze, sagt Mandy Menzel. „Dann erstelle ich Wochenpläne, lege gemeinsam mit den Kindern Aufgaben fest.“ Dabei nehmen gerade die Probleme in Sachen Konzentration immer mehr zu. Neue Medien, wie Internet, das Fernsehen, aber auch das Handy lenken immer mehr ab – „gerade da müssen Kinder und Jugendliche lernen, sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren“.

Aber nicht nur Kinder gehören zu ihren Patienten, die durch ein Rezept vom Hausarzt zu ihr kommen. Auch Betroffene nach Unfällen oder Schlaganfällen. „Diesen Patienten helfe ich dabei, die für den Alltag wichtigen Bewegungen wieder zu erlernen, auch Hirnleistungstraining gehört dazu“, beschreibt die Radebergerin, die ihre Patienten im Bedarfsfall auch zu Hause besucht.

Zunächst arbeitet Mandy Menzel allein in ihrer Praxis. Demnächst aber will sie auch Mitarbeiter einstellen. „Dadurch könnte auch inhaltlich noch einiges hinzu-kommen“, schaut die Radebergerin durchaus optimistisch in die Zukunft.