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Warum es auf den Baustellen stockt

Beim Vorhaben Rechnungshof hat ein Bieter geklagt. Beim Polizeirevier gibt es ein anderes Problem.

Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht die neue Niederlassung des Sächsischen Rechnungshofs.
Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht die neue Niederlassung des Sächsischen Rechnungshofs. © Archiv/ Dietmar Thomas

Döbeln. Der Freistaat Sachsen verbaut seit vergangenem Jahr viele Millionen Euro in zwei Vorhaben in Döbeln. Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht die neue Niederlassung des Sächsischen Rechnungshofs. An der Eichbergstraße ist der Bauplatz des künftigen Polizeireviers mit einer hohen Plankenzaun abgesichert. Eines haben beide Baustellen gemein: Auf ihnen geht es derzeit nicht so richtig weiter.

Sowohl auf der Baustelle des Rechnungshofs als auch am Revier ist Ruhe eingekehrt. Und das liegt nicht an den Feiertagen. Der Bauherr, der Sächsische Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB), hat bei seinem Projekt Rechnungshof eine Klage am Hals. 

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Nach Angaben von Alwin-Rainer Zipfl, Sprecher des SIB, ist ein Bieter mit rechtlichen Mitteln gegen die Vergabe eines Auftrags vorgegangen. Eine Entscheidung der Vergabekammer liege noch nicht vor. Erst nach dem Urteil und der danach erfolgten Zuschlagserteilung könne der Bau fortgesetzt werden. Zum Zeitpunkt kann das SIB derzeit noch keine Angaben machen.

Im Frühjahr vergangenen Jahres war mit dem Umbau des ehemaligen Kasernengebäudes, in dem sich vorher das Straßenbauamt befunden hatte, begonnen worden. Abbruchmaßnahmen im Gebäude und die Sanierung der vorhandenen Gussstützen seien abgeschlossen. 

Weitere Gewerke seien schon beauftragt oder befinden sich gerade in der Vergabephase, so Zipfl. Das ehemalige Kasernengebäude wird für die 160 Mitarbeiter des Rechnungshofes hergerichtet und mit einem einstöckigen Anbau versehen. Bisher arbeiten die Mitarbeiter am Hauptsitz Leipzig und in den Außenstellen Dresden und Chemnitz.

 Eigentlich ist ein Abschluss der Arbeiten für Ende nächsten Jahres vorgesehen. Und selbst damit ist das Land eigentlich schon im Verzug. Vom Landtag wurde der Umzug eigentlich für das Jahr 2020 beschlossen. Die Kosten für den Umbau werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt.

An der Eichbergstraße ist der Bauplatz des künftigen Polizeireviers mit einer hohen Plankenzaun abgesichert. 
An der Eichbergstraße ist der Bauplatz des künftigen Polizeireviers mit einer hohen Plankenzaun abgesichert.  © Archiv/ Dietmar Thomas

Das neue Polizeirevier soll ebenfalls Ende kommenden Jahres fertig sein. Der Untergrund machte von Anfang an Probleme. Im August hatte eine Baufirma damit begonnen, sogenannte Rüttelstopfpfähle in den Baugrund einzubringen, auf denen das Revier stehen soll.

 Die Arbeiten seien im Oktober abgeschlossen worden, so Zipfl. Bei der Baugrundverbesserung und Tiefgründung habe sich gezeigt, dass der Verdichtungsgrad des Untergrunds teilweise höher ist als aufgrund des Baugrundgutachtens erwartet wurde, so Zipfl.

Die Bodenplatte muss wegen der geänderter Geologie umgeplant werden, um unterschiedliche Setzungen und damit Rissbildung zu vermeiden. Auch die Ausschreibung des Rohbaus werde entsprechend angepasst. Derzeit erfolge die Überarbeitung der Planung und Vorbereitung der Ausschreibungsverfahren, sodass im April mit den Arbeiten für den Rohbau begonnen werden kann.

Ins Döbelner Polizeirevier werden einmal etwa 80 Beamte einziehen. Die Baukosten betragen rund 8,5 Millionen Euro. Der Neubau ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt und übertrifft die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung bei Weitem. Einen Teil des benötigten Stroms wird mit Photovoltaik auf dem Dach produziert. Beheizt und gekühlt wird das Revier durch eine moderne energiesparende Solewärmepumpe.

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