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Warum es auf der Saubachtalbrücke eng wird

3,5 Millionen Euro werden in die Sanierung des Bauwerks gesteckt. Es geht auch um den Lärmschutz.

Von Annett Heyse

Wer in Wilsdruff in Hörweite der Saubachtalbrücke wohnt, kennt das nervtötende Geräusch, wenn die Fahrzeuge die Brückenauffahrten passieren: Klack, klack und wieder klack. Laut, unrhythmisch, störend. In Zukunft jedoch soll das Klackern nicht mehr so auffallend durchs Tal schallen. Die Autobahnbrücke wird von Ende Juni an saniert und dabei geht es auch viel um den Lärmschutz.

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Was genau muss an der Brücke repariert werden?

Es geht um die sogenannten Übergangskonstruktionen, also die Bauelemente, die zwischen der eigentlichen Brücke und dem Brückenende eingezogen sind. Als Autofahrer nimmt man davon nur die Abdeckung – breite Metallplatten – wahr. Unter diesen Abdeckungen verbirgt sich jedoch ein technisch höchst anspruchsvolles Bauelement, welches die Bewegungen der Brücke ausgleichen muss. Diese entstehen wegen der Verkehrsbelastungen, aber auch beispielsweise aufgrund von Temperaturschwankungen und können durchaus im Zentimeterbereich liegen. „Wegen der enormen Belastungen nach nunmehr 18 Jahren Nutzung müssen diese Übergangselemente ausgetauscht werden“, begründet Peter Welp, Sprecher des Landesamts für Straßenbau und Verkehr. Dass die Übergangskonstruktionen verschlissen sind, höre man auch an dem Klacker-Geräusch, welches mit den Jahren immer lauter geworden sei.

Was verbessert sich noch mit dem geplanten Umbau?

Die Übergangskonstruktionen an sich hätten sich in den vergangenen 18 Jahren nicht groß verändert, heißt es aus dem Landesamt. Was jedoch neu ist, sind andere Abdeckungen. Diese haben jetzt ein Rautenprofil auf der Oberfläche. Die kunststoffbeschichteten Platten dämpfen den Geräuschpegel erheblich. Eingesetzt wurde die Technik beispielsweise auf Brücken an der A 72 im Vogtland. Dort habe man damit gute Erfahrungen gemacht, der Geräuschpegel sei erheblich gesunken. Ausschließen könne man das Klackern allerdings nicht hundertprozentig.

Warum wird auch an der Fahrbahn gebaut?

Wenn die Übergangskonstruktionen eingesetzt sind, muss die Fahrbahnoberfläche neu angepasst werden. Auf keinen Fall dürfen irgendwelche Höhenunterschiede zwischen den Metallkonstruktionen und der Asphaltschicht bestehen – gerade für Motorradfahrer wären solche Huckel verheerend. Deshalb ist geplant, den Fahrbahnbelag auf einer Länge von circa 800 Metern auf der Richtungsfahrbahn Chemnitz und circa 600 Metern in Richtung Dresden anzugleichen. Die Kosten für die Sanierung liegen bei 3,5 Millionen Euro.

Wird es Verkehrseinschränkungen geben?

Auf jeden Fall. Gebaut wird von Ende Juni bis voraussichtlich Ende November bei rollendem Verkehr. Zwar sollen weiterhin in jede Fahrtrichtung drei Spuren zur Verfügung stehen, diese werden aber verengt. Die linke Spur soll dann nur noch 2,50 Meter breit sein – die Standardbreite beträgt eigentlich 3,75 Meter. Auch die Mittelspur und die rechte Spur werden während der Bauzeit etwas schmaler. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird in der Baustelle bei 60 Stundenkilometer liegen. Um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, sollen die Bauarbeiter zügig zu Werke gehen. Welp: „Die Baustelle wird soweit technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar rund um die Uhr abgewickelt.“ Die Brücke hat eine Gesamtstützweite von 262 Metern, eine Gesamtbreite von 40 Metern und ist 17 Meter hoch.

Wird eine offizielle Umleitung eingerichtet?

Für die A 4 gibt es keine geeigneten Alternativen, um den Verkehr vernünftig umzuleiten – schon gar nicht den Schwerlastverkehr. Beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr rechnet man auch nicht mit großen Staus an der Baustelle, solange kein Unfall passiert. Einheimischen wird empfohlen, die Wilsdruffer Auffahrt zu meiden und in Richtung Dresden lieber über die A 17 auszuweichen. Der Grund: Die Baustelle reicht mit allen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verschwenkungen bis an die Anschlussstelle heran. Unter Umständen müssen Barken aufgestellt und die Zufahrt über ein Stoppschild geregelt werden.