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Warum es beim Bungalow-Brand knallte

In Radebeul stand am Sonntag ein Wochenendhaus in Flammen. Bis weit in die Stadt waren laute Schläge zu hören. Vom Gebäude ist fast nichts übrig.

Die Flammen schlugen meterhoch in den Himmel.
Die Flammen schlugen meterhoch in den Himmel. © Steffen Janke

Radebeul. Die Bilder vom Sonntag sehen dramatisch aus. Gleißend gelbe Flammen schlagen meterhoch in den Nachthimmel und kommen den  Bäumen ringsherum gefährlich nah. Mitten im Wald brennt ein Haus oberhalb von Radebeul Am Eichberg lichterloh. Die Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Dutzende Feuerwehrleute versuchen, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Am Tag darauf zeigt sich das ganze Ausmaß des Brandes. Die Flammen haben von dem Wochenendhäuschen so gut wie nichts übrig gelassen. "Es ist bis auf die Grundmauern abgebrannt", sagt Radebeuls Stadtwehrleiter Roland Fährmann. Bis kurz vor Mitternacht waren die Kameraden vor Ort.

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Schmale Zufahrtswege mitten im Wad

Der Brand ist am nächsten Morgen Gesprächsthema Nummer eins bei den Nachbarn. Am Gartenzaun tauschen sie sich über die Geschehnisse aus. Manche wohnen hier, andere haben oben auf dem Berg ihren Garten. Idyllisch gelegen und ab vom Schuss kommt man nur über einen ausgefahrenen, ungepflasterten Weg zu den Grundstücken. Nicht mal zwei Kleinwagen passen aneinander vorbei. Bei einer Begegnung muss in Ausfahrten und Parklücken ausgewichen werden. Für die Feuerwehr machte es das am Sonntagabend umso schwerer.

"Es hat eine Weile gedauert, bis sie da waren", sagt ein Anwohner.  "Aber dann stand hier alles voll mit Feuerwehren auf den engen Wegen." Mit Sorge beobachtete der Mann die Flammen. "Weitere Bungalows und viele Bäume stehen direkt daneben. Zum Glück hatten wir keinen Wind und die Feuer- und Rauchsäule stieg gerade nach oben", erzählt der Nachbar.

Der Bungalow brannte komplett aus.
Der Bungalow brannte komplett aus. © Steffen Janke

Zu wenig Wasser zum Löschen vor Ort

Die größte Herausforderung für die Feuerwehr war, genügend Wasser zum Löschen zu bekommen. Auf dem Berg gibt es nur eine schmale Wasserleitung. Die zapften die Kameraden zwar an, das Wasser reichte aber nicht aus. Benachbarte Feuerwehren aus Coswig, Weinböhla und Moritzburg rückten mit Tankwagen an, jeder mit 3.000 bis 4.000 Liter Wasser gefüllt. "Die Zusammenarbeit mit den Kameraden hat sehr gut geklappt. Vielen Dank dafür", sagt Roland Fährmann einen Tag später. 

Für Aufregung bei vielen Radebeulern sorgten während des Brandes auch laute Knalle, die bis weit  in die Stadt zu hören waren. Fährmann geht davon aus, dass es sich dabei um explodierende Spraydosen, beispielsweise gefüllt mit Farbe oder Haarspray handelte. "Es gab zum Glück keine Gasflaschen im Gebäude", sagt er.

Nach den Löscharbeiten blieb von dem Gebäude nicht mehr viel übrig.
Nach den Löscharbeiten blieb von dem Gebäude nicht mehr viel übrig. © Steffen Janke

Die Besitzer des Bungalows waren vor Ort, als das Feuer im Haus ausbrach. Sie konnten sich unverletzt ins Freie retten, standen aber unter Schock und wurden vorsorglich vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht, berichtet der Stadtwehrleiter. Warum das Feuer ausgebrochen ist, muss jetzt untersucht werden. Die Brandermittler der Kriminalpolizei sind am Montag vor Ort.

Einsatz bei Arevipharma am Freitag war harmlos

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Es war der zweite Einsatz für die Feuerwehren innerhalb weniger Tage. Bereits am späten Freitagnachmittag wurden die Kameraden ans Werk von Arevipharma in Radebeul-Ost gerufen. Dort  hatte  sich während der Produktion der Druck in einem Kessel erhöht, so dass ein Notventil das Gas abgab. Die Situation war jedoch zu jeder Zeit unter Kontrolle und es bestand keine Gefahr für die ansässige Bevölkerung, informiert Geschäftsführer Daniel Hoffmann. Tatsächlich habe der Vorfall dramatischer ausgesehen, als er war, weil so viele Feuerwehren anrückten. 

Laut Stadtwehrleiter Roland Fährmann muss das vorschriftsgemäß passieren, wenn der Alarm aus einem Chemiebetrieb kommt. Viele Kameraden konnten aber nach kurzer Zeit schon wieder abrücken.

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