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Warum Fischbachs Kitakinder Kisten packen

Ab Montag werden 19 Fischbacher Kinder in Arnsdorf betreut. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Von Sylvia Gebauer

Heute greift Erzieherin Ilona Schreck wieder zur Schere. Das letzte Mal, dann ist das Maßband alle. Dieses haben sich die Kinder der Fischbacher Pusteblumengruppe gewünscht. Damit sie wissen, wie lange sie noch warten müssen, bis ihr neues Abenteuer beginnt: Der Alltag in der Arnsdorfer Kita „Am Karswald“. Denn die Pusteblumengruppe muss umziehen, damit in Fischbach die Bagger anrollen können. Ab Montag werden die 19 Fischbacher Kitakinder in Arnsdorf sein. Die SZ erklärt, warum die Kinder das ganze Spielzeug zusammenpacken müssen, und wie sich ihr Alltag in Arnsdorf abspielen wird.

Warum ist der Umzug der Fischbacher Kitakinder notwendig?

Dahinter stecken die Baumängel im Anbau des evangelischen Kindergartens „Tausendfüßler“. Bis Dezember 2011 war scheinbar alles in Ordnung. Dann wurde ein Vater eines Kindes auf die Veränderung aufmerksam. Im großen Gruppenraum hatte sich die Decke um gut zwölf Zentimeter gesenkt. Die Kirchgemeinde reagierte. Sicherte das Ganze ab. Ein sogenannter Unterzug wurde als Stütze eingebaut. „Aber das ist keine dauerhafte Lösung“, sagt Arnsdorfs Pfarrer Martin Roth. Denn die Mängel sind zu gravierend, so gibt es für die Kirchgemeinde Arnsdorf-Fischbach-Wallroda – den Träger des evangelischen Kindergartens „Tausendfüßler“ nur eines, ein Neubau muss her. Entstehen wird ein eingeschossiger Anbau mit Flachdach. Da der Alltag im Kindergarten weitergehen muss, wird eine Gruppe während der Bauzeit in den Arnsdorfer Kindergarten „Am Karswald“ ausgelagert.

Werden Fischbachs Kitakinder von Arnsdorfs Erziehern mit betreut?

Nein, es sind nach wie vor zwei unterschiedliche Kindergärten, die dennoch zusammenarbeiten. „Wir freuen uns riesig, dass uns die Arnsdorfer aufnehmen und uns die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“, sagt Erzieherin Ilona Schreck. Sie, ihr Praktikant und stundenweise eine Fischbacher Kollegin werden in Arnsdorf die 19 Kitakinder betreuen. Es sind alles Vorschulkinder, die im nächsten Schuljahr eingeschult werden.

Wie kommen Fischbachs Kitakinder

zum Arnsdorfer Kindergarten?

Darum müssen sich die betroffenen Familien selber kümmern, halt wie in jedem anderen Kindergarten auch. Doch im Vorfeld wurden sie ausreichend darüber informiert. Ein Elternabend fand zum Thema Umzug nach Arnsdorf statt. Nicht alle waren sofort begeistert, doch die Gemüter konnten schnell beruhigt werden. Denn einige Eltern signalisierten, dass sie sich auch Fahrgemeinschaften vorstellen können, sollte es bei einer Familie zeitlich mal nicht klappen. Sie unterstützen alle das Projekt. Die 19 Kinder werden von Montag bis Freitag von 6 bis 16.30 Uhr in Arnsdorf betreut, sagt Erzieherin Ilona Schreck.

Wo werden Fischbachs Kitakinder denn untergebracht?

Ab Montag sind die 19 Kinder der Pusteblumengruppe im Dachgeschoss der Kitavilla zu finden. Die Villa steht, wie der Flachbau, auf dem Gelände in der Arnsdorfer Karswaldstraße. Betreut werden sie in frisch sanierten Räumen. Im vergangenen Jahr musste der Kindergarten das Dachgeschoss fit in Sachen Brandschutz machen. Verbaute Holzdecken dürfen es in so einer Einrichtung nicht mehr sein. Im Brandfall können sie zu schnell Feuer fangen. Für Kinder und Erzieher kann es schnell gefährlich werden. Im Außengelände dürfen die Fischbacher selbstverständlich alles nutzen. Zudem grenzen ja das Tiergehege, der Karswald und das Karswaldbad direkt an die Einrichtung an, „Wir werden uns viel draußen aufhalten“, sagt die Erzieherin der Pusteblumengruppe, Ilona Schreck.

Wird das Mittagessen für die Kinder extra aus Fischbach angeliefert?

Nein, das ist ein viel zu großer Aufwand. Stattdessen nutzen die Fischbacher das Angebot des Arnsdorfer Kindergartens mit. Der hat einen eigenen Essensanbieter. Heißt für die Köche, sie müssen ab Montag 19 Portionen mehr nach Arnsdorf liefern.

Wie lange werden Fischbachs Kitakinder in Arnsdorf betreut?

Am Montag beginnt für sie das Abenteuer Arnsdorf. Definitiv so lange, wie die Bauarbeiten andauern werden. Feststeht: Ende August müssen die Fischbacher das Dachgeschoss wieder verlassen. Denn die Arnsdorfer brauchen dann dringend die Räume im Dachgeschoss.

Werden die Arnsdorfer und die Fischbacher zusammenarbeiten?

Definitiv, denn durch den Umzug der 19 Fischbacher Vorschulkinder passiert etwas einmaliges in Arnsdorf. Erstmals werden alle Arnsdorfer Vorschulkinder an einem Ort betreut. Bisher mussten die Fischbacher immer nach Arnsdorf fahren, so auch gestern Vormittag, wenn in der Grundschule etwas geplant war.