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Warum Gablenz Leader-Partner bleibt

Die Mitgliedschaft kostet Geld. Doch aus Sicht der Gemeinde überwiegen die Vorteile. So lässt sich dank Leader ein dringendes Problem lösen.

Allein die Grünflächen im Kromlauer Park bedeuten einen riesigen Arbeitsaufwand für die Bauhofmitarbeiter von Gablenz. Daher soll nun ein Rasentraktor her.
Allein die Grünflächen im Kromlauer Park bedeuten einen riesigen Arbeitsaufwand für die Bauhofmitarbeiter von Gablenz. Daher soll nun ein Rasentraktor her. © Rolf Ullmann

Gablenz. Die Gemeinde muss dringend einen Rasentraktor samt Schleppnetz anschaffen. Nur so können die Bauhofmitarbeiter noch die Arbeit schaffen. Schließlich sind die Grünflächen im Park im Ortsteil Kromlau riesig, die gemäht werden müssen. Nun kommt der neu gestaltete Parkplatz am Park dazu. Abgesehen davon sind auch in Gablenz und seinen Ortsteilen, wie Wossinka oder Gora, diverse Grünflächen der Gemeinde zu pflegen. Leistungsstarke und moderne Technik ist deshalb unverzichtbar.

Die soll nun mit Hilfe des europäischen Förderprogramms Leader angeschafft werden. So beschloss es der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am Donnerstag. Entsprechende Angebote werden in den nächsten Wochen eingeholt und der Auftrag in der nächsten Sitzung vergeben.

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Dass die Anschaffung über Leader möglich wird, liegt daran, dass Gablenz ein Mitglied der Förderkulisse ist und auch bleiben wird. Auch dies beschloss der Gemeinderat am Donnerstag. Der Verbleib in der Kulisse musste schnell gefasst werden, da für den Förderzeitraum 2021 bis 2023 noch Anträge gestellt werden können, die aktuelle Periode aber ausgelaufen ist. „Wir haben in den letzten Jahren pro Kopf der Bevölkerung bisher 325,88 Euro erhalten. Das ist gutes Mittelfeld. Und wir werden weiter profitieren“, so Bürgermeister Dietmar Noack. Allein der neue Rasentraktor werde mit etwa 8.000 Euro zu 75 Prozent aus dem Programm finanziert, erläuterte er den Vorteil einer Mitgliedschaft vor der Beschlussfassung durch die Räte.

Doch Dietmar Noack erklärte ihnen auch, dass die Mitgliedschaft die Gemeinde durchaus Geld, mehr als bisher, kosten könne. Um die Kulisse weiterführen zu können, seien aus finanzorganisatorischen Gründen neue Regelungen nötig geworden. So hätten sich die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden auf eine künftig solidarische Übernahme des Haftungsrisikos durch die Kommunen geeinigt. Bei Kreditaufnahmen für Projekt-Vorfinanzierungen über einen festgesetzten Kreditrahmen hinaus müssten nun auch von jenen Gemeinden, die die Vorfinanzierung nicht leisten können, die entsprechenden Zinsen getragen werden. Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, so Noack, dass finanzstarke Gemeinden die Eigenanteile für finanzschwache Kommunen mittragen, was jedoch noch eine vertragliche Regelung erfordere. Eine Entscheidung für eine weitere Mitgliedschaft sei daher, so der Ortschef, eine schwierige Entscheidung. Besonders für Kommunen in Konsolidierung. „Aber das trifft auf Gablenz ja glücklicherweise nicht zu und wir haben bisher sehr von Leader profitiert“, meinte Noack.

Die Abkürzung Leader kommt übrigens aus dem französischen und bedeutet Liaison entre actions de développement de l’économie naturale, was auf deutsch so viel heißt wie die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Mit Leader, der Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union, werden seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert, aber auch Anschaffungen zur Entwicklung von Gemeinden, Kultur, Tourismus und vieles andere mehr.
Wie in den anderen europäischen Ländern gibt es auch in Deutschland unterschiedliche Leader-Kulissen. Eine davon ist die östliche Oberlausitz, in der viele Kommunen der Region, so auch Gablenz, eine Mitgliedschaft haben.

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