merken
PLUS Bischofswerda

Warum Glasfaserkabel im Wald verlegt werden

Der Breitbandausbau in Bischofswerda läuft auf Hochtouren. Auch dort, wo man es gar nicht erwartet.

Eine Baustelle mitten im Bischofswerdaer Stadtwald: An der Alten Bautzener Straße lässt die Enso das Glasfaserkabel nach Kynitzsch verlegen. In diesem Zusammenhang wird auch ein Mittelspannungskabel zur Stromversorgung ersetzt.
Eine Baustelle mitten im Bischofswerdaer Stadtwald: An der Alten Bautzener Straße lässt die Enso das Glasfaserkabel nach Kynitzsch verlegen. In diesem Zusammenhang wird auch ein Mittelspannungskabel zur Stromversorgung ersetzt. © Steffen Unger

Bischofswerda. Der Spaziergang im Bischofswerdaer Stadtwald in Richtung Kynitzsch bringt Überraschendes: Wo die Alte Bautzener Straße und zwei weitere Waldschneisen zusammentreffen, steht ein Bauzaun mit einem Schild des regionalen Energieversorgers Enso. Der verspricht: „Enso bringt Sie auf die Internet-Überholspur.“ Mitten im Wald? Enso-Sprecherin Claudia Kuba bestätigt die Vermutung, dass hier das Glasfaserkabel in Richtung Kynitzsch verlegt wird. Und nicht nur das. Auch das Wasserwerk, das sich zwischen Bischofswerda und Wölkau befindet, sowie die Schliefermühle bekommen schnelles Internet. Zusätzlich wird ein Mittelspannungskabel zur Stromversorgung ersetzt.

Sobald das Kabel bis zum Amselweg in Kynitzsch verlegt ist, beginnt die Erschließung im Ortskern der zu Bischofswerda gehörenden Siedlung. Bei gutem Wetter – das heißt in dieser Jahreszeit vor allem kein Frost – sollen die Bauarbeiten bis Ende März abgeschlossen sein. Bei einem Wintereinbruch würden sie entsprechend länger dauern, sagt Claudia Kuba. Für die Datenübertragung genutzt werden kann diese Glasfaserverbindung aber erst in Abhängigkeit von weiteren Bauabschnitten in der Stadt, vermutlich Ende 2020.

Anzeige
Draußen auch bei Eis und Schnee
Draußen auch bei Eis und Schnee

Während sich einige Tiere am liebsten ins warme Innengehege kuscheln, sind andere bestens gewappnet für winterliche Erkundungen in ihren Freianlagen.

Wo demnächst gebaut wird

Die Baustelle im Wald ist eine von vielen im Bischofswerdaer Stadtgebiet, um die Voraussetzungen fürs schnelle Internet zu schaffen. Die Enso-Sprecherin gibt einen Überblick, wo zurzeit und demnächst gearbeitet wird: Im Bereich Goldbach Nord – also in Richtung Rammenau – wird seit Anfang Dezember 2019 der Breitbandausbau vorangetrieben. Ende Januar 2020 werden die Arbeiten im südlichen Bereich von Goldbach beginnen. Beide Bauabschnitte – Nord und Süd -– sollen planmäßig Ende Juni 2020 fertiggestellt sein.

Im Bauabschnitt Geißmannsdorf sind die Tief- und Rohrleitungsarbeiten Mitte Dezember 2019 abgeschlossen worden. In Belmsdorf erfolgt aktuell die Erschließung der Wohnhäuser. Punktuelle Maßnahmen in der Bischofswerdaer Innenstadt laufen zusammen mit dem Bau von Straßen und Fußwegen, seit einige Tagen zum Beispiel auf der Dresdner Straße. Auch die Arbeiten auf dem Schmöllner Weg gehen witterungsabhängig demnächst weiter. „Aufgrund des Umfanges und der Komplexität der Baumaßnahmen sowie der Witterungsverhältnisse wird zu vielen der Maßnahmen operativ entschieden“, betont die Unternehmenssprecherin.

Start der Breitbandoffensive

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 17. Januar 2019, erfolgte im Geißmannsdorfer Autohaus Philipp offiziell der Start für die Breitbandoffensive des Landkreises in der Region Bischofswerda. Sie zielt darauf, bisher unterversorgte Anschlussnehmer – als solche gelten alle, die mit Geschwindigkeiten unter 30 Mbit/Sekunde im Internet unterwegs sind – künftig mit Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/Sekunde im Downstream und 20 Mbit/Sekunde im Upstream zu versorgen. Der Landkreis investiert mit Fördergeldern von Bund und Land kreisweit mehr als 100 Millionen Euro. Man habe sich darauf verständigt, das Datennetz maximal auszubauen und setze deshalb auf Glasfaser – auch, um „nach oben offen zu sein. Denn die Technik wird sich weiter entwickeln“, sagte Landrat Michael Harig (CDU) vor einem Jahr in Geißmannsdorf.

In weiten Teilen des Landkreises baut die Telekom, in Bischofswerda bekam die Enso den Zuschlag. „Der jetzt laufende, geförderte Breitbandausbau widmet sich denjenigen, die bisher noch nicht an die Datenautobahn angeschlossen werden konnten und unterversorgt sind. Außerdem bringt er Geschäfts- und Gewerbekunden Bandbreiten von bis zu 1.000 Mbit/s. Im Rahmen dieses Projekts erhalten rund 650 Kunden Glasfaseranschlüsse“, sagt Claudia Kuba. Rund 48 Kilometer Glasfasertrasse sind zu bauen. Bis zum Jahresende 2019 waren rund 20 Prozent fertiggestellt. Im Gebiet Geißmannsdorf und Pickau laufen die letzten Arbeiten, so die Unternehmenssprecherin. Ziel sei es, die Arbeiten stadtweit bis zum Ende dieses Jahres abzuschließen.

Schnelles Internet

Weiterführende Artikel

Dresden verschenkt Glasfaser-Anschlüsse

Dresden verschenkt Glasfaser-Anschlüsse

Doch nur wenige wollen sie nutzen: Zwei Drittel der Betroffenen in Dresden haben den kostenlosen Glasfaser-Anschluss noch nicht beantragt. Bald läuft die Frist aus.

In Bischofswerda ist es bereits die zweite Stufe der Zusammenarbeit mit der Enso bei der Schaffung von Voraussetzungen fürs schnelle Internet. Im Jahr 2017 erschloss das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Info-Kabel GmbH Bischofswerda eigenwirtschaftlich einen Teil des Stadtgebietes. Claudia Kuba: „Rund 4.000 Kunden können schon seit 2018 schnelles Internet von der Enso mit bis zu 100 Mbit/s beziehen.“ Etwa 400 Kunden haben bisher entsprechende Verträge mit dem Unternehmen abgeschlossen. Ob am eigenen Haus bereits schnelles Internet anliegt, können Eigentümer und Mieter im Internet abrufen.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda