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Warum Görlitz wieder mehr Touristen hat

Die Gäste- und Übernachtungszahlen in der Stadt sind deutlich gestiegen. Das Tief von 2018 ist damit vergessen.

Stadtführerin Monika Knechtel zeigt einer Gruppe Touristen die Görlitzer Altstadt.
Stadtführerin Monika Knechtel zeigt einer Gruppe Touristen die Görlitzer Altstadt. © Nikolai Schmidt

Das war schon eine dicke Überraschung. Dass Görlitz in den ersten sechs Monaten so viel mehr Touristen begrüßen konnte, als 2018, hätte Eva Wittig nicht gedacht. Sie ist Marketingleiterin bei der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) und kann sich natürlich noch gut ans Vorjahr erinnern. Da gab es weniger positive Nachrichten, von einem regelrechten kleinen Einbruch kann man sprechen.

Inzwischen sieht es besser aus. Schon im ersten Halbjahr schossen die Gästezahlen um 13,6 Prozent nach oben – konkret sind das 67.383 Ankünfte in gewerblichen Betrieben ab zehn Betten. Gewerbliche Übernachtungen wurden 137.175 gezählt, das ist sogar ein Wachstum um 15,1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Die Aufenthaltsdauer liegt im Schnitt bei zwei Tagen. Damit hat sich der Tourismus in der Stadt nicht nur vom mauen Vorjahr erholt, sondern konnte sogar das bisherige Spitzenjahr 2017 noch toppen. Damit bleibt die Stadt beliebtester Übernachtungsort der Region, wo ebenfalls ein Wachstum zu beobachten ist.

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Für den Aufwärtstrend macht Eva Wittig eine Mischung aus mehreren Gründen verantwortlich. Wesentlich zum Plus dürften die beiden neuen Hotels „Insel der Sinne“ und „Vias“ beigetragen haben, die beide im vergangenen Jahr eröffneten und gänzlich neue Zielgruppen ansprechen. Die „Insel der Sinne“ am Berzdorfer See zielt auf ein Publikum ab, das Ruhe und Entspannung sucht und das dank direkter Wasserlage und mit Wellnessbereich auch findet. Das „Vias“ am Postplatz spricht mit seinen Appartments Familien an.

Beides geht offenbar auf, zieht ganz neue Besuchergruppen in die Stadt und bereichert gleichzeitig die Görlitzer Hotellandschaft. Diese besteht aktuell aus 46 Betrieben – Fremdenzimmer und Pensionen eingeschlossen. 2 220 Betten stehen Besuchern insgesamt zur Verfügung. Durch die beiden Neuzugänge ist die Bettenzahl im Vergleich zum Vorjahr auch mal eben um acht Prozent gestiegen. Die Zimmerauslastung liegt bei knapp 50 Prozent im ersten Halbjahr.

Viele Schlagzeilen über die Stadt

In das fielen auch Kommunal- und OB-Wahlen in Görlitz. Über den spannenden Wahlkampf berichteten viele Medien – in Deutschland und darüber hinaus. Eva Wittig glaubt zwar nicht, dass das explizit Besucher angelockt hat, aber immerhin wurde viel über die Stadt gesprochen und geschrieben, genau wie nach wie vor über Siemens. Doch auch fernab der politischen oder wirtschaftlichen Brennpunkte wurde über Görlitz berichtet. Unter anderem im MDR-Fernsehen, die am 1. Mai in einer 90-minütigen Sendung die schönsten Seiten der Stadt zeigten – und damit natürlich beste Werbung machten. Film hat 2019 trotz eines weiteren „Wolfsland“-Drehs nicht die überragende Rolle gespielt. Das war im Rekordjahr 2017 mit gleich vier Produktionen noch anders.

„Dafür hatten wir dieses Jahr schon viele Veranstaltungen wie die Dali-Ausstellung oder eben einige Podiumsdiskussionen“, sagt Eva Wittig. Aus all diesen Gründen könne man sicher den Anstieg ableiten.

Aber auf den Lorbeeren ausruhen kommt nicht infrage. Vor einigen Wochen bereits hatte die EGZ ein neues Tourismuskonzept auf den Tisch gelegt, das zusammen mit Tourismusanbietern der Stadt erarbeitet worden war. Er legt klare Ziele fest, wohin es touristisch in den kommenden Jahren noch gehen soll.

So soll bis 2025 der Anteil ausländischer Gäste deutlich steigen, vor allem auf Österreicher und Schweizer setzt die Stadt. Zudem will man, dass die Gäste länger bleiben. In den nächsten Jahren soll es von durchschnittlich zwei Tagen auf 2,4 Tage gehen. Wie? Zum Beispiel, indem man mehr Familien für einen Kurzurlaub in der Stadt begeistert. Und zuguterletzt soll es mit den Übernachtungszahlen weiter nach oben gehen. Um jährlich drei Prozent wollen sie sich steigern, auf 320.000 Gäste. Bislang sind es 277.800.

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www.sächsische.de/goerlitz

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