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Döbeln

Warum in Döbeln keine Sirenen heulen

Im Landkreis haben am Sonnabend die Sirenen geheult. In mindestens zwei Orten der Döbelner Region blieb es stumm.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Döbeln. Eine Minute lang haben in Mittelsachsen am Sonnabend die Sirenen geheult. Doch alarmiert werden sollten nicht etwa die Feuerwehren für einen Großeinsatz. Statt der üblichen drei Warntöne, war die Sirene eine Minute lang, in einem Intervall von sechs Tönen zu hören. 

Dieses Signal gilt als „Warnung der Bevölkerung“ in einer Gefahren- oder Katastrophensituation. Doch am Sonnabendvormittag handelte es sich um den angekündigten jährlichen Probelauf. Zum einen wurde kontrolliert, ob die Technik funktioniert und zum anderen soll die Bevölkerung für das Warnzeichen sensibilisiert werden.

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 Ob das in allen Kommunen funktioniert hat, konnte der Sprecher des Landratsamtes André Kaiser noch nicht sagen. „Die Kommunen wurden gebeten zum Verlauf des Testes eine Information zu geben. Danach gibt es eine Auswertung“, so Kreissprecher André Kaiser.

Nach eigenen Recherchen des DA hat der Testlauf in der Döbelner Region offenbar in allen Orten problemlos funktioniert. In Döbeln selbst war jedoch kein Sirenensignal zu hören. Das hat seinen Grund. „Diese Anlagen gibt es nur noch in einigen Ortsteilen. Nach unserer Information hat dort der Sirenentest aber funktioniert“, sagte Brandinspektor Thomas Harnisch. 

Im Döbelner Stadtgebiet werde die Bevölkerung bei Gefahrensituationen per Lautsprecherdurchsage gewarnt. „Dafür stehen zwei Fahrzeuge zur Verfügung, die entsprechend ausgerüstet sind. Im Gefahrenfall können damit die betroffenen Bereiche der Stadt zielgerichtet informiert werden“, so der Feuerwehrchef.

Auch im Stadtgebiet Roßwein müssen die Anwohner im Katastrophenfall aufmerksam sein und auf Durchsagen der vorbeifahrenden Feuerwehr achten. „Im Hochwasserfall werden außerdem ab Warnstufe 2 die gefährdeten Unternehmen von der Stadtverwaltung persönlich angerufen und vorgewarnt“, erläuterte Wehrleiter René Bernhard. 

Darüber hinaus seien alle Bürger dazu aufgerufen, bei besonderen Wetter- oder Gefahrenlagen aufmerksam zu sein und sich bestmöglich zu informieren. Auf dem Dach der Feuerwache soll es aber künftig wieder eine Sirene und dazu zusätzlich einen Lautsprecher für Durchsagen im Notfall geben. 

„Bei der Sanierung des Gebäudes wurde das bereits vorgesehen und eine entsprechende Stromversorgung vorbereitet“, so Bernhard. Unklar ist jedoch bislang, wie eine die Sirene finanziert werden kann. In Meißen fielen für die Errichtung einer neuen Anlage Kosten in Höhe von 6 500 Euro an.

Der Landkreisverwaltung steht mit einer Handy-WarnApp seit dem vergangenen Jahr eine weitere Möglichkeit zur Verfügung, die Bevölkerung des Landkreises zeitgleich und flächendeckend zu warnen und zu informieren. Das Bürgerinformations- und Warn-Programm für Smartphones und Tablet-Geräte heißt Biwapp und kann kostenfrei heruntergeladen und genutzt werden.

Mehrfach hat das Landratsamt diese Möglichkeit in den vergangenen Monaten genutzt, um beispielsweise über die Warnstreiks von Regiobus oder Straßensperrungen zu informieren und vor Wetterunbilden und gefährlichen Straßenzuständen zu warnen. 

Auch die offiziellen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes wurden versendet. Der Sirenentest wurde ebenfalls über sogenannte Push-Nachrichten, die direkt auf dem Display des Endgerätes erscheinen, angekündigt.

Wieviele Mittelsachsen die WarnApp bereits nutzen, ist bislang nicht bekannt.