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Wann öffnet das Lößnitzbad?

Bisher dürfen nur angemeldete Angler rein. Ob diesen Sommer auch Schwimmen möglich ist, wird noch geprüft.

Eigentlich dürfen Freibäder in Sachsen seit dem 15. Mai wieder Badegäste empfangen. Für die offene Badestelle im Radebeuler Lößnitzbad gilt das aber noch nicht.
Eigentlich dürfen Freibäder in Sachsen seit dem 15. Mai wieder Badegäste empfangen. Für die offene Badestelle im Radebeuler Lößnitzbad gilt das aber noch nicht. © Norbert Millauer

Von Beate Erler

Radebeul. Die Temperaturen steigen, der Sommer klopft an die Tür. Im Radebeuler Lößnitzbad sind diese aber noch immer verschlossen. Der beliebte Naturbadesee liegt idyllisch umgeben von vielen schattenspendenden Bäumen. Doch niemand ist im Bad zu sehen, weder auf den Liegewiesen, noch im Wasser.

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Seit 2017 ist das Lößnitzbad eine offene Badestelle und somit ohne Eintritt, aber auch ohne Badeaufsicht. In der Corona-Zeit wird genau das zum Problem: „Das Lößnitzbad ist ein besonderer Fall, da wir den Rechtsbegriff offene Badestelle erst abklären müssen“, sagt Anja Schmiedgen-Pietsch, Pressesprecherin beim Landratsamt Meißen. 

Bisher dürfen nur die Mitglieder des Angelclubs Radebeul zum Fischen ins Bad. Normalerweise teilen sie sich das Gewässer mit den Badegästen und dürfen deshalb nur außerhalb der Öffnungszeiten ihre Angeln in den See halten. Da es derzeit keine Badegäste gibt, angeln sie jetzt, wann immer sie wollen: „Die Angler schwimmen nicht und können aufgrund der geringen Anzahl guten Abstand halten“, sagt Titus Reime, Geschäftsführer der sbf GmbH Radebeul.

Keine Freigabe des Gesundheitsamtes

Aber viele Wasserratten fragen sich, was nun eigentlich mit dem Lößnitzbad passiert. Einige Anwohner wollten schon auf das Gelände und wurden gebeten, es wieder zu verlassen. Andere ärgern sich, dass immer mehr öffentliche Orte zugemacht werden oder geschlossen bleiben. Ältere Radebeuler erinnern sich an schöne Badetage in der Jugend vor 50 Jahren.

Doch der sbf-Geschäftsführer kann an der jetzigen Situation nichts ändern, da die Freigabe des Gesundheitsamtes Meißen noch nicht vorliegt. „Corona ist in einem Badeteich mit ausschließlichem Grundwasserbezug ein ungeklärtes Risiko“, sagt Reime. Deshalb könne erst eine Entscheidung über die Öffnung getroffen werden, wenn für die offene Badestelle eine Risikobewertung durchgeführt ist, so Reime.Doch auch das Gesundheitsamt kommt gerade nicht weiter: „Die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung differenziert den Begriff Freibad nicht klar“, erklärt Anja Schmiedgen-Pietsch vom Landratsamt. Deshalb liegt die Anfrage jetzt im sächsischen Sozialministerium.

Im Moment kann also auch das Gesundheitsamt keine Auskunft über den Badesommer im Lößnitzbad geben. Eine schnelle, aber eventuell nicht eindeutige Entscheidung über die Öffnung helfe weder dem Badbetreiber noch den Bürgern, so die Antwort aus dem Gesundheitsamt.

Maximal 7.000 Gäste pro Tag

Laut der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung durften die Freibäder bereits am 15. Mai wieder öffnen. In Bädern mit Durchfluss oder Chlorbehandlung sieht das Corona-Risiko deutlich geringer aus. So auch im Freibad Kötitz, das seit dem 23. Mai mit angepassten Bedingungen geöffnet ist. Im letzten Jahr um diese Zeit zählte das Bad bereits mehr als 6.000 Besucher. In diesem Jahr sind es bisher gerade einmal knapp 1.200 Badegäste. „Der verspätete Saisonstart, aber auch das aktuelle Wetter sind deutlich zu spüren“, teilt Franziska Weigoldt im Auftrag von Geschäftsführer Torsten Meyer mit.

Unter normalen Umständen gibt es in einem Freibad auch keine Begrenzung der Gäste. Aufgrund von Corona sind derzeit aber maximal 7.000 Badegäste pro Tag zugelassen. „Insgesamt sind der See und die Liegewiesen groß genug“, sagt Weigoldt, „nur im Beckenbereich wird es spürbar und da kann es zu Problemen kommen.“ Außerdem bleiben die Duschen vorerst geschlossen.

Im Unterschied zum Lößnitzbad dürfen hier sowohl das Schwimmbecken als auch der Badesee genutzt werden: „Bei Bedarf wird der Textilbereich in den FKK-Bereich erweitert“, so Weigoldt.Für die offene Badestelle im Lößnitzbad ist Titus Reime trotzdem optimistisch und bittet um Geduld: „Wir müssen erst sehen, wie die Grundlagen für ein Hygienekonzept aussehen und was alles genehmigt werden muss.“ Bis dahin kann man in das Bilzbad ausweichen, das seit dem 18. Mai geöffnet ist.

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