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Warum ist der Botanische Garten noch zu?

Viele Dresdner wundern sich, dass die Einrichtung nach der Corona-bedingten Schließung noch nicht wieder zugänglich ist. Wie es jetzt weitergeht.

Der Botanische Garten in Dresden könnte bald wieder für Naturfreunde offen stehen.
Der Botanische Garten in Dresden könnte bald wieder für Naturfreunde offen stehen. © Wikimedia Commons

Dresden.  Der Zoo ist offen, die Parks sind voller Menschen, nur die Tore zum Botanischen Garten in Dresden sind bislang weiter verschlossen. Auf einem Schild am Eingang ist zu lesen, dass der Garten wegen der Corona-Krise geschlossen bleibe,  da der Schutz der Mitarbeiter höchste Priorität habe.

Viele Dresdner können das nicht mehr verstehen, manche sind inzwischen gar verärgert. "Als langjähriger und regelmäßiger Besucher des Botanischen Gartens hatte ich schon früher den Eindruck, dass Besucher eher als nicht verhinderbares Übel angesehen werden", schrieb ein Leser an die SZ-Redaktion, "und mein Eindruck wird verstärkt, wenn ich die Passivität der Gartenleitung ansehe, den Garten bald wieder zu öffnen."

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Barbara Ditsch, die wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens, hat Verständnis für die Ungeduld und bestätigt zahlreiche Mails und Anrufe, die sie zuletzt dazu erreichten.

"Auch wir bedauern, dass der Garten die jährlich übliche Besucherzahl von fast 100.000 Gästen nach der langen Schließung und der nötig gewordenen Absage von Veranstaltungen 2020 wohl nicht mehr erreichen wird" sagt sie. Schließlich sei es der wissenschaftlichen Einrichtung ein besonderes Anliegen, nicht nur Studierende, sondern alle Pflanzenfreunde über die Vielfalt der Botanik zu informieren.

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Warum dann die fortdauernde Schließung? "Als Einrichtung der TU Dresden, die den Botanischen Garten betreibt und voll finanziert, unterliegt der Garten auch den Regeln dieser Institution", sagt Barbara Ditsch. Daher sei auch die gärtnerische Betreuung der Pflanzen über viele Wochen auf das zwingend notwendige Maß begrenzt worden.

"Wir mussten die Gärtnerteams auch deshalb sehr klein halten, um gegebenenfalls selbst unter Quarantäneauflagen handlungsfähig zu bleiben: Einen zweiwöchigen kompletten Pflegeausfall hätten große Teile der wertvollen Pflanzensammlung nicht überlebt."

Nun sprieße an vielen Stellen im Gartengelände das Unkraut. Zudem müssten Aussaaten, Pflanzungen, Schnitt- und Umtopfarbeiten nachgeholt werden. "Die Besucher sollen vom Zustand der Anlage und der Pflanzen nicht enttäuscht werden", sagt die Leiterin.

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Weiterhin hätten bis zur vergangenen Woche in Sachsen Auflagen gegolten, die der Botanische Garten in Dresden nicht erfüllen konnte, da kein Personal für Einlasskontrollen und Besucheraufsicht zur Verfügung stünde. 

Seit einigen Tagen werden nun ein Konzept für die Wiedereröffnung ausgearbeitet, das zumindest im Freigelände werktags wieder öffentlichen Besucherverkehr ermöglicht. Ab 15. Juni soll der Botanische Garten wieder eingeschränkt geöffnet werden.

"Wir sind dabei jedoch auf die Disziplin aller Gäste angewiesen", betont Barbara Ditsch. "Nur wenn derzeit noch nötige Einschränkungen akzeptiert und die erforderlichen Sonderregelungen strikt eingehalten werden, kann dies der erste Schritt zurück zum Normalbetrieb sein, den wir alle uns baldmöglichst wünschen."

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