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Warum ist es in Dresden so neblig?

Ein dichter Vorhang sorgte am Freitag für schlechte Sicht, Autofahrer mussten Scheiben kratzen. Das ist auch weiterhin nötig.

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Von Jana Mundus

König Johann konnte die Hofkirche am Freitag früh nicht sehen. Der Theaterplatz rund um das Reiterstandbild des Sachsenkönigs lag im dichten Nebel. Überall tauchte der Nebel Dresden in ein milchiges Grau. Für Autofahrer hatte das gleich zwei Tücken: Zum einen war die Sicht beim Fahren eingeschränkt, zum anderen sorgte die Wetterlage für Reif – und der musste vor der Fahrt im Auto erst einmal von den Scheiben gekratzt werden. In der kommenden Woche müssen die Dresdner wieder kratzen.

„Die sehr klare Nacht zum Freitag war der Grund für den Nebel“, erklärt Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Der Erdboden strahlt in der Nacht Wärme ab. Durch fehlende Wolken am Himmel wird dieser Effekt noch verstärkt. Denn die Wärme gelangt so ungehindert in den Weltraum und wird von der Wolkendecke nicht zurückgeworfen. „Die Luftschichten in Bodennähe kühlen infolgedessen mit ab“, erklärt Weber weiter. Letztlich bilden sich durch Kondensation viele kleine Wassertröpfchen – der Nebel entsteht. „Für die jetzige Jahreszeit ist das aber auf jeden Fall typisch“, so Weber weiter.

Auch in der kommenden Woche könnte so mancher Tag in Dresden mit Nebel beginnen. Bei Temperaturen um die 10 Grad bleibt es tagsüber aber angenehm. Denn warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum beeinflussen derzeit das Wetter. „Bleiben die Nächte allerdings so klar, kann wieder Nebel auftreten“, prognostiziert Gerold Weber. Dann wäre auch wieder Scheibenkratzen angesagt.

Wer in den kommenden Tagen an der Elbe unterwegs ist, sollte sich allerdings warm anziehen. Denn in den Wintermonaten ist es möglich, dass es in Elbenähe deutlich kühler ist als in höher gelegenen Bereichen, erklärt der Meteorologe. „Die kalte Luft bewegt sich im Elbtal stromabwärts.“ Deshalb kann es an der Elbe durchaus fast fünf Grad kühler sein als auf benachbarten Bergen.