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Görlitz

Warum kein Görlitzer Restaurant top ist

Die Leutersdorfer Agentur "1weiter" hat die beliebtesten Lokale der Oberlausitz gekürt. Kein einziges in Görlitz ist dabei. Warum, erklärt Agenturleiter Ronny Hausmann.

Paradebeispiel für die Lokal-Dichte in Görlitz: die Neißstraße. Lieblingslokal wollte aber keines der Restaurants werden.
Paradebeispiel für die Lokal-Dichte in Görlitz: die Neißstraße. Lieblingslokal wollte aber keines der Restaurants werden. ©  André Schulze

Die Sachsenstube hat gewonnen. 1.626 Stimmen hat das Hotel und Restaurant in Lauta bekommen ist damit zum beliebtesten Lokal in der Oberlausitz gewählt worden. Platz zwei ging an die Häuslerschenke Rachlau im Kreis Bautzen, Platz drei nach Zittau zum Restaurant Mister Bales. Zum sechsten Mal hat die Agentur  "1weiter", die in Leutersdorf ihren Sitz hat, die Lieblingslokale in der Oberlausitz gesucht. Gäste, ob Touristen oder Einheimische, konnten online oder per Stimmzettel ihr Votum abgeben. Insgesamt gingen 6.538 Stimmen ein, zwölf Lieblingslokale hat "1weiter"gekürt. Keines aus Görlitz ist dabei. Dabei dürfte Görlitz die Stadt mit der höchsten Lokal-Dichte in der Oberlausitz sein. Hat keines Eindruck hinterlassen? Damit hat es nichts zu tun, sagt Ronny Hausmann, der den Wettbewerb ins Leben gerufen hat.

Ronny Hausmann ist Geschäftsführer der Maler- und Restauratorenwerkstätten in Spitzkunnersdorf, gehört zu den Organisatoren von "Ring on Fire" in Zittau und betreibt die Marketingagentur  "1weiter", die Botschafter der Oberlausitz ist. Seit sechs Jahren r
Ronny Hausmann ist Geschäftsführer der Maler- und Restauratorenwerkstätten in Spitzkunnersdorf, gehört zu den Organisatoren von "Ring on Fire" in Zittau und betreibt die Marketingagentur  "1weiter", die Botschafter der Oberlausitz ist. Seit sechs Jahren r ©  Archivfoto: Rafael Sampedro

Herr Hausmann, kein einziges Görlitzer Lokal hat es in die Top 12 geschafft. Lief Görlitz außer Konkurrenz, oder wie?

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Nein, es hat einen ganz einfachen Grund: Kein Görlitzer Restaurant hat sich angemeldet. Alle Lokale, die zur Wahl standen, mussten sich vorher bei uns anmelden. Wir möchten nicht, dass Restaurants bewertet werden, deren Inhaber am Ende gar nichts davon gewusst haben, während andere vielleicht davon erfahren haben und für sich werben konnten. Deshalb schreiben wir vorab möglichst viele Restaurants an, um sie auf die Aktion aufmerksam zu machen. Nur, wer sich angemeldet hat, kommt in die Bewertungsrunde.  

Wie viele Briefe oder Mails haben Sie verschickt?

Etwa 400 in den Landkreisen Görlitz und Bautzen, auch Görlitzer Restaurants haben wir eingeladen. Aber leider hat sich keines dafür interessiert dieses Mal.

In den vergangenen Jahren waren bereits Görlitzer Restaurants dabei? 

Ja, ich erinnere mich an die Obermühle, das Ristorante Da Vinci und die Destille. 

Haben Sie eine Erklärung, warum keine Görlitzer Lokale sich beteiligt haben?

So richtig nicht, ich habe keine Rückmeldung dazu bekommen. Aber ja, es ist mir schon aufgefallen und ich finde es wirklich schade. Aber mehr, als die Inhaber anschreiben, können wir nicht. Die Zahl der Teilnehmer  ist relativ konstant geblieben, diesmal 18. Und es steht ja kein Muss dahinter. Aber es ist natürlich ein gewisser Aufwand: Man muss sich anmelden, seine Gäste und Freunde begeistern, abzustimmen, nahezu jeden Gast darauf ansprechen. 

Wie ist die Abstimmungsaktion "Lieblingslokal" entstanden?

Das hatte mit der Oberlausitz-App zu tun. Mit der wollten wir Restaurants und Hotels, die vielleicht im ländlichen Raum keinen so starken Bekanntheitsgrad haben, eine Plattform geben. Wir wollten Lokale vorstellen, die in den üblichen Bewertungsportalen gar keinen Eintrag oder nur wenige Bewertungen haben. Ein Problem bei den großen Bewertungsplattformen im Internet ist, dass gerade bei einer Einrichtung mit wenigen Bewertungen schnell ein negatives Bild entstehen kann. Da reicht eine negative Kritik - die womöglich nicht mal von einem Gast kommt, sondern jemandem, der dem Restaurant vielleicht nicht wohlgesonnen ist - und schon lautet die Bewertung zwei von fünf Sternen. Wir wollten etwas Positives dagegenstellen. Daraus ist die Abstimmung "Lieblingslokal" entstanden. 

Gab es bestimmte Kategorien bei der Abstimmung?

Der Name sagt es eigentlich schon: Es geht nicht darum, wie viele Spitzenköche im Restaurant arbeiten, sondern darum, wo man sich wohlfühlt, wo man gerne Zeit verbringt. Das ist subjektiv. Insgesamt haben aber diesmal über 6.000 Leute ihre Stimme abgegeben, über 1.600 Stimmen sind es für den Gewinner - bei solchen Zahlen entsteht dann doch eine gewisse Objektivität. Wir werden auch dieses Jahr wieder so viele Restaurants wie möglich anschreiben, auch in Görlitz. Ausgeschlossen wird niemand. 

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