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Warum Leutersdorf eine neue Kita braucht

Mit dem Neubau soll vieles besser werden für Kinder und Erzieherinnen. Es geht aber nicht so schnell, wie vom Bürgermeister geplant. Dafür weiß er schon, was nach dem Umzug aus dem alten Kindergarten wird. 

In der imposanten Villa ist bisher der Leutersdorfer Kindergarten. Nun sollen die Kinder einen modernen Neubau erhalten.
In der imposanten Villa ist bisher der Leutersdorfer Kindergarten. Nun sollen die Kinder einen modernen Neubau erhalten. © Rafael Sampedro

Ein richtiges kleines Dorfzentrum soll es werden, schwebt Bürgermeister Bruno Scholze vor. Hier die Krippe, da ein moderner Kindergarten-Neubau, daneben das Gemeindeamt und gegenüber die Grundschule. Der erste Schritt zu diesem neuen Dorfzentrum, das am Zittauer Platz in Leutersdorf entstehen soll, steht schon schwarz auf weiß in Form eines Beschlusses, den der Gemeinderat im Frühjahr gefasst hatte. 

Ein neuer Kindergarten soll gebaut werden. Der Flachbau soll direkt neben der alten Villa entstehen, die bisher schon seit der Wende den Leutersdorfer Kindergarten beherbergt. "Die Villa ist nicht schlecht", sagt Bruno Scholze (CDU). Ihr Problem: für einen Kindergarten nach heutigen Anforderungen ist sie so nicht mehr geeignet. Vor allem Brandschutztechnisch muss die Gemeinde nachbessern. Eine zweite Rettungstreppe ist zum Beispiel zwingend erforderlich. Aber da außen etwas anzubauen, diese Variante gefällt dem Bürgermeister gar nicht. Das würde nicht zu dem historischen, denkmalgeschützten Haus passen. Auch in die Sanitäranlagen müsste investiert werden und die Sicherheit möchte Bruno Scholze außerdem gern verbessern. Die Treppen im Haus bergen ja immer auch eine Gefahrenquelle für kleine Kinder, meint der Bürgermeister. Kurzum: es ließe sich schon etwas machen aus der Kindergartenvilla - allerdings nur mit viel Aufwand, auch finanziell. Deshalb entschied der Gemeinderat, dass ein neuer Kindergarten gebaut wird. 

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Platz für 60 Kinder im Kindergartenalter soll er haben. Die kleinsten Leutersdorfer, die Krippenkinder, sind schon jetzt in einem separaten Gebäude auf dem Gelände untergebracht. Hier ließ die Gemeinde bereits 2004 einen Flachbau für die Krippe errichten. Die Kleinkinder die Treppen hochzuschleppen, das sei für Eltern wie Erzieherinnen nicht ideal gewesen. Ein Flachbau ohne Treppen soll nun auch der neue Kindergarten werden. 1,8 Millionen Euro soll das Gebäude laut bisherigen Schätzungen kosten. Eigentlich wollte die Gemeinde schon dieses Jahr mit dem Bauen beginnen. "Wir wurden aber ausgebremst", sagt Scholze. Denn bei einer Investition in dieser Größenordnung muss die Gemeinde die Planungsleistungen für das Bauvorhaben  europaweit ausschreiben. Das bedeutet natürlich einen höheren Aufwand in der Vorbereitung und dauert länger.  Scholze hofft, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung im Oktober den Auftrag für die Planungen vergeben kann. "Wir hoffen natürlich, dass wir ein Planungsbüro aus der Region bekommen." Hoffnungen macht sich die Gemeinde auch auf Fördermittel. "Die Eigenmittel sind da, in jedem Fall ist die Gemeinde in der Lage das zu stemmen", sagt der Bürgermeister. 

Ähnlich wie die neue Kita in Neusalza-Spremberg (im Bild) wünscht sich die Gemeinde Leutersdorf den Neubau in ihrem Ort. 
Ähnlich wie die neue Kita in Neusalza-Spremberg (im Bild) wünscht sich die Gemeinde Leutersdorf den Neubau in ihrem Ort.  © Archivfoto: Matthias Weber

Gebaut werden soll dann in den Jahren 2020 und 2021. Ähnlich wie das neue Kita-Gebäude in Neusalza-Spremberg unweit des Bahnhofs soll es aussehen, stellt sich der Leutersdorfer Bürgermeister vor. Die Spitzkunnersdorfer müssten sich derweil keine Sorgen machen, dass ihre Einrichtung im Ortsteil dann geschlossen wird. Derartige Gerüchte gab es bereits, nachdem bekannt wurde, dass Leutersdorf eine neue Einrichtung bauen will. Der Spitzkunnersdorfer Kindergarten mit seinen 36 Plätzen soll auch künftig erhalten bleiben, versichert Bruno Scholze. Ihm ist wichtig, jetzt auch einmal was für die Kinder im Ort zu tun. "Wir haben für die Alten ein schönes Pflegeheim geschaffen. Jetzt sind die Kinder dran." Voraussichtlich im Sommer 2021 sollen sie in den Neubau einziehen können. Dass der Kindergarten auch künftig gut ausgelastet sein wird, da ist sich der Bürgermeister sicher. Jährlich werden im Schnitt 25 Kinder in Leutersdorf geboren. Dieses Jahr sind es bislang zwar erst elf. Von sechs weiteren weiß der Bürgermeister, das sie in diesem Jahr noch zur Welt kommen. Außerdem hofft er auch auf Zuzügler. "Es werden ja auch noch Eigenheime gebaut, Familien ziehen zu", sagt er. Erfreulich sei dabei auch der Trend, dass Familien wieder mehr Kinder haben, nämlich zwei bis drei.

Die alte Kindergartenvilla soll nach dem Umzug der Einrichtung aber nicht leerstehen. Das historische Haus wird dann als Gemeindeamt vorgerichtet. Denn auch das Gemeindeamt habe in seinem jetzigen Haus an der Hauptstraße keine optimalen Bedingungen mehr. An der Sicherheit, die ein öffentliches Gebäude haben sollte, mangelt es. Außerdem gibt es keinen Sitzungsraum für den Gemeinderat. Er muss immer auswärts tagen. Im neuen Gemeindeamt in der Kindergartenvilla ist ein Versammlungssaal mit Platz für 80 bis 100 Personen möglich. Für das jetzige Gemeindeamt schwebt Bruno Scholze eine Nutzung als Vereinshaus vor. Verschiedene Leutersdorfer Vereine könnten hier künftig ihr Domizil beziehen. "Das ist eine gute Kombination", findet der Bürgermeister. "So bleibt kein Gebäude leer stehen." Er hatte den Gemeinderäten den Vorschlag gemacht - und die waren begeistert. 

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