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Warum nicht alle Nieskyer Geschäfte schließen

Wer Dienstleistungen anbietet, darf offen bleiben. Andere Branchen bitten ihre Kunden um Verständnis.

Von Steffen Gerhardt
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Die Horkaer Straße ist zum frühen Donnerstag Nachmittag menschenleer. Zu den wenigen, noch offenen Geschäften kommen jetzt weitere Zwangsschließungen dazu.
Die Horkaer Straße ist zum frühen Donnerstag Nachmittag menschenleer. Zu den wenigen, noch offenen Geschäften kommen jetzt weitere Zwangsschließungen dazu. © André Schulze

Niesky im Schongang. So zeigt sich die Stadt am Tag eins der Geschäftsschließungen. Ganz leblos ist die Stadt aber nicht. Denn entgegen mancher Prophezeiung sind mehr Geschäfte offen als erwartet. Silvia Schatte freut das. Der Verkauf von Presseerzeugnissen lässt ihr Geschäft für Geschenkwaren am Zinzendorfplatz offen. Auch bei Anke Noll steht die Tür weiter offen. Ihr Buchladen führt auch Zeitungen und Zeitschriften. Der Kunde hat somit weiterhin Zugriff auf das ganze Angebot. „Vorerst, denn man weiß nicht, was noch alles kommt“, sagt Silvia Schatte.

Auch in den beiden Modegeschäften „Mode Eck“ von Ramona Jandik und „Modeboutique“ von Heidrun Schubert hängt das Geöffnet-Schild in der Tür. Mit den Angeboten von Schneiderei und Wäscherei zählen solche Geschäfte zu den Dienstleistern, die für die Bürger weiter offen sind. Und doch gibt es auch hier Unterschiede. Im Mode Eck hat nur die Maßschneiderei von Silvia Ullrich offen, weil die Damenmaßschneiderin als Selbstständige arbeitet. In der Modeboutique ist Schneiderin Rita Opitz eine Angestellte, somit zählt ihre Dienstleistung zum Geschäft dazu.

Keine Mode in der Horkaer Straße

Ein anderes Bild auf der Horkaer Straße. Ein Zettel an der Eingangstür von City Mode Heide verweist auf die angeordnete Schließung und bittet die Kunden um Verständnis – und dass sie gesund bleiben. Das gleiche Bild nebenan. Auch das Modegeschäft Engelheym ist geschlossen.

Nur schräg gegenüber brennt Licht im orthopädischen Schuhgeschäft Preuß. Eine Verkäuferin betreut das Geschäft. „Wir spüren, dass weniger Kunden unterwegs sind. Und die zu uns kommen, holen meist nur ihre Bestellungen ab“, sagt sie. Für den Rest der Woche sind die Öffnungszeiten bereits gekürzt worden. Wie es nächste Woche für sie weitergeht, wird der Plan zeigen, den ihr Chef schreibt.

Kurzarbeit für Personal

„Als Medizinproduktehersteller im Gesundheitshandwerk haben wir weiterhin für unsere Patienten und Kunden geöffnet“, sagt Geschäftsführer Gunnar Preuß. 14 Angestellte zählt sein Betrieb, der in Görlitz seinen Sitz hat. Aber auch er spürt, dass das zusammengebrochene Alltagsleben sich negativ auf sein Unternehmen auswirkt. „Wir werden um Kurzarbeit nicht umhinkommen. Ein Zustand, den wir seit unserer Firmengründung 1955 noch nie hatten“, sagt Gunnar Preuß. Zunächst sollen die betroffenen Mitarbeiter aber erst einmal ihre Überstunden nehmen.

Bei Andreas Vetter in seinem Sportfachgeschäft an der Görlitzer Straße blieben die Lichter am Donnerstag ganz aus. „Wir müssen uns dran halten, ob es uns gefällt oder nicht“, sagt der Nieskyer. Auch er beschäftigt sich mit dem Thema Kurzarbeit für seine Angestellten. „Keiner weiß, wie lange wir geschlossen bleiben. Mit dieser Unsicherheit müssen wir jetzt leben.“

Shoppen im Internet

Geschlossen in Niesky haben auch der Heimelektronikmarkt Expert, Deichmann und das Dänische Bettenlager. Im Bettenlager bleibt eine Notbesetzung hinter verschlossenen Türen, um Lieferanten und die Post bedienen zu können. Alle drei Unternehmen verweisen in Aushängen auf ihre Online-Shops und bitten die Kunden, davon Gebrauch zu machen, solange die Filialen geschlossen bleiben.

Weiterhin geöffnet sind die Poststellen beziehungsweise die Geschäfte mit einer Postagentur. Wobei die Poststelle in der Ödernitzer Straße ihre Öffnungszeiten reduziert hat. Geöffnet ist jetzt Montag und Dienstag ganztägig und ab Mittwoch bis Freitag nur noch vormittags.

Wer sein Geschäft oder Markt offen lassen darf, muss Vorsichtsmaßnahmen gegen Infektionen ergreifen. Bei Obi in Niesky werden die Kunden gebeten, Abstand zueinander zu halten und möglichst auf Bargeldzahlungen zu verzichten. Zudem ist das Personal angehal
Wer sein Geschäft oder Markt offen lassen darf, muss Vorsichtsmaßnahmen gegen Infektionen ergreifen. Bei Obi in Niesky werden die Kunden gebeten, Abstand zueinander zu halten und möglichst auf Bargeldzahlungen zu verzichten. Zudem ist das Personal angehal © André Schulze

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