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Warum noch immer ein Bauzaun am Kleinwolmsdorfer Friedhof steht

Seit 2010 beschäftigt die Kleinwolmsdorfer ihre Friedhofsmauer. Ein Problem gibt es hier nach wie vor.

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Von Sylvia Gebauer

Kleinwolmsdorfs Pfarrer Johannes Schreiner kann es nicht so recht glauben. Neues Jahr und keine Baustelle in Sicht. Traurig ist er nicht, doch mit einem süffisanten Lächeln nimmt er das Ganze schon hin. Schließlich gehören für den Kirchenmann seit Jahren auch Bauberatungen am frühen Morgen zum Alltag. So musste unter anderem die Großerkmannsdorfer Kirche fast komplett saniert werden, dazu Kleinwolmsdorfs Pfarrhaus und die Kleinwolmsdorfer Friedhofsmauer. Letztere wird ihn dann doch noch in diesem Jahr beschäftige.n. Denn nach wie vor steht hier ein Bauzaun. So schnell wird sich das erst einmal nicht ändern.

Vier Jahre dauert das Ganze schon. Und Pfarrer Johannes Schreiner hat in Hinblick auf die notwendige Teilsanierung der Friedhofsmauer vor allem eines gelassen, viel Nerven. Immer wieder verzögerte sich das Projekt. Das hat vor allem auch mit dem zuständigen Fachamt zu tun. Rückblick: Im Dezember 2010 traten die Schäden an der Mauer zutage. Ein Teil drohte auf die Großerkmannsdorfer Straße zu kippen. Die wird vor allem auch von vielen Autofahrern genutzt, ist es doch die Direktverbindung vom Ortsteil Kleinwolmsdorf nach Arnsdorf oder von hier aus in den Radeberger Ortsteil Großerkmannsdorf. Als Sicherung wurde eine Ampelanlage aufgestellt. Und die gehörte dann, sage und schreibe, drei Jahre lang zum Kleinwolmsdorfer Ortsbild. Eine schnelle Mauersanierung war nicht umsetzbar. Grund: Die Denkmalschutzbehörde wollte eine sogenannte gesetzte Steinmauer, ähnlich dem Original. Hier legte der Statiker sein Veto ein, ohne Beton geht’s nicht. Auf einen Kompromiss haben sich alle letztendlich geeinigt. Dafür musste die Kirchgemeinde tief in die Tasche greifen. 154 000 Euro kostet das Projekt. Immerhin wurde ja nur jener marode Mauerteil, der auf die Straße zu kippen drohte, saniert. Zudem mussten zwölf Gräber an der Mauer, die zu nah daran waren, umgebettet werden. Damit die Baugrube auch ausgehoben werden konnte. Das geschah und die Bauarbeiter rückten schließlich im April 2013 an. Ab Juni 2013 hieß es dann freie Fahrt in Kleinwolmsdorf. Doch ein Bauzaun blieb zurück. Viele fragen sich, warum?

Als Sicherungsmaßnahme wurde der Zaun aufgestellt. Denn das Friedhofsgelände und die Mauer schließen bündig ab. Heißt, hier geht’s einige Meter nach unten, und das kann gefährlich werden. Eigentlich war ein Geländer vorgesehen, doch hier konnten sich die Fachämter wieder einmal nicht einigen. „Es gab Unstimmigkeiten zwischen dem Denkmalamt und der Bauaufsichtsbehörde, wie das Geländer gestaltet werden soll“, sagt Pfarrer Johannes Schreiner. So hieß es für alle einmal abwarten. Eine Lösung ist gefunden, doch bevor die Bauarbeiter wieder anrücken können, muss das Wetter mitspielen.

„Wenn wieder Bauwetter ist, wird das Geländer errichtet. Das ist sicher“, sagt Pfarrer Johannes Schreiner. Nicht nur das, sondern als Sichtschutz wird auch noch eine Hecke gepflanzt. So können die Trauernden in Ruhe Abschied nehmen oder hier verweilen. Denn bisher haben alle Vorbeikommenden freie Sicht auf den Kleinwolmsdorfer Friedhof. Und das ist nicht optimal. Pfarrer Johannes Schreiner freut sich, wenn er dieses Projekt endlich zu den Akten legen kann. Und es wirklich die letzte Baustelle für lange Zeit für ihn ist.