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Warum Rasenroboter doch noch einen Gärtner brauchen

Die Technik nimmt lästige Arbeit ab. Doch zwei Tests zeigen, dass es noch Mängel gibt.

Der „Kinderprüfarm“ passte leider unter den Großteil der Geräte.
Der „Kinderprüfarm“ passte leider unter den Großteil der Geräte. © Selbst ist der Mann/dpa

Von Simone Andrea Mayer

Rasenroboter surren bald wieder in vielen Gärten. Doch jeder, der sich ein solches Gerät kaufen will, sollte sich von der Idee verabschieden, der Roboter könnte autark arbeiten. Er braucht Hilfe, oft sogar täglich. Sonst könnte er zum Sicherheitsrisiko werden. Denn die Sensoren der Geräte stoppen diese bei einigen Hindernissen und sogar bei Kinder-Attrappen nicht ausreichend. Letzteres war bei allen der elf Geräte der Fall, die die Stiftung Warentest geprüft hat (Zeitschrift test, Ausgabe 4/2020). So wurden Nachbauten von Kinderärmchen oder -beinchen angeschnitten, zerschnitten oder zerkratzt. Außerdem konnten die Tester bei allen, bis auf ein Gerät, simulieren, dass ein spielendes Kind unter den laufenden Roboter und damit in seine Messer greifen kann. Für Hunde lässt sich das Ergebnis übertragen.

Zum gleichen Ergebnis kommt der ebenfalls gerade veröffentlichte Test von Tüv Rheinland mit der Zeitschrift Selbst ist der Mann (Ausgabe April 2020). Elf der zwölf Geräte verletzten die Attrappe eines Kinderarms. Gleichermaßen erkennen die meisten Rasenroboter nicht, dass Gegenstände noch auf dem Grün liegen. „Man muss wirklich am Abend vorher aufräumen, sonst werden auch liegen gebliebene Bälle und Gartenwerkzeuge beschädigt“, berichtet Test-Redakteur Peter Baruschke. „Die Sicherheitsnormen werden zwar von allen Geräten eingehalten.“ 

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Leider seien aber schon Kindern von einem Rasenroboter verletzt worden. Daher sei entschieden worden, die Norm um zwei Tests zu erweitern, die inzwischen auch bei aktuellen Sicherheitsbeurteilungen berücksichtigt werden. Dazu gehöre, dass die Geräte einen knieenden Kinder-Dummy und einen Nachbau eines Kinderarms mit ausklappbarem Metallfinger, den „Kinderprüfarm“, erkennen und umfahren sollen, erklärt Baruschke. „Diese Tests sind bereits nötig, um das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit zu erhalten.“ Zugutehalten muss man den Herstellern aber, dass die Firmen in der Betriebsanleitung darauf hinweisen, dass Kinder und Haustiere von aktiven Rasenrobotern ferngehalten werden sollen.

Ladestation nicht mehr gefunden

Die Tester haben noch einen weiteren Kritikpunkt: So mancher Rasenmäher braucht oft Hilfe, um seine Arbeit erledigen zu können. Vor allem besonders kompakte Mähroboter und auch einige der preiswerteren Geräte müssten fast täglich, nach einem Stillstand, befreit werden, berichtet Baruschke. Die Geräte fuhren sich etwa an Unebenheiten im Rasen fest oder hatten Probleme, ihre Ladestation zu finden. Das Bild war teils „jämmerlich“, wie der Test-Redakteur beschreibt: Die Roboter irrten manchmal in einer Endlosschleife am Rasenrand herum oder fuhren mit drehenden Rädern gegen einen Widerstand an, bis der Akku schlapp machte. Dabei hinterließen sie Fahrspuren im Rasen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Stiftung Warentest und „Selbst ist der Mann“ können den aktuell erwähnten Modellen, die sie bereits letzten Sommer testen mussten, bessere Leistungen bestätigen. Sie navigieren weitgehend problemlos, auch bleiben nur wenige fransige Stellen zurück. Selbst die günstigen Geräte ab 330 Euro mähten mit „gutem“ bis „befriedigendem“ Ergebnis. Auch die Verzweiflungsfahrten der Roboter gegen unüberwindbare Hindernisse lassen sich in Griff bekommen. Wichtig ist, dass man gewissenhaft den Begrenzungsdraht verlegt: Ähnlich wie ein Weidezaun für Kühe zeigt dieser mit Hilfe eines leichten Stromflusses dem Rasenroboter seine Grenzen an Rasenkanten oder vor Beeten auf. „Notfalls muss man auch leicht hervorstehende Wurzeln damit umgeben“, sagt Baruschke. Das gilt insbesondere für die kleinen Geräte, die weniger schlecht über Hindernisse hinwegfahren können.

„Ansonsten besser zu einem anderen Gerät greifen: Je größer die Rasenroboter sind, desto weniger Probleme haben sie.“ Sie sollte im Sommer bis zu fünf Mal wöchentlich arbeiten, will man einen dicht gewachsenen, saftigen Rasen. (dpa)

Die Testsieger

  • Bei der Stiftung Warentest (alle Gesamtnote „befriedigend“): Indego S+400 von Bosch, Automower 105 von Husqvarna, Robolinho 500E von Al-Ko, RMI 422.0 von Stihl, Easymow 6HD von Power G und ROB S600 von MCCulloch.
  • Bei der Zeitschrift Selbst ist der Mann (alle Gesamtnote „gut“): RMI 422 PC von Stihl, smart Sileno lif von Gardena, Robolinho 500i von Al-Ko, Automower 305 von Husqvarna und P10 Powerworks. (dpa)

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