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Warum Steinsetzer starke Nerven brauchen

Klemens Burkhardt verfolgt gern neue Ideen. Den Rastplatz bei den Seehäusern will er auch umgestalten.

Von Anja Hecking

Klemens Burkhardt hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten so manchen Wunsch erfüllt und dennoch das Träumen nicht verlernt. Das steinerne Rondell an der Einfahrt zum Grundstück bei den Seehäusern ist so ein Projekt. Keine Luftnummer, denn den kleinen Rastplatz für Radfahrer und Wanderer gibt es hier schon – aber er würde ihn gern noch viel einladender und schöner gestalten. Doch bisher ist dieses Vorhaben irgendwie immer hinten runtergerutscht.

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Dabei ist sich der 52-Jährige sicher, dass der Radtourismus in der Region weiter zunehmen wird. Etwas für die Gesundheit zu tun, sich zu bewegen und die Gegend zu erkunden, liege im Trend, sagt er. Wenn es seine Zeit erlaubt, dann setzt er sich selbst gern aufs Rad. Damit wird es in den nächsten Monaten aber nicht so gut aussehen. Denn für die Pflaster- und Steinsetzarbeiten seiner Firma ist die Hauptsaison längst im Gange. Dass sich Fremde auch aus purer Neugierde und weniger wegen einem Auftrag auf dem weiten grünen Hof zwischen Friedersdorf und Reichenbach umsehen, sind Burkhardts schon gewöhnt. Es stört sie nicht, wenn Besucher die Steinbänke und den Unterstand für eine Pause nutzen oder nach Wasser fragen kommen. Im Gegenteil, der kleine Rastplatz an der Staatsstraße soll ja seinen Zweck erfüllen.

Klemens Burkhardt und seine Frau sind beide auf dem Land groß geworden – in Jauernick-Buschbach, nur ein paar Kilometer weit weg . Die Liebe zur Heimat, die Verbundenheit mit Werten und Traditionen – das ist ihnen sehr wichtig, egal, ob es das Handwerk oder Freizeitinitiativen in den Dörfern betrifft. Dem nahen Bergdörflein und besonders dem Heiratsmarkt fühlen sie sich bis heute sehr verbunden.

Vor 20 Jahren hat der Straßenbaumeister seinen Job im städtischen Straßen- und Tiefbauamt in Görlitz gegen eine eigene Firma eingetauscht, sich dafür auch noch einmal auf die Schulbank gesetzt, um den Abschluss als Meister zu machen. Das alles war damals sein Traum. Er wollte so ein altes Handwerk wie die Steinsetzerei unbedingt weiter pflegen. Bereut habe er diesen Schritt nicht, wenngleich starke Nerven gefragt seien und nicht immer alles glatt verlaufen würde, sagt er. Selbstständigkeit beinhalte nun mal die beiden Wörter „selbst“ und „ständig“.

Weil der erste Firmensitz in Görlitz schon bald aus den Nähten platzte, entschied er sich für das Seehäusergrundstück an der S 111. Außer einem Kirsch- und einem Nussbaum habe damals aber nichts weiter auf dem Gelände gestanden, erinnert er sich. Die Kronen der beiden Bäume spenden heute noch viel mehr Schatten als vor vielen Jahren. Man soll erst einen Baum pflanzen und dann ein Haus bauen, sagt Klemens Burkhardt. Daran habe er sich gehalten. Inzwischen hat er aber mehr als 100 Bäume in die Erde gesetzt – ein kleiner Wald. Wenn man auf dem Land lebt, gehörten Bäume eben dazu, begründet er. Das sei wie das Gras in der Fuge.

An neuen Gestaltungsideen mangelt es ihm im Grunde nie. Davon können Familie, Freunde und Bekannte ein Lied singen. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat er vorn an der Straße eine Rolle für Werbezwecke angebracht. Sie soll an eine Hanwerkerrolle erinnern und im übertragenen Sinne zeigen, dass sich hier etwas dreht. Aber auch an der Rolle will er noch einmal Hand anlegen und etwas verändern ...

Nicht nur die Bäume sind in all den Jahren gewachsen, auch die Firma ist schon lange kein Einmannbetrieb mehr. Drei Angestellte gehören zum Team. Seine Frau hilft zusätzlich zum eigenen Job mit, fährt zu den Kunden, um sie vor Ort zu beraten. Das passe ganz gut, sagt Klemens Burkhardt, denn unter den Kunden seien nun mal die Frauen oft die größten Veränderer – gerade, wenn es um die Gestaltung des Grundstücks geht. Er selbst hegt eine Vorliebe für alte Steine und kann nur raten, sie bei neuen Ideen nicht auszuklammern, sondern als Erinnerung einzubauen.

Dass manche Projekte, wie die Neugestaltung des Rastplatzes, ihre Zeit brauchen, das habe er inzwischen gelernt – gut Ding will eben auch Weile haben.