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Warum Ströbele beim Telefonieren manchmal komisch riecht

Warum Christian Schmidt ein „Samtpfötchenminister“ sein soll, Bärbel Höhn Geld brauchte und die „heute show“ einige Abgeordnete aufscheuchte.

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Von Peter Heimann

Vorige Woche stromerte wieder mal ein Kamerateam der „heute show“ durch die Gänge des Bundestags. Am Mittwoch war im Parlament wegen der BND-Affäre besonders viel los. Ausgerechnet für diesen Tag hat die Satiresendung eine ansonsten schon mal abgelehnte Drehgenehmigung bekommen. Jedenfalls ist die Sorge, blöde Fragen beantworten zu müssen und dabei selbst ähnlich zu wirken, bei den Parlamentariern offensichtlich vorhanden. Deswegen warnten sich Abgeordnete per Twitter gegenseitig vor den oft gar nicht so witzigen Scherzkeksen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Erfahrene Volksvertreter haben solche Scheu nicht. Unionsfraktionschef Volker Kauder suchte förmlich die show-Reporter – wohl, weil er so Wählerschichten auf sich und seine Truppe aufmerksam machen kann, die er sonst nicht erreicht.

Auf die Frage an das grüne Urgestein Hans-Christian Ströbele, ob es denn korrekt sei, dass er aus Sorge, abgehört zu werden, sein Handy immer im Kühlschrank aufhebe, erntete der „heute show“-Reporter nur ein mildes Lächeln unter buschigen Augenbrauen. Und wo er denn dann seine Fischstäbchen aufbewahre, wenn im Kühlschrank doch das Handy sei, bohrte der Frager weiter. Doch Ströbele, seit Jahren Geheimdienst-Aufseher, blieb total cool: Tja, das wäre dann wohl der Grund, warum es beim Telefonieren manchmal so komisch rieche ...

Am selben Tag rutschte Peter Altmaier sprichwörtlich die Last der Verantwortung aus den Händen – aber ohne show-Aufzeichnung. Jedenfalls glitt dem CDU-Kanzleramtschef alles aus der Hand, was er wegen der BND-Affäre auf dem Weg zum Parlamentarischen Kontrollgremium, den Aufsehern über die Nachrichtendienste, bei sich trug. Geheime Listen waren aber nicht dabei, versicherte Altmaier. Auch kein Pausenbrot oder sonst was zu futtern. Obwohl der schwergewichtige Altmaier sehr gerne isst und seit ein paar Tagen einen neuen Titel führen darf: Das Bäckerhandwerk hat ihn zum „Botschafter des deutschen Brotes“ ernannt. Na dann: Guten Appetit.

Auch Abgeordnete müssen sich mal was pumpen. So wie offenbar die Grüne Bärbel Höhn. Ihre Kollegen im Parteirat und der Bundestags-Fraktion dürften jedenfalls nicht schlecht gestaunt haben. Am Dienstag erhielten sie eine E-Mail von Höhn. Darin klagte die Chefin des Umweltausschusses in ziemlich holprigem Englisch, sie sitze in London fest und sei bestohlen worden. Deshalb benötige sie dringend Kohle: exakt 2 350 Euro. Höhn weilte an dem Tag aber in Berlin. Ihr privates E-Mail-Fach war jedoch gehackt und ihr Adressbuch benutzt worden. Keiner sei auf die Mail reingefallen, so Höhn. „Es gab aber viele Scherze auf meine Kosten.“

Wenn Politiker sich gegenseitig beschimpfen, dann kann es schon mal richtig zur Sache gehen: „Amateur“, „Gurkentruppe“, „Wildsau“ – das sind nur einige der letzten bekannten ziemlich rüden Verbalattacken. Eine ganz neue freundliche Note brachte jetzt der Grüne Friedrich Ostendorff ins politische Spiel. Er nannte vorige Woche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt einen „Samtpfötchenminister“. Und warum? Weil man von CSU-Mann Schmidt nichts vernehme, „außer hin und wieder ein tierwohliges Maunzen“.