merken
PLUS Weißwasser

Warum Weißwasser Urlaubsland ist

Diesen Sommer drehen wir den Spieß um und finden hier das, was wir sonst in der Fremde schätzen.

Runter vom Balkon und rein in die atemberaubende Umgebung von Weißwasser!
Runter vom Balkon und rein in die atemberaubende Umgebung von Weißwasser! © dpa/Roberto Pfeil

Ich verrate mal, warum ich unbedingt hierher, in die Stadt zwischen den Welten, ziehen wollte: weil Weißwasser in jeder Himmelsrichtung von ganz besonderen Landstrichen umgeben ist. Und auch wegen der Nähe zu Polen. Aber nicht wegen des Marktes oder der Tankstelle hinter der Brücke, sondern wegen des Landes, der Leute, des Essens und Trinkens, der polnischen Mentalität. Wir liegen hier mitten in Europa, und die Unterschiede beidseits der Neiße bieten einen Extra-Reiz.

Der fehlt jetzt. Alle bleiben notgedrungen auf ihrer Seite. Wahrscheinlich wird das in der anstehenden Urlaubssaison auch so bleiben. Nix da mit Fernreisen – hiergeblieben im Heimatland!

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Also schön ... Zumal wir als gelernte Ostmenschen in der Not doch erfinderisch sind und bei Urlaub im eigenen Land den entscheidenden Wissensvorsprung gegenüber anderen haben. Urlaub 2020 einmal anders. Wozu in die Ferne schweifen? Mit Goethe gesagt:  „Sieh, das Gute liegt so nah. / Lerne nur das Glück ergreifen: /Denn das Glück ist immer da.“

Wenn wir bei einer Brise Kiefernduft die Augen schließen und uns besinnen, können wir – gut, ein Funken Fantasie ist durchaus förderlich – doch erfreut feststellen, dass wir die Glücklichen sind, die in einer Gegend leben, die so viel von dem bietet, was andere im Urlaub suchen.

Moment mal ... Ja, selbstverständlich gehört es sich, an dieser Stelle zu sagen, dass es anderswo immer schöner zu sein hat und dass in der Ferne alles besser schmeckt, klingt, riecht und aussieht. Aber drehen wir doch ausnahmsweise diesen Sommer den Spieß mal um und finden das ersehnte Fremdartige hier bei uns im Land zwischen Neiße und Lausitzer Seenland. Was es da nicht alles an Unentdecktem und unscheinbar Schönem gibt!

Smaragdsee soll bitte ein Geheimtipp bleiben

Ein Beispiel. Vor ein paar Tagen saßen wir am Smaragdsee (schon das ist eigentlich ein Reiseführer-Geheimtipp!) und hörten ein Vogelgeräusch wie aus dem Dschungel. Im touristengeplagten Spreewald habe ich dieses Geräusch auch kürzlich gehört und wusste daher: Ein Pirol! Ja, hier in unseren Gefilden. Sagen Sie das mal den Verwandten in München und Stuttgart (Aber bitte verraten Sie nichts vom „karibischen“ Smaragdsee!).

Oder: Vor ein paar Jahren waren wir auf der Kurischen Nehrung bei Klaipeda. Dort fühlte ich mich zeitweise wie zuhause, zum Verwechseln ähnlich! Rings um Weißwasser stößt man an vielen Stellen auf Kulissen, die den Wind nur eines flüstern lassen: Mach‘ Urlaub, hier und jetzt! Die vielen kleinen Seen in den duftenden Wäldern könnten auch in Schweden oder den Masuren liegen; der Kamm der Drachenberge, die Dünen, der gesamte Faltenbogen mit seinen bizarren Formen und Farben, Blaubeeren und Heidekraut. Und mitten hindurch dampft die Waldeisenbahn.

An der Neiße bei Pechern oder nördlich von Köbeln findet man unberührte Gebiete, in der Tiere und Pflanzen noch für „echte“ Natur sorgen dürfen. Dann noch die Landschaftsparks ringsherum, neuerdings gar mit dem wiederauferstandenen Herkules in der Grotte.

Also, wen es jetzt noch in die Ferne treibt, der hat von alledem wohl schon genug. Sei’s drum. Allemal können wir bei Freunden und Bekannten, die auf der Suche nach Urlaubszielen sind, Werbung machen, es doch mal hier – zwischen den Welten – zu versuchen!

Unser Autor Gregor Schneider ist gebürtiger Weißwasseraner und Rückkehrer. Der Stadtplaner begleitet aktiv die Transformation der Heimatregion. Hier äußert er seine privaten Gedanken zum Stadtgeschehen.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser