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Was ändert sich jetzt im Kreistag?

Die CDU-Aussteiger zogen in die letzte Reihe. Andere Fraktionen wären aufnahmebereit.

Uwe Rumberg (r.) im Gespräch mit Mike Ruckh, Jens Michel und Michael Geisler (v.l.) bei einem Neujahrsempfang des Landrates.
Uwe Rumberg (r.) im Gespräch mit Mike Ruckh, Jens Michel und Michael Geisler (v.l.) bei einem Neujahrsempfang des Landrates. © Daniel Förster

Das war symbolträchtig. Uwe Rumberg, Peter Pfitzenreiter, Jörg Müller und Martin Rülke, die vergangene Woche ihren Austritt aus der CDU erklärten, hatten sich zur Kreistagssitzung am Montag in die letzte Stuhlreihe verzogen. In der CDU fühlten sich die Kreisräte nicht mehr angemessen wahrgenommen. Mit einem Hinterbänkler-Dasein wollen sie sich aber nicht abfinden.

Rumberg und Rülke meldeten sich auch zu Wort. Auch bei den Abstimmungen lief es gewohnt harmonisch innerhalb der CDU-Fraktion. Wird sich daran zukünftig etwas ändern?

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Wenn es nach CDU-Fraktionschef Mike Ruckh geht, können die vier Partei-Abtrünnigen gern in der Fraktion verbleiben. "Hier haben wir ja eine lebendige Diskussionskultur. Ich würde gern mit ihnen weiter zusammenarbeiten", erklärte Ruckh gegenüber Sächsische.de. Auch als Oberbürgermeister von Sebnitz sei er mit seinem Amtskollegen aus Freital, Uwe Rumberg, immer gut klargekommen.

Die vier Freitaler CDU-Aussteiger haben sich nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob sie weiter in der CDU-Fraktion bleiben wollen. Dafür könnte das gute Verhältnis zu Ruckh sprechen. "Er war einer der wenigen, die überhaupt seitdem Kontakt zu uns gesucht haben", sagt Rumberg.

Für alle außerhalb der CDU kam der Austritt ohnehin überraschend. Sollten sich die vier eine neue politische Heimat suchen, gibt es mehrere Interessenten. "Die Freien Wähler sind jederzeit gesprächsbereit", erklärte Christoph Fröse. Der Bürgermeister von Bannewitz ist auch Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag.

Auch die Fraktion der AfD würde die vier gern aufnehmen, erklärte dessen Fraktionschef, Steffen Frost. Dieser war selbst vor Jahren aus der CDU ausgetreten. "Wir sind aber nicht schadenfroh", sagt Frost. 

FDP-Fraktionschef Uwe Steglich hätte kein Problem damit, wenn die vier zu den Liberalen kommen würden. "Als Bürgermeister von Stolpen kenne ich die gute Zusammenarbeit mit Freitals OB", erklärt Steglich.

Im 87-köpfigen Kreistag stellt die CDU mit 27 Mitgliedern die größte Fraktion. Der AfD gehören 25 Mitglieder an, den Freien Wählern elf, der FDP vier. Sollten die vier Abtrünnigen tatsächlich wechseln wollen, ist ein Anschluss bei Linken (9), Grünen (6) oder SPD (4) eher unwahrscheinlich.

Im Kreistag gibt es zwar keine Regierungs-Koalition wie etwa auf Landesebene. Würden die Mehrheitsverhältnisse unter den Fraktionen aber verschoben, hätte das dennoch Auswirkungen, etwa bei der Besetzung von Aufsichtsräten oder Ausschüssen. Der nächste Kreistag findet erst wieder im Herbst statt. Es bleibt also viel Zeit für mögliche Entscheidungen und Gespräche.

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