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Bischofswerda

Wann wird der Radweg nach Hauswalde gebaut?

Rammenau bietet viel Lebensqualität. Doch auch in Sachsens schönstem Dorf gibt es noch unerfüllte Wünsche.

Bürgermeister Andreas Langhammer ärgert sich, dass der Radweg neben der Straße nach Hauswalde noch nicht gebaut wird.
Bürgermeister Andreas Langhammer ärgert sich, dass der Radweg neben der Straße nach Hauswalde noch nicht gebaut wird. © Steffen Unger

Rammenau. Rund 1.540 Einwohner – vier Gaststätten und Cafés im Ort, mit dem Restaurant im Barockschloss sind es sogar fünf. Auf ein solches Verhältnis dürften selbst viele sächsische Kurorte nicht kommen. Rammenau fällt aus dem Rahmen. Nicht nur wegen der Gastronomie. Es gibt zwei Fleischer, einen Bäcker, ein eingesessenes Lebensmittelgeschäft, einen florierenden Hofladen für Obst und andere regionale Produkte, Friseur und Blumenladen, eine Tankstelle. Hinzu kommen viele aktive Vereine. Rammenau bietet seinen Bewohnern Lebensqualität: eine gute Infrastruktur, Ruhe und Natur und zugleich nur wenige Kilometer bis zur Autobahn. Nur ein einziges Gebäude im Dorf verfällt. Werden, wie am Burkauer Weg, Baugrundstücke angeboten, ist die Nachfrage sofort groß.

Befragt nach den drei wichtigsten Ergebnissen bei der Entwicklung der Gemeinde seit der Gemeinderatswahl 2014 nennen die beiden dort vertretenen Wählervereinigungen zwei Punkte übereinstimmend: den Ausbau der Staatsstraße 158 in Richtung Rödertal, den die anliegenden Handwerker und Gewerbetreibenden trotz der Einschränkungen unbeschadet überstanden haben, und die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2016. 

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Die Initiative für Rammenau fügt als weiteren Punkt den ausgewogenen Gemeindehaushalt und den Abbau der Pro-Kopf-Verschuldung hinzu. Die Vereine für Rammenau nennen die Weichenstellung für den Umbau der ehemaligen Schule zu einem Haus für Senioren mit Tagespflege und altengerechten Wohnungen sowie das dazu gehörende Finanzierungskonzept.

Rammenaus Schönheit erhalten

2012 schönstes Dorf Sachsens. Ein Jahr später eine Goldmedaille beim Bundeswettbewerb. Drei Jahre darauf ein europäischer Preis. Lässt sich das noch toppen? „Die Rammenauer sind unheimlich stolz auf ihren Ort“, sagt Bürgermeister Andreas Langhammer (Initiative für Rammenau). Seit anderthalb Jahren leitet der 44-Jährige neben seiner Tätigkeit als Chef des Rammenauer Fensterwerkes als ehrenamtlicher Bürgermeister die Geschicke des Ortes. Sein Anspruch deckt sich mit dem der Bürger: die Schönheit Rammenaus erhalten und den Tourismus stärken, dabei aber auch auf andere ganz wichtige Dinge achten, wie beispielsweise den Ausbau der Infrastruktur. Von großem Vorteil sei, dass er „keinen unbestellten Acker übernommen“ habe, so Andreas Langhammer. Seine Vorgängerin Hiltrud Snelinski habe ein solides Fundament geschaffen.

Der Straßenbau wird ein Schwerpunkt der neuen Wahlperiode. Der weitere Ausbau der S 158 durch den Freistaat hat gerade begonnen. Allerdings ärgert den Bürgermeister eine Sache enorm: „Dass wir mit dem Fahrradweg von Rammenau nach Hauswalde einfach nicht vorankommen.“ Die Hauptstraße sei ziemlich stark befahren und das Ringen um einen straßenbegleitenden Radweg ziehe sich nun schon weit über zehn Jahre hin. Leider habe die Gemeinde keinen ernstzunehmenden Einfluss darauf. „Wir können nur reden wie ein Buch. Bleiben aber auf jeden Fall dran“, sagt Andreas Langhammer.

Baugrundstücke in Rammenau sind gefragt. Am Burkauer Weg wurde ein neues Wohngebiet erschlossen.
Baugrundstücke in Rammenau sind gefragt. Am Burkauer Weg wurde ein neues Wohngebiet erschlossen. © Steffen Unger

Der Ausbau der B 98 in Richtung Autobahn voraussichtlich ab Herbst 2019 wird ebenso eine Herausforderung. Die Gemeinde ist nicht Bauherr, aber trotzdem am Bau beteiligt. Fußweg, Radweg und Beleuchtung muss sie bezahlen. – Insgesamt ist Rammenau nach Meinung des Bürgermeisters in Sachen Fahrrad- und Wanderwege ganz gut dabei. Mit dem Förderprojekt „Wanderweg entlang der Gruna“ steht das nächste Vorhaben ins Haus. Und auch der geplante Bau eines (Rad-)Wanderweges quer durch die Gemeinde ist kurz vor der Umsetzung. 

Und es gibt noch weitere Pläne. Zum Beispiel soll Ende des Jahres der Rückbau des Wehres an der Gruna beginnen. Vorgesehen ist, die Straßenbeleuchtung auf LED umzustellen. Ein großes kommunales Projekt der nächsten Jahre ist der Schul-Umbau. Für Rammenau ist er wichtig, damit Dorfbewohner auch im hohen Alter in ihrem gewohnten ländlichen Lebensumfeld bleiben können. Die Projektierung sei abgeschlossen, sagt Andreas Langhammer. Momentan prüfe man gemeinsam mit dem Investor, welche Förderprogramme sich dafür nutzen lassen. Noch in diesem Jahr oder spätesten Anfang 2020 soll der Umbau beginnen.

Stemmen lasse sich die Verwaltungsarbeit nur, weil sich Rammenau in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Bischofswerda befindet. Andreas Langhammer schätzt die Zusammenarbeit als konstruktiv und angenehm ein. Doch einig ist er sich mit den Bewohnern seiner Gemeinde, dass Rammenau auch in Zukunft selbstständig bleiben soll. „Wären wir beispielsweise nach Bischofswerda eingemeindet, würden sich viele unserer Bürger wohl nicht so engagieren“, sagt er. 

Auf das Ergebnis orientiert

„Eigenständigkeit und gute Vernetzung“ ist auch einer der Schwerpunkte, die die Initiative für Rammenau in der neuen Wahlperiode setzt. Weitere sind Kinder, Familien und Senioren, Wohnraum in intakter Infrastruktur und ein aktives Vereinsleben. Die Wählervereinigung Vereine für Rammenau nennt den Erhalt und Ausbau einer zukunftsorientierten Infrastruktur, die Einbeziehung der Jugend in das Kommunal- und Vereinsleben, die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und den Vereinen, die Absicherung der Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehr und den Erhalt der Eigenständigkeit.

Viele Jahre war die Initiative für Rammenau allein im Gemeinderat vertreten. Vor fünf Jahren erhielt sie mit einer zweiten Wählervereinigung erstmals Konkurrenz. Seitdem teilen sich beide Gruppen die zwölf Sitze im Rat. Die Initiative besetzt zurzeit neun Sitze, die Vereine drei. 

„Nach wie vor halten wir die Fraktionen nicht für erforderlich, wir arbeiten gemeinsam ergebnisorientiert – für eine eigenständige, starke Gemeinde, die alle Bürger einlädt, an der Entwicklung der Gemeinde aktiv teilzuhaben“, erklärt Kathrin Petzold für die Initiative für Rammenau. René Simmert sagt für Vereine für Rammenau: Die Mitglieder dieser Liste „haben sich aktiv in die Arbeit des Gemeinderates eingebracht. Gemeinsame Beschlüsse wurden umgesetzt und Zuarbeiten angenommen. Für die Bürger wurden verschiedene Initiativen eingebracht, um das Gemeindeleben positiv zu beeinflussen.“ Neben den beiden parteiunabhängigen Wählervereinigungen stellt mit Yvonne Natterer erstmals auch die CDU eine Kandidatin für den Rammenauer Gemeinderat.

23 Kandidaten stellen sich in Rammenau zur Wahl

Initiative für Rammenau

1. Kathrin Petzold (*1960), Architektin
2. Frank Peterle (*1959), Einzelhändler
3. Danielo Jahn, (*1963), Projektleiter
4. Michael Günther (*1967), Verkäufer
5. Theres Herold (*1988), Kauffrau für Bürokommunikation
6. Uwe Schuster (*1967), Dipl.-Ingenieur für Elektrotechnik (FH)
7. Bianca Tübel (*1981), Technikerin Maschinenbau
8. Falk Kretschmar (*1971), Physiotherapeut 
9. Ronny Gnauck, (*1974), Arbeitsvorbereiter Maschinenbau
10. Dr. Enrico Teich (*1985), IT-Projektleiter
11. Robert Zimmer (*1983), Bau-Ingenieur
12. Ronny Hentschel (*1980), Garten- und Landschaftsbauer
13. Tino Schuster (*1964), Maler
14. Claudia Wätzlich (*1978), Fleischermeisterin

Vereine Für Rammenau

1. René Simmert (*1976), Instandhalter
2. Maria Schölzel (*1991), Polizistin
3. Roman Fiedler (*1986), Kraftfahrer
4. Marlen Müller (*1987), Verwaltungsangestellte
5. Uwe Hillmann (*1962), selbstst. Handelsvertreter
6. Manja Hoop (*1975), Bürokauffrau
7. Aribert Müller (*1962), Geschäftsführer
8. Benjamin Krüger (*1990), Postzusteller

CDU

1. Yvonne Natterer (*1953), Sparkassenbetriebswirtin i. R.

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