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Was bietet der Bautzener Wenzelsmarkt?

Angebot, Preise, Familienfreundlichkeit – die SZ hat am Eröffnungswochenende den Test gemacht.

Von Carmen Schumann

Es ist wieder Wenzelsmarkt-Zeit in Bautzen. Seit dem Wochenende lockt der Weihnachtsmarkt die Besucher an. Auch in diesem Jahr ist der Bautzener Markt der größte und der längste in der Oberlausitz. Bis zum 22. Dezember freuen sich Händler und Gastwirte auf die Besucher. Doch wie sieht es mit den Angeboten, den Preisen und der Familienfreundlichkeit aus? Die SZ hat den Test gemacht.

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Wie vielfältig ist das Angebot

auf dem Wenzelsmarkt?

Die Vielfalt ist das große Plus des Wenzelsmarkts. Hungrig und durstig muss keiner das Gelände zwischen Haupt- und Kornmarkt verlassen. 80 Weihnachtshütten sind hier aufgebaut. Die größte Auswahl haben die Besucher beim Glühwein: ganz klar. Angeboten wird er an 26 Ständen.

Auch die Angebote an süßen oder herzhaften Speisen dürften wohl jeden Gaumen kitzeln. Die klassische Bratwurst findet man an neun Hütten. Wer mag, kann auch allerlei Spezialitäten probieren, wie zum Beispiel ungarisches Lángos, holländische Fritten oder Oberlausitzer Stupperle. Natürlich dürfen Pfefferkuchen und Zuckerwatte nicht fehlen.

Sehr gut vertreten sind Stände mit Wintersachen. Neben Jacken und Schals ist vor allem die Auswahl an modischen Kopfbedeckungen groß. Viele Händler verkaufen Kleidung aus eigener Produktion: gestrickt, gehäkelt oder aus Pelz. Groß ist in diesem Jahr die Auswahl an Geschenkartikeln. Erzgebirgische Holzkunst ist sehr gut vertreten, aber auch Dekoratives aus Spitze, Glas und Ton.

Fazit: Für jeden Besucher ist etwas dabei. Die Auswahl ist riesengroß.

Wie teuer sind

Bratwurst, Glühwein und Co.?

Billig ist ein Weihnachtsmarktbesuch nie. Doch auch 2013 bestätigt sich: Im Vergleich zu Weihnachtsmärkten der Großstädte sind die Preise beim Wenzelsmarkt noch moderat. Eine Bratwurst kostet zwischen 1,90 Euro und drei Euro. Wer es etwas anspruchsvoller mag, bezahlt zum Beispiel für ein Wildgericht sechs Euro.

Ein heißes Getränk zum Aufwärmen bekommt man bereits für 50 Cent, nämlich einen Tee. Für einen Euro gibt es eine heiße Zitrone. Beim Glühwein muss man zwischen 1,50 Euro und drei Euro berappen. Dafür sind dann auch echte Spezialitäten dabei, wie zum Beispiel Glühwein aus Honigmet oder Hugo, der aus Holunderwein, Minze und Limette besteht.

Bei Textilien oder Geschenken gehen die Preise weit auseinander. Das teuerste Produkt, das man auf dem Wenzelsmarkt erwerben kann, ist eine mehrstufige Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge. Kotenpunkt: Mehr als 300 Euros.

Fazit: Billig ist der Besuch nicht. Wer Preise vergleicht, findet auch Günstiges.

Wie ist die Stimmung auf dem Wenzelsmarkt?

Ausschlaggebend für die weihnachtliche Stimmung sind die Dekoration und die Musik. Am Wochenende sorgten zum Beispiel die Bergbläser aus Geyer mit ihren traditionellen Weisen für festliche Atmosphäre. Die Musik aus der Konserve ist hingegen nicht jedermanns Sache – aber ohne sie geht es nun einmal beim Weihnachtsmarkt nicht. Positiv fallen die Lichterketten mit Sternen ins Auge, die über die Straßen gespannt sind. Auch die meisten Markthütten sind liebevoll geschmückt. Eine Ausnahme bildet lediglich der Stand mit Unterwäsche und Schlafanzügen, der ohnehin nicht so recht auf den Wenzelsmarkt passen will. Außergewöhnliche Hütten – wie das Hexenhaus, das Glühweinfass, die Glühwein-Pyramide oder die Vier-Türme-Hütte – machen den Marktbesuch hingegen zu einem Erlebnis. Schön sind auch die mit Lichternetzen geschmückten Bäume unter dem Reichenturm.

Der in diesem Jahr wieder traditionell geschmückte Weihnachtsbaum gefällt vielen Besuchern. Wenzelsmarkt-Kenner vermissten zunächst die Krippe neben dem Tannenbaum. Wegen der Nähe zu dem Kinderkarussell ist sie ab heute neben dem Ritter-Dutschmann-Brunnen zu finden. Am Wochenende hatte dort der Feuerwehrförderverein mitsamt seinem Oldie seinen Platz.

Fazit: Der Wenzelsmarkt bietet alles, um in Adventsstimmung zu kommen.

Was bietet der Wenzelsmarkt

für Kinder?

Erstmals gibt es in diesem Jahr auch auf dem Hauptmarkt ein großes Karussell. Und schon am Eröffnungswochenende zeigte sich: Die Kinder lieben es. Sie können hier unter anderem im Fred-Feuerstein-Auto oder auf Motorrädern sitzen. Auf dem Kornmarkt gibt es wie gewohnt zwei weitere Karussells. An den Wochenenden warten unter dem Reichenturm Alpakas auf streichelnde Kinderhände. Der kleine Streichelzoo am Hauptmarkt ist hingegen – vor allem bei Dunkelheit – relativ schlecht zu finden. Das sorbische Bescherkind, das kleine Gaben an die Kinder verteilt, kommt dieses Jahr sogar zweimal auf den Wenzelsmarkt. Neben der Tanne gibt es einen Weihnachtsmann-Briefkasten, in den die Kinder ihre Wunschzettel einwerfen können. Das Erscheinen des Weihnachtsmannes an jedem Nachmittag ist für Mädchen und Jungen immer ein besonderes Erlebnis. Auch eine Losbude gehört wieder zum Angebot. Kleiner Wermutstropfen: Wenn viele Besucher kommen, wird es auf dem Wenzelsmarkt rasch eng. Das mögen nicht alle kleinen Besucher.

Fazit: Verglichen mit den Vorjahren ist der Markt familienfreundlicher geworden.

Wie gut sind die Anreise und das Parken organisiert?

Das Parken ist immer problematisch. Angebote wie der Wenzelsmarkt verschärfen die Situation. Die Stadt reagiert darauf mit Hinweisschildern, die Besucher zu den Parkplätzen und den Parkhäusern lenken sollen. Das gelingt nur zum Teil. So kritisierten einige Gäste, dass es fast nur gebührenpflichtige Parkplätze gibt. Die wenigen kostenfreien Parkmöglichkeiten reichen nicht aus. Entsprechend zugeparkt sind die Straßen rund um den Markt. Auch sind die Hinweisschilder zum Teil recht klein und für auswärtige Gäste nur schwer zu entziffern.

Fazit: Die Anreise und das Parken bleiben ein Problem, hier muss sich Bautzen etwas einfallen lassen.

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