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Was bringt das Modelldorf?

Zum Auftakt des Demografieprojekts in Mittelndorf wollten Einwohner erfahren, was auf sie zukommt. Es wird privat.

Von Anja Weber

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Mittelndorf wird zum Modelldorf für ganz Sachsen. Möglich macht das ein Projekt, welches sich „Zukunft von Ortsteilen im ländlichen Raum“ nennt. Es ist ein Gemeinschaftsvorhaben von Freistaat, Landkreis und Stadt. Was sich dahinter verbirgt und was auf sie in den nächsten Monaten zukommt, darüber konnten sich die Einwohner jetzt zur Auftaktveranstaltung informieren. Etwa 80 Hausbesitzer kamen. Sie werden auf jeden Fall Neuland betreten, und das wirft viele Fragen auf.

Warum wurde gerade Mittelndorf

als Testort ausgewählt?

Für das Projekt wurde ein typisches Dorf gesucht. Es gibt noch etwa 80 Orte im Landkreis, die noch etwas kleiner sind. Mittelndorf blieb letztlich wegen sein Altersstruktur, der Bebauung und aufgrund des Umfeldes im Raster hängen. Außerdem habe der Landkreis eine Verwaltung gesucht, mit der man ein solches Pilotprojekt umsetzen kann, sagte Landrat Michael Geisler (CDU). Die Wahl fiel auf Sebnitz. Im Mittelpunkt des Projektes steht, wie Häuser vor dem Ruin bewahrt und wiederbelebt werden können oder ob sie abgerissen werden.

Großes Thema ist ebenfalls, wie das finanziert werden kann. Bislang gibt es entsprechende Förderprogramme nur für größere Städte, aber nicht für den ländlichen Raum. Anhand von Mittelndorf soll es gelingen, eine Finanzstrategie zu entwickeln, die letztlich auch auf andere Gemeinden projiziert werden kann. Mit dem Projekt soll außerdem dargestellt werden, wie das typische Durchschnittsdorf aussieht und was es kostet, dieses auf Vordermann zu bringen, erläuterte der Landrat. Darüber hinaus wolle man mit Banken sprechen, um zu sehen, welche Chancen es gibt, solche Vorhaben zu finanzieren.

Was ist den Einwohnern

für die Zukunft wichtig?

Das Projekt selbst untersucht die Bebauung im Ort und die Pläne der Bewohner. Wie das praktisch geht, wurde zur Auftaktveranstaltung erläutert. Die meisten der Zuhörer hatten sich schon selbst Gedanken gemacht. Und die ranken sich längst nicht nur um die Struktur der Bebauung.

Denn, so die einhellige Meinung, wenn nach Mittelndorf Leute ziehen sollen, muss auch das Umfeld stimmen und der Ort attraktiv sein. Und da gibt es so einige Probleme. Dazu gehört unbestritten der ruinöse Gasthof am Ortseingang. Für den wünschen sich die Einwohner mit dem Projekt eine Lösung. Der Haltepunkt Mittelndorf der Nationalparkbahn soll wieder einer werden. Er wurde mit dem neuen Fahrplan einem besseren Anschluss der Bahn an die Städtebahn in Richtung Neustadt geopfert. Ob der Haltepunkt wieder aktiviert wird, ist ungewiss. Außerdem könnten sich Einwohner Projekte vorstellen, die die Jugend im Ort halten, aber auch die Älteren. Ein Stichwort des Abends war altersgerechtes Wohnen für diejenigen, die ihre Häuser nicht mehr selbst unterhalten, aber im Ort wohnen wollen. Weitere Schwachpunkte sind das langsame Internet sowie der schlechte Handyempfang. Dafür könnte es eine Lösung geben. Die Stadt Sebnitz wolle gemeinsam mit dem Landkreis eine neue Breitbandoffensive angehen, verkündete Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU).

Wie werden die einzelnen Angaben über die Häuser erfasst?

Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig. Bereits zur Auftaktveranstaltung wurden die Fragebögen ausgegeben. Diese sind so aufgebaut, dass alle erforderlichen Daten zum Grundstück und zum Gebäude erfasst werden. Außerdem sollen in einem Steckbrief Auss

Wie wird bei persönlichen Angaben der Datenschutz gewahrt?

Für Irritationen sorgte die Aussage, dass die Fotos für alle ersichtlich ins Internet gestellt werden. Dem sei aber nicht so, wurde noch am gleichen Abend geklärt. Außerdem werden die Fragebögen auch nicht an das Finanzamt weitergegeben, wie manche befürc

Ortsvorsteher Wolfgang Mühle setzt einige Hoffnungen in die Aktion und ermunterte die Mittelndorfer, sich zu beteiligen. „Es wäre jämmerlich Schade, wenn wir das in den Sand setzen würden, auch wenn die Fragebögen sehr persönlich sind.“

Kontakt: komet-empirica gmbh, Friedrich-Ebert-Str. 33, 04109 Leipzig,  0341 96008 20 oder

[email protected]

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