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Was das Lernen auf der Baustelle bedeutet

Rothenburgs Oberschule ist von Baggern umzingelt. Für die Schüler ist das ab Montag eine Herausforderung.

Schulleiter Gerold Schulz braucht in diesen Tagen ein dickes Fell, denn die Oberschule an der Friedensstraße ist von Baggern regelrecht umstellt. Er hofft, dass sich seine Schüler ab Montag gut einstellen auf die nicht ganz einfache Situation.
Schulleiter Gerold Schulz braucht in diesen Tagen ein dickes Fell, denn die Oberschule an der Friedensstraße ist von Baggern regelrecht umstellt. Er hofft, dass sich seine Schüler ab Montag gut einstellen auf die nicht ganz einfache Situation. © André Schulze

Seine gute Laune hat Gerold Schulz noch nicht eingebüßt, obwohl er – wenn es ganz schlimm kommt – manchmal das eigene Wort nur schwer versteht. „Die lautesten Arbeiten direkt vor dem Schulgebäude liegen wohl hinter uns“, hofft der Leiter der Rothenburger Oberschule und bezieht das auf die in den vergangenen sechs Wochen verlegten Medienleitungen hin zur Polizeihochschule. Allerdings: Abgesperrt sind die verschiedenen Baustellen auf dem Gelände an der Friedensstraße immer noch. Auch Bagger und anderes schweres Gerät steht fast an jeder Ecke. „Ich beschwere mich darüber nicht“, sagt der Direktor. Er weiß, dass an den Arbeiten in diesem und den folgenden Jahren sowieso kein Weg vorbeiführt. „Wir müssen durchhalten, bis die neue Oberschule an der Jahnstraße – möglichst bald – steht.“

Was also nicht zu verhindern ist, dürfte für die Schüler ein paar Umstellungen mit sich bringen. Die allerdings nur von kurzer Dauer sein und sich dann wieder ändern könnten. Schulz nennt es „multiple Baustelle“. Was nichts anderes heißt, als dass täglich neue Gräben, Hügel und Materiallager auftauchen können. Generell gibt es rund um die Schule viele Standorte, die man nicht oder nur mit größter Vorsicht und vor allem offenen Augen passieren kann. „Alles komplett zu sichern, geht einfach nicht. Wir sind als Schule in die Bauberatungen mit eingebunden und versuchen schon, zusammen mit den ausführenden Firmen und dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement, die Situation so gut zu entschärfen, wie es nur geht.“

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Trotzdem gilt es, gerade zum Schuljahresauftakt ein paar Besonderheiten zu beachten. So können Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht bringen, nicht mehr auf dem Gelände stadtauswärts rechts, also direkt an der Schule oder im Umfeld parken, sondern müssen ihr Fahrzeug auf der gegenüberliegenden, dem Flugplatz zugewandten Seite der Friedensstraße abstellen. Auch die Bushaltestellen wurden verlegt. Gehalten wird jetzt nicht mehr am früheren Speisesaal, sondern draußen an der Friedensstraße. Dort wird die Geschwindigkeit von derzeit 70 km/h auf 50 oder gar 30 km/h reduziert. Welches Maximum gültig ist, stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest. Der Weg von der Bushaltestelle bis zum Unterricht ist demnach ein paar Meter länger. Wer im Haus I, also dem Hauptgebäude, die Schulbank drückt, läuft vorbei an der Interimsmensa bis zu einem Bauzaun und von dort in Richtung Schule. Schüler mit Ziel Haus II laufen an der Haltestelle am früheren Speisesaal vorbei und biegen dann ganz hinten zu ihrem Gebäude ab.

Wer mit dem Fahrrad zur Schule kommt – an schönen Tagen machen laut Gerold Schulz bis zu 180 der rund 300 Schüler von dieser Möglichkeit Gebrauch – muss jetzt die Längsseite des Hauses I ansteuern. Parallel zur Friedensstraße sind dort die Fahrradständer aufgebaut. Über den Rasen sind es nur ein paar Schritte zum Schulgebäude und einmal herum bis zur Eingangstür. „Ein funktionsfähiges Schloss wäre in der aktuellen Situation natürlich sinnvoll“, findet der Direktor. Denn die Ständer sind von der Straße gut einsehbar und zugänglich. „Wer hier leichtsinnig ist und nicht abschließt, bei dem haben Diebe leichtes Spiel“, warnt Schulz. 

In den Unterrichtsräumen müssen sich die Schüler auf erschwerte Bedingungen einstellen. Denn ganz ruhig wird es durch den Baulärm wahrscheinlich nie. „Wir werden unsere Erfahrungen sammeln und dann schauen, wie das auszuhalten ist“, sagt der Direktor. Verlegungen nach vorn oder hinten seien jedoch wenig sinnvoll. Zum einen, weil die Baufirmen von früh bis spät arbeiten. Zum anderen, weil der Unterricht an die Abfahrtzeiten der Busse gebunden ist. Allen, die nun das Schlimmste befürchten, macht Gerold Schulz Mut: „Vor einem Jahr, als die Fläche für die Containermensa plan gemacht wurde, war es noch schlimmer. Da wackelten auf den Tischen sogar die Tassen.“

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