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Dippoldiswalde

Was Klingenberg anpacken muss

Am Sonntag ist in Klingenberg Bürgermeisterwahl. Mit diesem Amt ist eine Menge Arbeit verbunden. Welche Baustellen auf den Neuen warten.

Die Oberschule Klingenberg ist ein Farbtupfer im Ort. Aber ob ihr Platzangebot und die Sporthalle künftigen Anforderungen genügen, ist nicht sicher.
Die Oberschule Klingenberg ist ein Farbtupfer im Ort. Aber ob ihr Platzangebot und die Sporthalle künftigen Anforderungen genügen, ist nicht sicher. © Egbert Kamprath

Klingenberg ist eine ländliche Gemeinde, aber nahe genug an Dresden, um von der Entwicklung der Landeshauptstadt mit zu profitieren. Dresdner ziehen in die Gemeinde, weil man dort günstig und schön wohnen kann. Klingenberger pendeln nach Dresden, weil es dort gute Arbeitsstellen gibt. Um die Gemeinde attraktiv zu halten, muss der Bürgermeister laufend die öffentlichen Einrichtungen auf einem guten Stand halten und neue Möglichkeiten anbieten. Sächsische.de nennt vier Baustellen, die auf den neuen Gemeindechef warten. 

Bunt steht die Hans-Poelzig-Oberschule in Klingenberg. Als sie 2007 und 2008 saniert wurde, gab es dort noch ausreichend Platz. Doch jetzt ist sie mit rund 330 Schüler gut ausgelastet. Wenn weitere starke Jahrgänge an die Schule kommen, die ja jetzt schon in den Kindergärten sind, reichen die Kapazitäten nicht mehr. Die Schule ist nicht nur für Klingenberg, sondern für die ganze Region von Hartha bis Hartmannsdorf zuständig. Hier muss der Bürgermeister zusammen mit dem Landkreis und dem Landesamt für Schule und Bildung eine Lösung finden, die den Schülern gute Bildung sichert und der Schule eine gute Entwicklung. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Schulturnhalle. Sie ist so alt wie die Schule selbst, gute 30 Jahre. Damals bei der Schulsanierung blieb sie außen vor, muss aber in absehbarer Zeit saniert oder ganz neu gebaut werden. 

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Der ehemalige Gasthof Obercunnersdorf wird zum Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus umgebaut. 
Der ehemalige Gasthof Obercunnersdorf wird zum Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus umgebaut.  © Egbert Kamprath

In Obercunnersdorf sollte der alte Gasthof schon zu DDR-Zeiten zum Dorfgemeinschaftszentrum werden mit Konsum, Post, Schwesternstation und Gemeindeverwaltung. Daraus wurde nichts. Der Gastronomiebetrieb lief noch bis in die 2000er-Jahre. Der Jugendklub hatte hier sein Domizil und die Wäscherolle war hier. Nach der Schließung des Gasthofs planten und überlegten die Vereine im Ort und die Gemeindeverwaltung, wie das Gebäude zu sanieren und zu nutzen wäre. Dafür steht jetzt die Finanzierung. Der ehemalige Gasthof wird zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Dabei geht es insgesamt um Arbeiten für 490.000 Euro. Davon übernimmt der Freistaat Sachsen mit dem Dorfkern-Programm drei Viertel der anfallenden Kosten. Der Bau in Obercunnersdorf besteht aus zwei Teilen. Von der Straße aus gesehen links ist das Haus für die Vereine im Ort geplant. Den rechten Flügel will die Gemeinde zum Feuerwehrhaus umbauen. Dafür hat sie die Finanzierung schon im letzten Jahr gesichert. Für diesen Teil kostet der Bau rund 436.000 Euro. Auch hier hat die Gemeindeverwaltung mit dem Bürgermeister eine große Baustelle zu organisieren. Erfahrungsgemäß bringt der Umbau eines Altbaus immer Überraschungen.  

Hier entsteht der Neubau der Firma Mende im Gewerbegebiet Höckendorf. Damit ist das Gewerbegebiet ausgelastet. 
Hier entsteht der Neubau der Firma Mende im Gewerbegebiet Höckendorf. Damit ist das Gewerbegebiet ausgelastet.  © Egbert Kamprath

Klingenberg ist auf den ersten Blick ländlich geprägt, aber die Gemeinde hat eine starke mittelständische Industrie. Diese konzentriert sich in den Gewerbegebieten in Klingenberg und Höckendorf. Allerdings ist gerade in Höckendorf vor Kurzem die letzte freie Fläche bebaut worden. Die Gemeinde muss sich Gedanken machen, wie sie für die bestehenden Betriebe Erweiterungsmöglichkeiten schafft und auch Raum freilässt für eventuelle Neuansiedlungen. Wichtig ist es, dafür die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Die Gemeinde braucht einen Plan. Teilweise gibt es bisher gar keinen Flächennutzungsplan, teilweise ist er veraltet. Hier wartet eine Aufgabe auf den neuen Bürgermeister, mit den Einwohnern zu diskutieren, wohin sich Klingenberg entwickeln soll und die Ergebnisse in eine solide Planung umzusetzen. 

Das Rittergut liegt zentral in Colmnitz. Schon lange wird die Idee verfolgt, hier das Feuerwehrhaus unterzubringen. Dafür gibt es jetzt Fördergelder. 
Das Rittergut liegt zentral in Colmnitz. Schon lange wird die Idee verfolgt, hier das Feuerwehrhaus unterzubringen. Dafür gibt es jetzt Fördergelder.  © Karl-Ludwig Oberthür

Ein Rittergut ist normalerweise ein nobles Anwesen. In Colmnitz sieht es ein wenig anders aus. Dort ist das ehemalige Gut ein Sorgenkind, aber eines, das doch eine neue Zukunft bekommen kann. Es ist im Besitz der Gemeinde und seit Jahren verfolgte der Ortschaftsrat die Idee, hier ein neues Feuerwehrhaus zu errichten. Derzeit sind die Fahrzeuge und das Material der Colmnitzer Ortswehr auf zwei Gebäude verteilt, die heutigen Ansprüchen nicht entsprechen.

Inzwischen fand sich dafür auch eine Finanzierungsmöglichkeit über das Programm "Zentren im Tharandter Wald". Das Fördergebiet umfasst im Wesentlichen die Ortszentren Dorfhain und Colmnitz sowie das Gebiet ums Jagdschloss in Grillenburg. Insgesamt stehen dafür 880.000 Euro Fördergelder in Aussicht. Den eigenen Anteil aufzubringen, das Projekt zu planen und zu bauen, wird eine Herausforderung für die Gemeindeverwaltung in den kommenden Jahren.

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