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Bautzen

Das passiert jetzt an den Bürgerhäusern

Ein neues Dach soll die Bürgerhäuser in Bautzen vorm Verfall schützen. Und der Besitzer verrät noch mehr.

Gegen den Verfall: Die Bautzener Bürgerhäuser – hier ein Blick auf die Rückseite – werden jetzt gesichert.
Gegen den Verfall: Die Bautzener Bürgerhäuser – hier ein Blick auf die Rückseite – werden jetzt gesichert. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Eine Antwort zu den Bürgerhäusern schickt die Stadt gleich vorweg: „Aktuell geht keine Gefahr für die Öffentlichkeit von den Gebäuden aus“, heißt es aus dem Rathaus. Passanten können also unbesorgt an den Gebäuden vorbeigehen. Bei den Bauarbeitern ist das anders. Die müssen gerade besonders vorsichtig sein. Vor einer Woche starteten an den Häusern umfangreiche Sicherungsarbeiten. Es geht darum, die unter Denkmalschutz stehenenden Gebäude vor dem Verfall zu retten – und um ein paar Dinge mehr.

Was genau auf dem Gelände am Tor zur Bautzener Altstadt passiert, weiß Stadtsprecher André Wucht. Zunächst waren die Bauarbeiter auf der Mühltorgasse beschäftigt, erklärt er. Auf dieser Straße bauten sie Mitte Mai eine Rampe auf. Die ist wichtig, damit die Baufahrzeuge von der Mühltorgasse aus zu den höher gelegenen Bürgerhäusern fahren können. Gleichzeitig prüften ein Statiker und die Denkmalschutzbehörde das Sicherungskonzept. Anfang Juni trafen sich die Verantwortlichen vor Ort, um letzte Fragen zu klären. Danach konnten die Arbeiten starten. Aktuell beschäftigen sich die Bauleute mit dem Dach. Die Gauben, die sich an der Seite zur Inneren Lauenstraße befinden, werden untersucht und müssen gegebenenfalls zurückgebaut werden, so Wucht. Abgebaut wird in den nächsten Tagen auch der Schornstein auf der Südwestseite. Außerdem werden gefährdete Dachkonstruktionen entfernt.

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Begehbarkeit muss gewährleistet sein

Im Blick haben die Bauleute auch eine Stelle, die im vergangenen Herbst für Aufregung sorgte. Im Oktober stürzte ein Teil des Treppenhauses ein, Steine fielen herunter, hinterließen große Löcher. Manche Stellen sind so kaputt, dass sie nicht mehr repariert werden können. Um dennoch für Ordnung zu sorgen, entfernen die Bauarbeiter eine Trennwand. All diese Maßnahmen haben ein Ziel, erklärt André Wucht. „Die Schaffung einer sicheren Begehbarkeit des Gebäudes ist bis zum Ende dieser Woche geplant“, sagt er.

Doch wer glaubt, dass die Arbeiten dann beendet sind, der irrt. Sobald die Gebäude ohne Gefahr betreten werden können, gibt es einen weiteren Abstimmungstermin mit allen Beteiligten. Dann wird erörtert, ob es notwendig ist, weitere Teile des Gebäudes abzureißen und wie die endgültige Sicherung der Häuser aussehen soll. Bis Oktober könnte an den Gebäuden noch gebaut werden, heißt es aus dem Rathaus. So lange wird auch die Rampe auf der Mühltorgasse stehenbleiben. Ab und an könnte es auf dieser Strecke zu Beeinträchtigungen kommen. „Für den Verkehr auf der Inneren Lauenstraße werden aber keine Einschränkungen erwartet“, so Wucht.

Keine halben Sachen

Hausbesitzer Thomas Kasselmann ist optimistisch, wenn er an die nächsten Monate denkt. Zwar handele es sich bei den Sicherungsarbeiten nicht um die komplette Sanierung der Häuser, die viele Bautzener herbeisehnen. Doch Kasselmann betont, er wolle auch „keine halben Sachen“. Mit dem neu gedeckten Dach und den Arbeiten an den Wänden werde er „die Hülle vernünftig schließen.“ Auch das Gerüst, das seit dem Teileinsturz im Oktober die vordere Fassade der Häuser verdeckt, soll nach der Sicherung wieder abgebaut werden.

Und wie geht es dann weiter? Thomas Kasselmann hatte immer wieder von einem Innenausbau der barocken Häuser und einem Neubau hinter den Gebäuden gesprochen. Werden die Ideen jetzt realisiert? Die Antwort fällt kurz aus. „Nein“, sagt der Hausbesitzer. „Dazu gibt es noch keine konkrete Planung.“

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