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Was die neue Stolpener Citymanagerin will

Mit Simone Schöne sagt eine Frau, wo es langgehen könnte. Ihre Ideen werden dringend gebraucht.

© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Stolpen. Konzepte hat es in Stolpen schon einige gegeben. Viel Papier wurde beschrieben, wie mehr Urlauber und vor allem auch Tagesausflügler nach Stolpen geholt werden können. Doch so richtig zufrieden sind Gewerbetreibende, Gastronomen und alle diejenigen, die von den Stolpener Einwohnern und von den Touristen leben müssen, nicht. Jetzt ruhen neue Hoffnungen auf der City-Managerin Simone Schöne. Stolpen darf sich erstmals für 15 Stunden wöchentlich eine City-Managerin leisten. Der Vertrag läuft erst einmal bis Ende 2017 mit der Option einer Verlängerung.

Stars im Strampler aus Sebnitz
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So klein und doch das ganz große Glück: Wir zeigen die Neugeborenen aus der Region Sebnitz.

Möglich ist das durch das Programm zur Förderung „Aktiver Stadt- und Ortsteilzentren“ (SOP). Das besteht aus drei Säulen. Die erste sind die investiven Maßnahmen samt Fördermittel. Die zweite Säule ist der Verfügungsfonds, in den das Land, die Einwohner und die Stadt einzahlen. Das Geld kann für verschiedene Projekte innerhalb des Gebietes genutzt werden. Die dritte, nun neue Säule sind die Marketingmaßnahmen. Dafür hatte die Stadtentwicklung GmbH Dresden, die das Vorhaben betreut, die Stelle eine City-Managerin ausgeschrieben. Es gab mehrere Bewerbungen. Die Wahl fiel auf die Neustädterin Simone Schöne, die mit ihrer Firma „Kreativ Wirtschaft“ durchstartet. Ihre Aufgabe ist es, das Stadtzentrum zu beleben. Also ganz praktisch heißt das, mit den Einzelhändlern vor Ort ins Gespräch kommen und die Aktionen vor Ort koordinieren, sagt Uwe Steinacker von der Stadtentwicklung GmbH.

Ideen bündeln und strukturieren

Es sei häufig so, dass jeder sein Ding mache und jeder für sich Strategien entwickle. Diese müssten gebündelt werden. Bei Null fängt sie in Stolpen nicht an. „Hier gibt es unheimlich viele Aktivitäten, die nachhaltig wirken“, so City-Managerin Simone Schöne. Sie will sozusagen mit dem Blick von außen motivieren und die Ansätze, die es jetzt schon gibt, fassen, ebenso die Ideen zusammenführen und letztlich auch alles in eine Struktur bringen, die künftige Aktivitäten nicht wie Seifenblasen zerplatzen lassen. Und ganz wichtig dabei ist ihr, dass die Touristen nicht nur auf die Burg, sondern eben auch in die Stadt kommen. Ein Thema, an dem sich Stolpen seit Jahren die Zähne ausbeißt. Immer wieder gab es einzelne Aktionen, die aber letztlich nie zum Erfolg geführt haben. Die Besucher der Burg Stolpen eilen weiterhin von den zwei großen Parkplätzen direkt auf die Burg und wieder zurück. Dabei bietet zum Beispiel der Parkplatz unterhalb der Schützenhausstraße schon das Potenzial, dass die Besucher zwingend durch die Innenstadt geleitet werden.

Die meisten Gewerbetreibenden und Gastronomen in der Innenstadt kämpfen jeden Tag neu ums Überleben. Wie schwer das ist, zeigt, dass auf dem Marktplatz inzwischen drei Geschäfte leerstehen, eins nur für die Werbung dient und eine Gaststätte geschlossen ist. In der Bischofswerdaer Straße hat ganz aktuell wieder ein Geschäft zugesperrt. Die Gaststätte dort hat schon länger zu. Schön wäre es, wenn sich Nachfolger finden würden, sagen sich einige Stolpener. Luftschlösser will Simone Schöne nicht in Stolpen bauen. Auch sie weiß, dass es nicht so einfach ist, in Stolpen ein Geschäft zu eröffnen und es dann auch noch zu halten. Das funktioniere nur mit speziellen Angeboten, mit denen man sich von anderen Anbietern und vor allem von den Discountern, die es gibt, abhebe. Neue Mieter für die Geschäfte zu finden, gehört allerdings nicht zu ihren Aufgaben.

City-Managerin will Impulse setzen

In erster Linie geht es in ihrer künftigen Arbeit darum, gemeinsam mit allen Akteuren vor Ort konkrete Schritte zu gehen. Sie wird dafür die Fäden in den Händen halten. Erfahrungen kann sie da als langjährige Geschäftsfrau mit einbringen. Zudem war sie auch über viele Jahre im Neustädter Gewerbeverein aktiv und weiß deshalb auch, wovon sie spricht. „Es wird nicht funktionieren, wenn das, was umgesetzt werden soll, nicht gemeinsam gelebt wird“, sagt sie. Doch da ist Simone Schöne ganz optimistisch, dass sie die Stolpener mitnehmen kann. Zaubern könne sie nicht, aber Impulse setzen. Die Innenstadt zu beleben, wird auch etwas kosten. Dafür könnte die Stadt Stolpen Geld aus dem Verfügungsfonds nutzen. Vorhaben sollen da in den nächsten Monaten besprochen werden. Einige Ideen gibt es aber bereits. Die stehen bislang aber eben nur auf dem Papier und warten darauf, umgesetzt zu werden.